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Giuseppe Maria Crespi: Die Königin von Böhmen
beichtet Johannes von Nepomuk, 1743, in der Pinakothek in Turin
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Johannes aus Pomuk, ne Pomuk
- wie der Ort heute heißt -, wurde nach
Studien der Theologie in Prag
und des kanonischen Rechts in Padua
1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr
und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die
Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk
berühmt und dem König lästig. 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer an
der Galluskirche in Prag, wo er sich besonders um deutschstämmige Kaufleute
bemühte. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen
mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen
Römischen Reiches, nahmen zu.
Die Überlieferung berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte. Wenzel wollte nun Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, aber der weigerte sich, wurde deshalb gefoltert und in die Moldau geworfen. Durch ein Wunder - nach der einen Version trocknete die Moldau aus, so dass man seine Leiche fand, nach einer anderen Version hatte die Königin eine Erscheinung von fünf Sternen, die den Fundort offenbarten - wurde der Tote geborgen und beigesetzt. Eine Marmorplatte an der Karlsbrücke zeigt heute den angeblichen Fundort.
Cosmas Damian Asam: Johannes kniend vor dem Gnadenbild der Madonna von Altbunzlau / Stará Boleslav,
die Lichter ihres Strahlenkranzes auf ihn niedersendet. Diese Sternenspende
weist
ebenso wie die Schweigegesten der Engel auf das bevorstehende Martyrium des Heiligen hin.
1737, in der Johannes geweihten Kapelle in der Stadtpfarrkirche in Messkirch
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Historisch richtiger ist, dass Johannes in den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof Jenzenstein am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert, vom König selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Straßen geschleift und dann in der Moldau ertränkt wurde.
Johannes' Leichnam wurde im Veitsdom in Prag
bestattet und schon bald als Märtyrer verehrt; 1719 fand man bei der Öffnung des
Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke,
das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen.
Seit seiner Kanonisierung 1729 erlangte Johannes rasch große Popularität und er
wurde geradezu zum Staatsheiligen
des Habsburgerreichs. Der Kult wurde
mit aller Kraft forciert, auch um dadurch die Erinnerung an den unliebsamen
böhmischen Nationalheiligen
Johannes Hus
zu verdrängen.
Matthias Rauchmüller, Bronzeguss von Wolfgang Hieronymus Heroldt: Statue auf der Karlsbrücke in Prag, die Älteste der dortigen Statuen
1731 bekam der Messkircher Fürst zu Fürstenberg vom Prager Erzbischof Reliquien von Johannes geschenkt; die hierfür erbaute Nepomuk-Kapelle wurde zum Ausgangspunkt der Verehrung in ganz Schwaben.
Kanonisation:
Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.
Attribute:
auf Brücken, Finger auf Mund
Patron
von Böhmen,
der Stadt Salzburg;
der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller; der Brücken; des
Beichtgeheimnisses; gegen Wassergefahren; für Verschwiegenheit
Bauernregeln:
Heiliger Sankt Nepomuk / treib' uns die Wassergüss' zurück.
Der Nepomuk uns das Wasser macht, / dass uns ein gutes Frühjahr lacht.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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