Der Berg Karmel,
Aufenthaltsort des großen alttestamentlichen Propheten Elia
und seiner Jünger, galt auch den jungen Christen als heiliger Ort; schon im 12.
Jahrhundert hatten sich dort Einsiedler und Eremiten niedergelassen. Unter der
Führung des französischen Einsiedlers Berthold
wurde der Karmeliter-Orden gegründet. Die Gottesmutter Maria
sollte die Inspirationsquelle und das Vorbild für ein Leben in der Fußspur Jesu
Christi sein. Papst Innozenz IV. sprach erstmals 1252 von den Eremiten und
Brüdern des Ordens der heiligen Maria vom Berge Karmel
.
Berg Karmel, Foto
aus dem Jahr 1894 ![]()
Während der Kreuzzüge nahm das mönchische Leben enormen Aufschwung. 1209
erbaten sich die Mönche vom Patriarchen von Jerusalem,
Albert, eine
verpflichtende Regel, die dann 1226 von Papst Honorius
III. bestätigt wurde. Die ursprüngliche Ordensregel war äußerst streng und
schrieb Armut, Einsamkeit und den Verzicht auf Fleisch vor. Mittelpunkt der
Regel ist: Jeder bleibe in seiner Zelle, Tag und Nacht das Gesetz des Herrn
betrachtend und im Gebet wachend.
Aus Furcht vor den siegreichen Sarazenen flohen viele Mönche nach Europa zurück, vor allem nach Süditalien, aber auch nach England. Anfangs blieben sie bei ihrem strengen Einsiedlerleben: in ständigem Schweigen und unter Verzicht jeglicher Fleischspeisen. Die Karmeliter wurden von dem Engländer Simon Stock in einen Bettelorden umgewandelt. Die Anpassung an die abendländische Lebensweise führte zur Milderung der Vorgaben, nur reformerische Karmeliten hielten sich an die strengere Ordensregelung.
Während des 16. Jahrhunderts bildete sich ein unabhängiger Zweig des Ordens heraus: die Unbeschuhten Karmeliten, die zum Zeichen äußerster Enthaltsamkeit keine Schuhe trugen. 1562 erfolgte mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs durch die spanische Mystikerin Teresa von Ávila die Gründung eines Reformklosters in Ávila mit strengster Klosterzucht. Zusammen mit Johannes vom Kreuz gründete Teresa ab 1568 insgesamt 32 solche Reformklöster für Frauen und Männer; so enstand der einzige Orden mit einem männlichen Zweig, der von einer Frau gegründet wurde. Diese Reform versuchte, den Geist der ursprünglichen Regel von Albert von Jerusalem wiederaufleben zu lassen.
Karmelitinnen vom Karmel Regina Martyrum in Berlin
Von den Nonnenorden der Karmelitinnen ist der Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen der bekannteste. Auch er wurde im 16. Jahrhundert von Teresa von Ávila gegründet. Die Karmelitin widmete ihr Leben völlig der Kontemplation, dem Gebet, der Buße, harter Arbeit und der Stille. Die Nonnen leben in strenger klösterlicher Abgeschiedenheit, essen nie Fleisch, ihre Hauptbeschäftigungen sind Kontemplation, Missionsarbeit und Theologie. Der Karmelitenorden hat einige der bedeutendsten römisch-katholischen Mystikerinnen und Mystiker hervorgebracht.
Karmeliten tragen eine schwarze - auch braune - Tunika, braunes Skapulier und einen weißen Radmantel.
In der deutschen Sprache gibt es bei der Bezeichnung des Ordens eine
Besonderheit: in den süddeutsch-österreichischen Sprachregionen wird der
Begriff Karmeliten
verwendet, in Norddeutschland werden sie Karmeliter
genannt.
Mit Stand von 1989 gehören laut päpstlichem Jahrbuch zum Karmelitenorden 3592 Männer.
Die
deutschen
Karmeliten informieren über ihr Wirken und ihre Einrichtungen.
Die
unbeschuhten
Karmeliten verweisen auf die österreichische Homepage mit Informationen über
den Berg Karmel, die damit verbundenen Spiritulität, über Teresa von Avila und
Johannes vom Kreuz sowie mit links zur weltweiten Ordensgemeinschaft.
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |