die Große)
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Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde als drittes von zwölf Kindern in
einer adligen Familie geboren; ihr Vater war als Jude geboren und 1485 mit
seiner Familie zum Christentum konvertiert. Das wissbegierige, temperamentvolle
und fröhliche Kind wurde von der Mutter fromm erzogen, auf Veranlassung des
Vaters lernte sie Lesen und Schreiben. Der Überlieferung nach wollte sie schon
im Alter von sieben Jahren zusammen mit ihrem Bruder den Märtyrertod im Kampf
gegen die Mauren sterben, im Alter von zwölf Jahren widmete sie ihr Herz nach
dem Tod ihrer Mutter der Gottesmutter Maria.
1530 kam Teresa zur weiteren Erziehung ins Kloster der Augustinerinnen
ihrer Heimatstadt, nach zwei Jahren kam sie aus gesundheitlichen Gründen in ihre
Heimat zurück. 1535 entschloss sie sich unter dem Eindruck der Briefe von
Hieronymus und nach eigener Aussage
aus Angst vor der Ehe und der damit verbundenen Diskrimierung der Frau und aus
Angst vor der Hölle zum Eintritt in den Orden der Karmelitinnen
in Ávila
Der Abschied von der Welt war ihr, so sagte sie später, als trennte sich jeder
einzelne Knochen extra
.
Nach einem Jahr im Kloster brach Teresa zusammen, lag einige Tage im Koma und
fiel vier Tage lang in eine Art Starre, so dass man sie für tot hielt, ihre
Augen bereits mit Wachs verschlossen hatte und sie beinahe lebendig begraben
hätte. Sie blieb noch lange gelähmt und konnte auch drei Jahre später noch nicht
selbst gehen. Teresa hatte danach erste mystische Visionen; mit Standhaftigkeit
überwand sie weitere schwere Krankheiten, Schmerzen und seelische Prüfungen.
1539 kam es vor einem Bild mit dem leidenden Christus
zu einer Bekehrung
und weiterer Vertiefung ihrer Innerlichkeit; in ihrem
Kloster und von der Ordensleitung wurde sie aber oft nicht ernst genommen, ja
bekämpft. Der Tod ihres Vaters 1543, die Lektüre der Confessiones
von
Augustinus und eine weitere
Begegnung mit Christus führten sie 1554 zur - wie sie es nannte - endgültigen
Bekehrung
: der existentiellen Erfahrung, von Gott so sehr geliebt zu werden. In
Franz de Borja fand sie einen
verständigen Förderer. 1556 feierte sie ihre geistige Verlobung mit Christus,
1557 wurde der Jesuit Balthasar Álvarez ihr Seelenführer.
In den folgenden Jahren wurde Teresas Berufung immer deutlicher; aus dem
innigen Gespräch mit den Engeln
wuchsen ihr Kraft, Weisheit und Liebe, die sie
so berühmt machten. 1560 erlebte sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach
Vollkommenheit noch verstärkten. Unter größten Schwierigkeiten und Anfeindungen
ihrer Ordensschwestern setzte sie die Reform des Karmeliterordens
durch - in Erinnerung an die Einsiedler auf dem Berg Karmel
und in Anlehnung an die Reformen bei den Franziskanern,
die ihr neuer Beichtvater Petrus
von Alcántara dort durchgeführt hatte. Nach Widerständen im eigenen Orden
und einer Zeit in Toledo,
wo sie ihre Autobiographie zu schreiben begann, erfolgte 1562 mit Genehmigung
des Papstes und des Ortsbischofs die Gründung eines Reformklosters in Ávila:
der Orden der unbeschuhten Karmelitinnen
mit strengster Klosterzucht war
geboren. Teresas fügte ihrem Namen den Ordensnamen von Jesus
hinzu.
Teresa konnte sich gegen Widerstände ihrer Mitschwestern, der Ordensleitung
und auch weltlicher Behörden behaupten; der päpstliche Nuntius Felipe Sega
hatte sie ein herumvagabundierendes Weib
genannt. Ab 1567 konnte sie vier
weitere Klöster nach den neuen Regeln eröffnen, dann lernte sie 1568 Johannes
vom Kreuz kennen und gründete zusammen mit ihm weitere Reformklöster für
Frauen und für Männer; insgesamt 15 Frauenklöster gehen auf ihr Wirken zurück
und 16 Männerklöster, dazu eine Missionsstation; dies sollten Orte sein, um der
in Europa durch den Protestantismus bedrängten Kirche zu helfen und um für die
Indios in Lateinamerika zu beten, anstatt mit Waffen gegen sie zu kämpfen; in
ihrem Buch der Gründungen
berichtete sie später darüber. Da diese
Reformklöster immer noch dem Karmelitenorden
unterstellt waren, gab es immer wieder Schwierigkeiten; erst 1581 wurde durch
päpstliche Anordnung die Trennung der beiden Zweige und die Eigenständigkeit der
unbeschuhten Karmeliten als
eigener Ordensprovinz anerkannt - nach Teresas Tod, 1593, wurde ein
selbstständiger Orden daraus.
Ihre Schriften bezeugen Teresa als Mystikerin von einer nie zuvor oder danach
erreichten Tiefe des Erlebens. In ihrem ersten Werk, der Autobiografie Buch
meines Lebens
von 1565, beschreibt sie ihren Weg bis zur endgültigen Bekehrung
1554, ihre mystischen Erfahrungen, Verzückungen, Visionen und schließlich die
erste Klostergründung. Edith Stein
bekannte nach der Lektüre dieses Buches: Das ist die Wahrheit.
1566/67
verfasste Teresa ihr Schrift Der Weg zur Vollkommenheit
als Handbuch für das
Leben in ihren Klöstern, das von Liebe, innerer Freiheit und Demut sowie
- wie der zweite Teil lehrt - vom Gebet geprägt sein soll; eine erste
Buchfassung musste sie erneuern, weil sie darin die Inquisition
und die Unterdrückung der Frau in Kirche und Gesellschaft kritisiert hatte.
Das Buch der Gründungen
, entstanden 1573 bis 1582, berichtet von der
Gründung der neuen Klöster und enthält Ausführungen über das Gebet. 1577 schrieb
Teresa Die Seelenburg
, das Buch von den Wohnungen der inneren Burg
, eine
Anleitung zum geistlichen Weg am Beispiel von sieben Wohnungen in einer Burg, wo
der Mensch durch Gottes Handeln zur Vollendung kommt - ein Klassiker der
Weltliteratur. Eine große Zahl weiterer Werke, dazu von schätzungsweise 16.000
geschriebenen Briefen mehr als 400 erhaltene, begründen das ihr zugemessene
Prädikat Doctrix mystica
: Teresa gilt als größte Mystikerin aller Zeiten *,
sie hat in der Mystik dieselbe Bedeutung wie Thomas
von Aquin in der Dogmatik
, so der französische Bischof Jacques Benigne
Bossuet schon Ende des 17. Jahrhunderts. Auf einer Visitationsreise starb sie im
von ihr gegründeten Kloster in Alba
de Tormes, froh, nicht als Häretikerin
aus der Kirche ausgeschlossen
worden zu sein.
Lorenzo Bernini: Transverberation (Durchbohrung des Herzens) der heiligen Teresa, Marmorstatue, 1647 - 52, in der Cappella Cornaro der Kirche S. Maria della Vittoria in Rom
In ihrem Buch der Erbarmungen des Herrn
beschreib sie eine
mystische Erfahrung, die als Transverberation
, Durchbohrung des Herzens
,
berühmt geworden ist und von Lorenzo Bernini in seiner Marmorstatue dargestellt wurde: Ich sah neben
mir, gegen meine linke Seite zu, einen Engel in leiblicher Gestalt ... Er war nicht
groß, sondern klein und sehr schön ... In den Händen des mir erschienenen Engels
sah ich einen langen, goldenen Wurfpfeil, und an der Spitze des Eisens schien mir
ein wenig Feuer zu sein. Es kam mir vor, als durchbohre er mit dem Pfeil einigemal
mein Herz bis aufs Innerste, und wenn er ihn wieder herauszog, war es mir, als
zöge er diesen innersten Herzteil mit heraus. Als er mich verließ, war ich ganz
entzündet von feuriger Liebe zu Gott.
Gott war für Teresa nicht eine ferne, hohe Macht, sondern der Mensch Jesus,
zu dem sie eine innige Freundschaft pflegen konnte. Beten ist nicht nur Gebet
mit Worten, sondern als inneres Gebet
Verweilen bei einem Freund, der uns
liebt
. Das Streben zur Vervollkommnung aus eigener Kraft führe beim Scheitern
zu Neurosen, beim Gelingen zu pharisäerhaftem Stolz; Gottes Vergegenwärtigung
durch inneres Beten aber eröffne das Zutrauen, dass Gott dem Menschen die
Vollkommenheit schenkt - die Nähe zur Rechtfertigungslehre
der Reformation ist deutlich.
Teresas Leib wurde in der Erde bestattet, war aber bei der Erhebung der Gebeine nach zwei Jahren noch völlig unverwest. Jetzt ruhen sie in einem kostbaren Schrein in der Klosterkirche von Alba de Tormes, das bis heute einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte in Spanien ist. 1898 wurde mit dem Bau einer ihr geweihten Basilika begonnen, die aber aus Geldmangel noch immer unvollendet ist. Zum 400. Jahrestag der Seligsprechung 2014 oder zum 500. Geburtstag 2015 soll die Basilika nun fertig werden.
Da Teresas Todestag bereits Gedenktag für Franziskus von Assisi war, legte man bei ihrer Heiligsprechung den Gedenktag auf den Tag danach - also eigentlich auf den 5. Oktober; in ihrem Todesjahr wurde aber der neue gregorianische Kalender eingeführt, was zur Datumsverschiebung um weitere 10 Tage führte.
Kanonisation:
Bereits 1614 wurde Teresa selig gesprochen, 1617 zur Patronin von Spanien
ernannt. 1622 wurde sie heilig gesprochen, 1970 von Papst Paul VI. zur
Kirchenlehrerin ernannt.
Attribute:
mit Buch, Herz mit Inschrift IHS, Engel, Taube, Dornen
Patronin
von Spanien, Ávila,
Alba
de Tormes und Neapel;
der Bortenmacher und spanischen Schriftsteller; in geistlichen Nöten; um die
Gnade, beten zu können; für ein innerliches Leben; gegen Kopf- und Herzleiden
Bauernregeln:
Zu Terese stets beginnt / die Weinlese, weiß jedes Kind!
Zu Theres' / beginnt die Weinles'.
* Unsere Leserin Birgit John von der
Gruppe
Mystik bei rpi-virtuell bemerkt richtig: Dass Teresa von Avila eine große
Mystikerin war, wird niemand bestreiten wollen. Dennoch halte ich eine solche
Klassifikation für sehr ungut. Nicht nur, dass nach meiner christlichen
Auffassung - wenn überhaupt - Jesus
als größter Mystiker bezeichnet werden sollte; auch denke ich, dass eine
'Rangordnung' unter Mystikern / Heiligen an sich dem widerspricht, was diese
Menschen selbst für Werte vertreten haben.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Die
Karmeliten in Österreich schildern das Leben
und Wirken von Teresa auf einer Webseite.
Teresas
Schrift Der Weg zur
Vollkommenheit
gibt es komplett in englischer Sprache, ebsonso ihre
Autobiographie.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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