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Ökumenisches Heiligenlexikon

Adam

Gedenktag katholisch: 23. Januar, 24. Dezember

Gedenktag evangelisch: 24. Dezember (EKD)
                                            19. Dezember (LCMS)

Gedenktag orthodox: vorletzter Sonntag im Advent
Erinnerung an die Vertreibung aus dem Paradies: letzter Sonntag vor der Fastenzeit (= Käsesonntag/Sonntag der Vergebung)

Gedenktag armenisch: 26. Dezember
liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Verklärungssonntag
Gedächtnis der Vertreibung aus dem Paradies: 2. Sonntag der Fastenzeit

Gedenktag koptisch: 1. April

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 1. April

Gedenktag syrisch-orthodox: 29. August, Dienstag nach Ostern
Todestag im Alter von 930 Jahren
Tag seiner Erschaffung und Todestag: 6. April

Name bedeutet: der Mann aus Erde/der Mensch (hebr.)

Urvater der Menschheit
* (nach jüdischer Zeitrechnung:) 13. Oktober 3761 v. Chr.
† (nach jüdischer Zeitrechnung:) 2831 v. Chr.

Michelangelo: Erschaffung des Menschen. Fresko von 1508 - 1512 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Michelangelo: Erschaffung des Menschen. Fresko von 1508 - 1512 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

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Adam und Eva waren nach dem biblischen Schöpfungsbericht in 1. Mose 2, einer theologischen Lehrerzählung, die Stammeltern der Menschheit. Als Nebel das Land befeuchtet hatte, konnten Sträucher und Bäume wachsen, da bildete Gott den Adam aus dem Lehm der Ackererde und blies ihm den Lebens-Odem ein. Gott pflanzte dann den Garten Eden, das Paradies, mit den vier Paradiesströmen Geon, Physon, Euphrat und Tigris, mit dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis. Adam wurde in den Garten gesetzt und erhielt das Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Dann wurden die Tiere erschaffen, und Adam gab ihnen ihre Namen. Nachdem unter den Tieren kein rechter Gefährte für Adam zu finden war, unternahm Gott einen zweiten Versuch: Adam wurde in tiefen Schlaf versetzt, aus einer Rippe wurde Eva erschaffen.

Werkstatt des Ludwig Henfflin: Adam und Eva müssen arbeiten, Buchmalerei, 1477, in der Universitätsbibliothek in Heidelberg

Werkstatt des Ludwig Henfflin: Adam und Eva müssen arbeiten, Buchmalerei, 1477, in der Universitätsbibliothek in Heidelberg

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Die Geschichte vom Sündenfall 1. Mose 3 erzählt, wie eine Schlange Eva überredete, gegen das Verbot eine Frucht vom Baum der Erkenntnis zu brechen und ihn Adam zu reichen. Als er davon gegessen hatte, wurden ihnen die Augen aufgetan - sie erkannten, dass sie nackt waren, und versteckten sich vor Gott, der im Paradiesgarten spazieren ging. Gott aber rief sie zur Verantwortung, ließ sie durch einen Engel - nach traditioneller Auffassung war es Michael - mit dem Flammenschwert aus dem Paradies vertreiben, bekleidete sie aber zu ihrem Schutz mit Fellgewändern. Statt mit dem Tod, wie angedroht, bestrafte der gnädige Gott nur mit dem Ausschluss aus dem Paradiesgarten - nach dem Koran geschah dies 100 Jahre nach der Schöpfung.

Adam und Eva wurden - nach der Apokalypse des Mose 18 Jahre nach der Vertreibung aus dem Paradies - Kain und Abel geboren (1. Mose 4) und - als nach der genannten Apokalypse Adam 130 Jahre alt war, also im Jahr 3631 v. Chr. - == Set, danach weitere Söhne und Töchter (1. Mose 5).

Adams Tod 800 Jahre nach Seths Geburt wird u. a. im apokryphen Nikodemus-Evangelium berichtet. Die Szene bildet das Vorspiel zur Legende von der Kreuzfindung der Helena: Als Adam sich zum Sterben legte, bat sein Sohn Set an der Paradiesestür um das Öl der Barmherzigkeit vom Baum des Lebens, damit sein Vater gesund werde. Der Erzengel Michael wies ihn zurück, denn diese Möglichkeit bestehe erst in 5500 Jahren; er gab ihm aber einen kleinen Zweig vom Baum der Erkenntnis. Bei Sets Rückkehr war Adam schon gestorben; Set pflanzte den Zweig auf sein Grab. Der Baum, der daraus wuchs, wurde nach einer Reihe von anderen Verwendungen zum Holz des Kreuzes Jesu.

Nach anderen früh verbreiteten Legenden wurde Adam auf Golgota in Jerusalem begraben, durch das Erdbeben beim Kreuzestod Christi wurde sein Schädel sichtbar. Daher ist bei vielen Kruzifixen und Kreuzigungsszenen ein Totenkopf oder ein ganzes Skelett zu Füßen des Kreuzes dargestellt; diese Symbolik bezieht sich auch auf Paulus (Römerbrief 5, 14).

Die westliche Kirche gedenkt Adam als Vorfahre Jesu.

Späte talmudische Überlieferung aus dem 9. Jahrhundert kennt als Adams erste Frau Lilith in Anlehnung an die alte sumerische und altorientalische Dämonin Lildu/Lili-tu, die demnach die Ursache für die Vertreibung aus dem Paradies war.

Patron der Gärtner und Schneider
Bauernregel: Wie's Wetter zu Adam und Eva war, / so bleibt's wohl bis zum End' vom Jahr.

Catholic Encyclopedia

Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Adam umfassende und fundierte Informationen.




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• Prof. Helmut Bouzek aus Wien, E-Mail vom 20. Februar 2012