Ökumenisches Heiligenlexikon

Adam

Gedenktag katholisch: 24. Dezember
Gedenktag evangelisch: 24. Dezember (EKD)
                                                 19. Dezember (LCMS)
Gedenktag orthodox: vorletzter Sonntag im Advent
Gedenktag armenisch: 26. Dezember
     liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Verklärungssonntag
     Gedächtnis der Vertreibung aus dem Paradies: 2. Sonntag der Fastenzeit
Gedenktag koptisch: 1. April
Name bedeutet: Mann aus Erde / Mensch (hebr.)
Urvater der Menschheit
Michelangelo: Erschaffung des Menschen. Fresko von 1508 - 1512 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan

Michelangelo: Erschaffung des Menschen. Fresko von 1508 - 1512 in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan   

Adam und Eva waren nach dem biblischen Schöpfungsbericht in 1. Mose 2, einer theologischen Lehrerzählung, die Stammeltern der Menschheit. Als Nebel das Land befeuchtet hatte, konnten Sträucher und Bäume wachsen, da bildete Gott den Adam aus dem Lehm der Ackererde und blies ihm den Lebens-Odem ein. Gott pflanzte dann den Garten Eden, das Paradies, mit den vier Paradiesströmen Geon, Physon, Euphrat und Tigris, mit dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis. Adam wurde in den Garten gesetzt und erhielt das Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Dann wurden die Tiere erschaffen, und Adam gab ihnen ihre Namen. Nachdem unter den Tieren kein rechter Gefährte für Adam zu finden war, unternahm Gott einen zweiten Versuch: Adam wurde in tiefen Schlaf versetzt, aus einer Rippe wurde Eva erschaffen.

Werkstatt des Ludwig Henfflin: Adam und Eva müssen arbeiten, Buchmalerei, 1477, in der Universitätsbibliothek in Heidelberg

Werkstatt des Ludwig Henfflin: Adam und Eva müssen arbeiten, Buchmalerei, 1477, in der Universitätsbibliothek in Heidelberg   

Die Geschichte vom Sündenfall 1. Mose 3 erzählt, wie eine Schlange Eva überredete, gegen das Verbot einen Apfel vom Baum der Erkenntnis zu brechen und ihn Adam zu reichen. Als er davon gegessen hatte, wurden ihnen die Augen aufgetan - sie erkannten, dass sie nackt waren, und versteckten sich vor Gott, der im Paradiesgarten spazieren ging. Gott aber rief sie zur Verantwortung, ließ sie durch einen Engel - nach traditioneller Auffassung war es Michael - mit dem Flammenschwert aus dem Paradies vertreiben, bekleidete sie aber zu ihrem Schutz mit Fellgewändern. Statt mit dem Tod, wie angedroht, bestrafte der gnädige Gott nur mit dem Ausschluss aus dem Paradiesgarten.

Adam und Eva wurden Kain und Abel (1. Mose 4), Seth und weitere Söhne und Töchter (1. Mose 5) geboren.

Adams Tod wird u.a. im apokryphen Nikodemus-Evangelium berichtet. Die Szene bildet das Vorspiel zur Legende von der Kreuzfindung der Helena: Als Adam sich zum Sterben legte, bat sein Sohn Set an der Paradiesestür um das Öl der Barmherzigkeit vom Baum des Lebens, damit sein Vater gesund werde. Der Erzengel Michael wies ihn zurück, denn diese Möglichkeit bestehe erst in 5500 Jahren; er gab ihm aber einen kleinen Zweig vom Baum der Erkenntnis. Bei Sets Rückkehr war Adam schon gestorben; Set pflanzte den Zweig auf sein Grab. Der Baum, der daraus wuchs, wurde nach einer Reihe von anderen Verwendungen zum Holz des Kreuzes Jesu.

Nach anderen früh verbreiteten Legenden wurde Adam auf Golgatha in Jerusalem begraben, durch das Erdbeben beim Kreuzestod Christi wurde sein Schädel sichtbar. Daher ist bei vielen Kruzifixen und Kreuzigungsszenen ein Totenkopf oder ein ganzes Skelett zu Füßen des Kreuzes dargestellt; diese Symbolik bezieht sich auch auf Paulus (Römerbrief 5, 14).

Die westliche Kirche gedenkt Adam als Vorfahre Jesu.

Patron der Gärtner und Schneider
Bauernregel: Wie's Wetter zu Adam und Eva war, / so bleibt's wohl bis zum End' vom Jahr.

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988



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