Gedenktag katholisch: 29. September
Fest
Tag der Erscheinung auf dem Monte Gargano: 8. Mai
Widmung der Kirche St. Michael auf dem Monte Tumba (Mont St-Michel): 16. Oktober
Gedenktag evangelisch: 29. September
Fest
Gedenktag anglikanisch: 29. September
Gedenktag orthodox: 8. November
Erinnerung an das Wunder in Chonai / Kolossä im 4. Jahrhundert: 6. September
Gedenktag armenisch: 8. November
liturgische Feier am 8. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
Wunder in Kolossä: 6. September
Gedenktag koptisch: 12. Tag jedes koptischen Monats
Name bedeutet: Wer ist wie Gott? (hebr.)
Martin Schongauer: Michael und der Drache, Radierung, 1470, im Museum of Art in
Cleveland, Ohio / USA 
Michael war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte (1. Mose 3, 23 - 24) und der Seth einen Zweig vom Baum der Erkenntnis reichte. Er zeigte Hagar, der von Abrahams eifersüchtiger Frau Sara vertriebenen Magd, die Quelle zur Rettung ihres und ihres Sohnes Leben (1. Mose 16, 7 - 12). Michael gilt als einer der drei Männer, die Abraham besuchten (1. Mose 18, 1 - 16), er hinderte Abraham, den == Isaak zu töten (1. Mose 22, 11 - 18), und er rang mit Jakob (1. Mose 32, 24 - 29). Michael teilte demnach das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten (2. Mose 14, 19 - 22), führte das Volk Israel ins gelobte Land und kämpfte mit dem Teufel um die Seele von == Mose.
Michael erschien den Jünglingen im Feuerofen bei Daniel und rettete sie
(Daniel 3, 25 - 26), er stand Daniel in dessen Kampf gegen das Perserreich bei (Daniel 10, 13) und für die Endzeit gilt die
Verheißung: Zu jener Zeit wird sich Michael erheben, der große Engelfürst, der die Söhne deines Volkes beschützt ...
Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden ... Und viele von denen, die schlafen im Erdenstaube, werden erwachen.
(Daniel 12, 1 - 2). Der starke Michael hielt auch Habakuk an den Haaren über
der Löwengrube.
Peter Anton von Verschaffelt: Bronzefigur, 1753, auf der
Engelsburg
in Rom
In den Darstellungen der Johannes-Offenbarung erfüllt Michael seine besondere Aufgabe beim jüngsten Gericht: seine
Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die Frau mit dem Kinde
und tötet im endzeitlichen Kampf -
gerüstet und mit großen Flügeln - den Drachen zu seinen Füßen (Offenbarung 12, 4 - 7). Michael wird auch als der
Engel identifiziert, der den Drachen in den Abgrund stürzt (Offenbarung 20, 2 - 3); der
Drache ist das Symbol der gottfeindlichen Mächte - Michael ist also der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang
streitig macht. Er wird nach Kommentaren zur Offenbarung beim Erscheinen des Antichrist auch diesen töten. So verhindert
Michael die uneingeschränkte Herrschaft des Satans in der Zeit bis zum jüngsten Gericht und besiegt diesen dann endgültig.
Hans Memling: Michael beim Jüngsten Gericht. Altarbild (Ausschnitt), 1467-71, im Muzeum Narodowe in Danzig /
Gdansk 
Im Judasbrief (9) wird eine jüdische Legende zitiert, in der Michael mit dem Teufel um den Leichnam von == Mose stritt.
Der Teufel beanspruchte Mose für sich, weil er doch zum Mörder an dem Ägyptischen Aufseher geworden war (2. Mose 2, 12).
Doch Michael widerspricht, entreißt dem Teufel den Leichnam und geleitet ihn gen Himmel.
Cyrill von Jerusalem wagte in einer Predigt zu sagen: Als
Christus auf die Erde zu den Menschen kommen wollte, erwählte der
Vatergott eine gewaltige Kraft, die Michael hieß, und vertraute Christus ihrer Fürsorge an.
Michael wird oft als der Kämpfer dargestellt, der gleich zu Beginn der Schöpfung, noch vor der Erschaffung der Welt,
Luzifer aus dem Himmel stürzte. Alter Tradition zufolge half er Josua beim Sieg
Israels gegen die Amalekiter (2. Mose 17, 13). Michael gilt als der Seelengeleiter - darin ältesten Vorstellungen vom
ägyptischen Thot und von Hermes in der griechischen Mythologie entsprechend - und hält die Seelenwaage; noch heute wird
er deshalb im Totenoffizium der katholischen Kirche angerufen mit der Bitte, dass der Bannerträger Sankt Michael die
Seelen ins heilige Licht führe
. Michael empfängt demnach die Seligen im Paradies, so wie
Petrus an der Himmelspforte.
Skupltur: Michael, der Drachentöter, an der Kirche
in Monte Sant'Angelo auf dem Gargano 
Michael war der Fürst der Synagoge
und gilt als der Fürst der Kirche
, er wird barmherzig
und
langmütig
genannt, obwohl - oder gerade weil - er als der ranghöchste Engel gilt. Mit
Raphael, Gabriel und
Uriel ist Michael einer der vier Erzengel.
Michaels Verehrung kam im 4. Jahrhundert im Osten auf. Schon Mitte des 5. Jahrhunderts weihte Papst
Leo I. ihm an einem 29. September die Kirche S. Michele in
Rom. Europas ältestes Michaelsheiligtum ist
Monte Sant'Angelo auf dem Gargano in Süditalien;
am 8. Mai 492 soll der Erzengel den dort lebenden Menschen erschienen sein und verkündet haben: Diese Grotte ist mir
heilig, ich habe sie mir erwählt, ich selbst will ihr Beschützer sein. Dort, wo sich der Fels öffnet, werden die Sünden
der Menschen vergeben.
Das über der Grotte erbaute Sanktuarium war eine wichtige Etappe der Pilger und
Kreuzfahrer, die von Norditalien ins Heilige Land reisten. Michael wurde der Schutzherr
der Römisch-Katholischen Kirche, später des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Viele Kirchen und Bergkapellen sind
ihm geweiht, die bekannteste ist vermutlich die der Überlieferung nach 709 unter Bischof
Autbert von Avranches - angeblich auf Michaels Geheiß - auf dem
Mont Tombe entstandene und dann nach ihm benannte Kirche
Mont St-Michel in der Normandie auf einer
Insel, die zuvor ein keltisches Heiligtum krönte. Die Normannenherzöge, die Michael als Kriegspatron verehrten, bauten die
Kapelle in drei Phasen zum Kloster mit der heutigen Kirche aus und schufen das als Wunder des Abendlandes
berühmte
Bauwerk.
Michaels Grotte in der Kirche Monte Sant'Angelo auf dem Gargano
Während des 100jährigen Krieges blieb die Insel normannisches Land, das von den Engländern nicht erobert werden konnte, und wurde zum nationalen Symbol für Frankreich. Im Spätmittelalter gab es eine Kinderwallfahrt zum Mont St-Michel, an der auch Kinder aus Süddeutschland und der Schweiz teilnahmen. König Ludwig XI. benützte das Kloster dann als Gefängnis für widerständische Mönche; diese Funktion bewahrte es auch vor Zerstörung in der Französischen Revolution, bis 1853 blieb es Zuchthaus für politische Häftlinge. 1872 begann die Restaurierung, 1897 wurde sie abgeschlossen mit der Anbringung der goldenen Statue von Michael auf der Turmspitze. Seit 1966 gibt es wieder ein paar Mönche mit Gastrecht, seit 1984 gehört die Insel mit ihrem imposanten Bauwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Insel mit dem Kloster auf dem Mont St-Michel
Michaels Fest wurde auf dem Konzil von Mainz
813 durch Ludwig den Frommen festgelegt auf die zuvor der Verehrung des germanischen Gottes Wotan gewidmete Woche ab
Herbstbeginn. In der Gegenreformation wurden Siegesdarstellungen von Michael vielfach gegen politische und religiöse
Gegner verwandt. Die Gestaltung des Satans und der gefallenen Engel als hermaphroditische Monster bezichtigte dabei die
protestantischen Gegner auch sexueller Ausschweifungen. 1886 ordnete Papst Leo XIII. an, dass Michael nach der Messe
angerufen wird zum Schutz vor Satan und den anderen bösen Geistern
. Seit 1921 wurde Michaels Gedenktag in der
katholischen Kirche der für Gabriel und
Raphael hinzugefügt.
Willem Rottermondt (1701-1755): Michael, Bleiguss-Statue über dem Tor der Universität in
Bonn, wo einst der Michaelsorden seinen Sitz
hatte. Bildautor Frank Luerweg / Uni Bonn 
Als Wetter- und Lostag zum Ende des Vierteljahres war der Michaelistag den Bauern wichtig, vielerorts Anlass für Feste, am bekanntesten ist wohl der Dürkheimer Michaelismarkt, auch Wurstmarkt genannt. Seit 1969 wird zum Michaelistag auch der Erzengel Gabriel und Raphael gedacht.
Attribute:
Engel mit (flammendem) Schwert, mit Helm, als Ritter den Drachen durchbohrend, Stab, Waage
Patron
von Neudenau an der Jagst; der katholischen
Kirche und der vatikanischen Gendarmerie; der Deutschen; der Ritter, Soldaten, Fallschirmjäger *,
Kaufleute, Bäcker, Waagenhersteller, Eicher, Apotheker, Sanitäter, Drechsler, Schneider, Glaser, Maler, Vergolder, Blei-
und Zinngießer, Bankangestellten und Radiomechaniker; der Armen Seelen, Sterbenden und der Friedhöfe; für einen guten Tod;
gegen Blitz und Unwetter
Michael mit Botenstab und kreuzbekrönter Weltkugel. Elfenbeinrelief aus dem 6. Jahrhundert, im Britischen Museum in London
Bauernregeln:
Ist die Nacht vor Michaelis hell, so soll ein strenger und langer Winter folgen; regnet es aber an Michaelis, so soll der
nächste Winter sehr gelind sein.
Regnet's an Michaelis ohne Gewitter, folgt meist ein milder Winter; ist es aber an Michaelis und an
Gallus trocken, dann darf man auf gutes, trockenes Frühjahr hoffen.
Wenn die Zugvögel nicht ziehen vor Michael, wird es nicht Winter vor
Weihnachten.
Sind um Michael die Vögel noch hier, / haben bis Weihnachten
lind Wetter wir.
Von Michel und Hieronymus, /
mach' aufs Weihnachtswetter den Schluss.
Regnet's sanft am Michaelstag, / sanft auch der Winter werden mag.
Bringt St. Michael Regen, / kannst Du gleich den Pelz anlegen.
Kommt Michael heiter und schön, / wird es noch vier Wochen so weiter geh'n.
Gibt Michaeli Sonnenschein, / wird's in zwei Wochen Winter sein.
Wie der Hirsch an Ägidi in die Brunft tritt, so tritt er an Michaeli
wieder heraus.
Auf nassen Michaelitag / ein nasser Herbst folgen mag.
Vor Michel sä' mit halber Hand - dann aber streu mit ganzer Hand!
Um Michaeli in der Tat / gedeiht die beste Wintersaat.
Es holt herbei Sankt Michael / die Lampe wieder und das Öl.
* Das Patronat für Fallschirmjäger ist nicht offiziell, es hat sich seit dem 2. Weltkrieg
herausgebildet und wird vom
Europäischen
Militär-Fallschirmsprungverband gepflegt.
Tapisserie: Michaels Erscheinung am Monte Sant'Angelo
auf dem Gargano, Vatikanische Museen in Rom

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