Gedenktag katholisch: 10. August
Fest, bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
und im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
Diözesankalender Köln
Hochfest in der Stadt Wuppertal
in Merseburg: Ankunft der Gebeine: 15. November
Gedenktag evangelisch: 10. August
Gedenktag anglikanisch: 10. August
Gedenktag orthodox: 10. August
Gedenktag armenisch: 11. August
Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte oder: Mann aus Laurentum (latein.)
Fra Angelico:
Laurentius wird von Papst Sixtus II.
zum Diakon ordiniert, Fresko, 1447 - 49, in der Cappella Niccolina im
Papstpalast im Vatikan

Laurentius war einer der sieben Diakone der Christengemeinde in Rom, also für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig. Er starb tatsächlich wohl durch Enthauptung, nicht auf dem legendären Rost.
Als der römische Bischof Sixtus II.
unter dem Christenverfolger Valerian festgenommen und enthauptet wurde, war sein
Diakon Laurentius der Überlieferung nach verzweifelt, dass er nicht wert
erachtet wurde, diesen Tod zu teilen. Sixtus tröstete ihn mit der Verheißung,
dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde, und erteilte ihm den Auftrag, den
Kirchenschatz den Leidenden und Armen auszuteilen. Kaiser Valerian erhob
Anspruch auf diese Schätze; um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, wurde der
mehrfach gegeißelt, erbat sich jedoch drei Tage Bedenkzeit, verteilte während
dieser Frist die Güter und präsentierte dann die beschenkten und christlich
gewordenen Armen dem Kaiser als die wahren Schätze der Kirche
. Der erboste
Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten
legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen und
befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf
einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte er sich
seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der
Braten sei auf der einen Seite schon gar. Sein Kerkermeister Hippolytus,
durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt, begrub ihn.
Legenden berichten, unter den Schätzen sei auch der Originalkelch gewesen, den Jesus beim Abendmahl benutzt habe und der von Petrus nach Rom mitgebracht worden sei. Laurentius habe ihn dann durch einen spanischen Soldaten nach Huesca in Aragonien bringen lassen. Als im 8. Jahrhundert die Mauren Spanien eroberten, versteckten Christen das kostbare Gefäß in einer Höhle, schliesslich in der Klosterburg von San Juan de la Peña im Pyrenäenvorland, bis er 1437 nach Valencia kam. Der heute im Kapitular-Saal der Kathedrale in Valencia verehrte Kelch - juwelengeschmückt und aus grünem Achat -, mit dem 1982 Papst Johannes Paul II. die Messe feierte, sei der sagenumwobene Heilige Gral - der nach anderer Überlieferung von Joseph von Arimathaia nach England gebracht wurde.
Laurentius' Grab und sein Fest sind im Martyrologium des Hieronymus erwähnt. Damasus I. verfasste eine Inschrift. Mehrere Legenden über Laurentius stammen schon aus dem 4. Jahrhundert. Ergänzende Schilderungen enthält die Leidensgeschichte des == Polycronius in mehreren Überlieferungsschichten vom Ende des 5. bis zum Beginn des 7. Jahrhunderts.
Laurentius ist einer der meistverehrten Heiligen der katholischen Kirche, in
Rom
erhielt er fast die Bedeutung von Petrus
und Paulus. Die 330 durch Konstantin
errichtete Basilika wurde durch eine Treppe mit
Laurentius' Grab verbunden. Über dem Grab errichtete Papst Pelagius II. um 585 eine
Basilika mit Empore, die Papst Honorius III. um 1223 erweitern ließ. Diese Kirche S.
Lorenzo fuori le Mura gehört zu den fünf römischen Hauptkirchen; in der Krypta ruhen seine Gebeine
zusammen mit denen des Stephanus
in einem antiken Sarkophag; die beiden gelten als die Protomärtyrer
, die
besonders vorbildlichen oder Erzmärtyrer. Weitere 30 Kirchen in Rom sind nach
Laurentius benannt.
Nach dem Sieg von Kaiser Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg am Laurentiustag 955 verbreitete sich sein Kult noch stärker. In Deutschland mehrten sich vom 13. Jahrhundert an die Darstellungen des besonders beliebten Märtyrers. Das Haupt von Laurentius gilt als eine der kostbarsten Reliquien überhaupt; es lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach, nun ruht es im Tresor im Vatikan; eine weitere Kopfreliquie ist in der Schatzkammer der Kathedrale in Dubrovnik.
Der Rost, auf dem Laurentius angeblich gemartert wurde, in der Kirche S. Lorenzo fuori le Mura in Rom
Laurentius ist für Bauern der erste Herbstbruder
zum Beginn des Anbaus der
Feldfrüchte des Herbstes. Laurentiustränen
sind Sternschnuppen in den
August-Nächten. Laurentiusbrot
wurde früher gesegnet und dann an Arme, oft
auch an das Vieh, verteilt. Laurenzilorbeer
, die oft meterhohe, gelbblütige
Goldrute, gilt als Heilmittel für verschiedene Krankheiten. Geweihte
Laurenzikohlen
schützen vor Feuer, der Laurentiussegen
schützt bei Feuer und
bei brennenden seelischen Qualen. Die Winzer bringen ihm an seinem Tag ihre
Erstlingstrauben dar, nach ihm ist die Rebsorte St. Laurent benannt.
Laurentius' Gedenktag fällt jedes Jahr mit dem Erscheinen besonders vieler Sternschnuppen
zusammen; ebenso wie an den Tagen darauf gibt es nun besonders viele Sternschnuppen zu sehen sind.
Im Volksmund werden diese in der Erdatmosphäre verglühenden Gesteinsbrocken Laurentius-Tränen
genannt. Fachleute bezeichnen diese Meteoriten als Perseidenstrom
, ihr scheinbarer
Ursprung liegt im Sternbild Perseus; tatsächlich sind es Partikel einer Staubspur, die der
Komet Swift-Tuttle im Jahr 1862 hinterlassen hat.
Attribute:
auf dem Rost, mit Geld oder Broten
Patron
von Spanien, Rom,
Nürnberg,
Duderstadt,
Merseburg,
Havelberg,
Wuppertal
und Kulm - dem heutigen Chelmno
in Polen; der Armen, Bibliothekare, Archivare, Schüler, Studenten, Köche, Bäcker,
Konditoren, Bierbrauer, Wirte, Wäscherinnen, Büglerinnen, Glasbrenner, Köhler, Glaser;
der Feuerwehr, der Weinberge; für Gedeihen der Weintrauben; für die armen Seelen;
gegen Feuersbrunst, Brandwunden, Augenleiden, Hexenschuss, Ischias,
Hauterkrankungen, Pest, Fieber und die Qualen des Fegefeuers
Bauernregeln:
Wenn es am Laurentiustag schön und heiter ist, soll ein freundlicher Herbst folgen.
An Laurenzi, es ist Brauch, / hört das Holz zu wachsen auf.
Kommt Laurentius daher, / wächst das Holz nicht mehr.
Ist Lorenz und auch Bertl
schön / wird der Herbst gar gut ausgehn.
Laurentius im Sonnenschein, / wird der Herbst gesegnet sein.
Kommt St. Lorenz mit heißem Hauch / füllt er dem Winzer Fass und Bauch.
Sollen Trauben und Obst sich mehren, / müssen mit Lorenz die Gewitter aufhören.
Ist Lorenz und auch und Bertl
schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.
Lorenzi gut, / einen schönen Herbst verheißen tut.
Wie Lorenz und Barthel
sind / wird der Winter - rauh oder lind.
Regnet's am St.-Laurenz-Tag, / gibt es große Mäuseplag.
Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht / ganz sicher mit Sternschnuppenpracht.
Über
Laurentius als Stadtpatron
von Duderstadt und über die Bedeutung und Geschichte der Patrone von Städten
allgemein informiert ausführlich Klaus Graf von der Uni in Koblenz.
Über
den Gral im Kloster San
Juan de la Peña informiert die Webseite Die
Schale und der Stein
. Angeblich wissenschaftliche Thesen über Laurentius
und den Abendmahlskelch gibt es im Artikel Ist
der Heilige Gral eine Fiktion oder Realität?
bei Zenit. Anlässlich der
Benutzung dieses Kelches durch Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 berichtete
kath.net ausführlich über den Gral.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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