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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ambrosius von Mailand

Gedenktag katholisch: 7. Dezember
gebotener Gedenktag
bedacht im spanisch-mozarabischenDer mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet
Hochfest im Erzbistum Mailand (als Diözesan- und Stadtpatron)
Diözesankalender des Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teils des Bistums Lugano (als zweiter Patron dieses Diözesanteils)
nichtgebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
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Todestag: 4. April

Gedenktag evangelisch: 4. April (EKD)
                                            7. Dezember (ELCA, LCMS)

Gedenktag anglikanisch: 7. Dezember

Gedenktag orthodox: 4. April, 7. Dezember

Gedenktag armenisch: 7. Dezember

Gedenktag koptisch: 6. Dezember

Gedenktag syrisch-orthodox: 7. Dezember, 21. Dezember

Name bedeutet: der Unsterbliche (abgeleitet von der Götterspeise der griech. Mythologie)

Bischof von Mailand, Kirchenvater
* 339 (?) in Trier in Rheinland-Pfalz
† 4. April (?) 397 in Mailand in Italien

Kartenskizze Kartenskizze

Mosaik in der Kirche S. Ambrogio, um 470. Diese älteste Darstellung von Ambrosius ist wohl das älteste erhaltene Portrait eines Heiligen überhaupt

Mosaik in der Kirche S. Ambrogio, um 470. Diese älteste Darstellung von Ambrosius ist wohl das älteste erhaltene Portrait eines Heiligen überhaupt

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Ambrosius wurde als jüngster Sohn des römischen Statthalters für Gallien geboren. Seine Mutter war eine überzeugte Christin. Von zahllosen Legenden wird die des Bienenschwarms über der Wiege des Kindes oft in Darstellungen festgehalten: Bienen ließen sich auf dem Säugling nieder ohne ihn zu verletzen und träufelten Honig in seinen Mund; sie hatten ihm die honigsüße Sprache seiner späteren Schriften und seiner Hymnen, besonders des Ambrosianischen Lobgesangs, vermittelt.

Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Rom, wo Ambrosius eine umfassende Bildung erhielt und bald eine steile Karriere als Politiker machte, die in Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica - begann. Von Kaiser Valentinian wurde er 370 zum Statthalter für Ligurien und die Emilia in Oberitalien ernannt mit Sitz in Mailand. Das Volk liebte und achtete ihn, weil er Milde und Gerechtigkeit walten ließ.

374 wurde Ambrosius ob dieser Beliebtheit zum Bischof von Mailand gewählt: bei der Wahl des Nachfolgers für den verstorbenen Bischof Auxentius, der Anhänger des Arianismus gewesen war, waren heftige Streitigkeiten zwischen der orthodoxen und der arianischen Bevölkerung ausgebrochen; als Führer der Verwaltung nahm Ambrosius an der Wahl als Beobachter teil. Er war noch nicht getauft, lebte aber im Katechumenat, der mehrjährigen Lehr- und Einführungszeit in den christlichen Glauben, die normalerweise mit der Aufnahme in die Kirche durch die Taufe in der Osternacht abgeschlossen wurde. Ambrosius wurde vorgeschlagen und von beiden Parteien akzeptiert, er wurde getauft und eine Woche später, am 7. Dezember, zum Bischof geweiht - daher sein Gedenktag. Seinen Besitz verkaufte er und schenkte ihn den Armen.

Ambrosius studierte Theologie und lernte, Bischof zu sein. Er war eifrig als Seelsorger und kümmerte sich intensiv um Arme, die ihn belagerten, so dass man oft nicht bis zu ihm vordringen konnte; er war ein großer Beter und galt bald schon als begnadeter Prediger. Energisch verteidigte er die Rechte und die Unabhängigkeit der Kirche gegenüber staatlichen Übergriffen: Der Kaiser steht innerhalb der Kirche, nicht über ihr. Viele Schwierigkeiten bereitet ihm die Auseinandersetzung mit Justina, der Mutter des Kaisers Valentinian, und ihren arianischen Anhängern. Zur Eindämmung des Arianismus setzte er auch in Sirmium einen kirchentreuen Bischof - gegen den Wunsch des Kaisers- durch. Kaiser Theodosius I. nötigte er, öffentlich Reue und Buße zu bekunden, weil er ein Massaker an Aufständischen in Thessaloniki angeordnet und 7000 Menschen im Zirkus hatte umbringen lassen. Kaiser Gratian bewog er, 383 die staatlichen Zuwendungen an den römischen Götterkult einzustellen und den Altar der Siegesgöttin Victoria aus der Kurie, dem Sitzungsgebäude des Senats von Rom, zu entfernen. 391 verbot der Kaiser auf Ambrosius' Drängen alle heidnischen Kulte; der Kaiser legte nun den Titel Pontifex maximus, also seine priesterliche Funktion, ab und erhob das Christentum zur alleinigen Staatsreligion, womit die Anerkennung des Christentums durch Konstantin nun durch dessen Monopolstellung endgültig unumkehrbar wurde.

Michael Pacher: Altar der Kirchenväter, rechter Seitenflügel, um 1483, in der Alten Pinakothek in München

Michael Pacher: Altar der Kirchenväter, rechter Seitenflügel, um 1483, in der Alten Pinakothek in München

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Ambrosius verhinderte die Ausbreitung des Arianismus und verschaffte dem beim 1. Konzil von Nicäa beschlossenen Glaubensbekenntnis allgemeine Geltung. 386 widerstand er erfolgreich dem Versuch von Kaiser Valentinian, den Arianismus in Mailand wieder einzuführen. Gewaltanwendung lehnte Ambrosius in religiösen Fragen ab, verurteilte deshalb die Hinrichtung Priscillians - des Begründers des Priscillianismus und ersten als Irrlehrer von der Kirche 385 in Trier zum Tod Verurteilten. Den Wiederaufbau einer 388 von aufgebrachten Christen in Callinicum - dem heutigen Ar-Raqqa in Syrien niedergebrannten Synagoge lehnte er aber ab; nachdem der Kaiser dem Ortsbischof den Wideraufbau befohlen hatte, bewog Ambrosius Theodosius I. zur Rücknahme des Befehls.

Besonderer Schwerpunkt seines seelsorgerlichen Wirkens war die Einführung in den Glauben, besonders für Taufbewerber und die Neophyten, die neu Aufgenommenen in der Zeit nach ihrer Taufe, aber auch in vielen Predigten. Gottes Gegenwart im Wort und den Sakramenten war Mittelpunkt seiner Lehre, die tägliche Feier der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und Bibellektüre waren ihm zentrales Anliegen. Ohne Asket zu sein, pries er besonders die Jungfräulichkeit und förderte die Verehrung der Märtyrer. Daneben war er immer politisch tätig, unternahm Reisen im Auftrag des Kaisers und sicherte seine kirchlichen Interessen.

Ambrosius verfasste exegetische Kommentare - so eine Auslegung der Schöpfungsgeschichte mit dem Titel Exameron, sechs Tage und einen Lukaskommentar - sowie ein Kompendium zur christlichen Ethik und zur Unterrichtung der Neugetauften bestimmte Werke; seine Vorbilder waren Philo, Origenes und Basilius. Ambrosius war ein großer Hymnen-Dichter; von den unter seinem Namen überlieferten Hymnen hat er mindestens zwölf gedichtet. Der seit dem 8. Jahrhundert nach ihm benannte Ambrosianische Lobgesang wird ihm zwar irrtümlich zugeschrieben, steht aber in der von ihm begründeten Tradition und ist neben dem Gregorianischen Gesang eine der großen Choraltraditionen der lateinischen Kirche, bestimmend für den Aufbau der Liturgie. Nach Augustinus hat Ambrosius den Gesang von Antiphonen und Hymnen in die Liturgie eingeführt und ist so der Begründer des Gemeindegesangs in der Kirche. Eine Übertragung seines Hymnus Veni, redemptor gentium gibt es unter dem Titel Komm, du Heiland aller Welt im katholischen Gotteslob (GL 108). Auch in der Ostkirche war er im 5. Jahrhundert eine anerkannte Autorität.

Ambrosius ist als wohlwollender Freund der Monika bekannt, der Mutter des Augustinus, der unter seinem Einfluss zum Glauben fand und 387 von ihm getauft wurde. Ambrosius starb am Karfreitag.

Die Mailänder benannten eine umfangreiche Bibliothek nach Ambrosius. Der Bienenkorb, mit dem er oft dargestellt wird, symbolisiert Fleiß und Gelehrsamkeit; das Buch kennzeichnet den Lehrer und Kirchenvater, die Geißel weist auf die erfolgreiche Bekämpfung des Arianismus. Ambrosius liegt angeblich in Mailand unter dem Hochaltar von S. Ambrogio begraben; er hatte die Basilika für die von ihm erhobenen Gebeine der Märtyrer Gervasius und Protasius bauen lassen. Als Gedenktag wird in der katholischen Kirche seit dem 11. Jahrhundert der Tag der Bischofsweihe begangen.

Kanonisation: Ambrosius wird offiziell seit 1295 mit dem Ehrentitel Kirchenvater bezeichnet.
Attribute: Bienenkorb, Buch und Geißel, Knochen, Schreibfeder
Patron von Mailand und Bologna; der Krämer, Imker, Wachszieher und Lebkuchenbäcker; der Bienen und Haustiere, des Lernens; des Erzbistums Mailand; 2. Patron des Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teils der Diözese Lugano
Bauernregeln: (für 4. April): Ist Ambrosius schön und rein,/wird Florian wohl wilder sein.
Der heilige Ambrosius,/schneit oft dem Bauern auf den Fuß.
Erbsen säe Ambrosius,/so tragen sie reich und geben Mus.
Sankt Ambrosius/man Zwiebeln säen muss.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Leben
Catholic Encyclopedia: der Ambrosianische Lobgesang
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Liturgie und Ritus
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Hymnen
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Basilika
Catholic Encyclopedia: Ambrosius' Bibliothek
Catholic Encyclopedia: Ambrosianer-Ordensregeln

Online-Dokumente von Ambrosius von Mailand

Werke von Ambrosius auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

Die erhaltenen Hymnen von Ambrosius gibt es im Originaltext online zu lesen.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.09.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/april.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993