Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.


 


Ökumenisches Heiligenlexikon

Ostern

katholisch:
Hochfest (gilt für die ganze Osterwoche)
Fest I. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die I. Klasse einem Hochfest. (gilt für die ganze Osterwoche)
Ordenskalender der Marianer von der Unbefleckten Empfängnis

koptisch:
Hauptfest

syrisch-orthodox:
großes Herrenfest


Albrecht Altdorfer: Auferstehung Christi, um 1516, im Kunstgeschichte-Museum in Wien
Albrecht Altdorfer: Auferstehung Christi, um 1516, im Kunstgeschichte-Museum in Wien

Ostern ist neben Pfingsten das älteste und es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah (Pessach)-Fest. Das deutsche Wort Ostern leitet sich vom indogermanischen Wort für Morgenröte ab. Die Osterzeit beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage später mit Pfingsten.

Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern als einen Festtag, im 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Vorbereitungszeit zur Fastenzeit; im 4. Jahrhundert wurden die drei heiligen Tage von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag Morgen als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt.

Das 1. Konzil von Nicäa legte fest, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ostersonntag nach dem im Westen gültigen gregorianischen Kalender frühestens am 22. März, spätestmöglich am 25. April stattfindet. Die Orthodoxe Kirche berechnet Ostern nach dem julianischen Kalender (=> Kalenderwesen), der gegenüber unserem gregorianischen derzeit um 13 Tage zurückhinkt. Nach orthodoxer Tradition darf Ostern außerdem nicht vor oder zusammen mit dem jüdischen Passahfest gefeiert werden. Deshalb feiern orthodoxe und westliche Kirchen das Osterfest meist an unterschiedlichen Sonntagen.

Traditionell wird in orthodoxen und katholischen Kirchen, zunehmend auch in protestantischen, die Osternacht gefeiert. Die Liturgie der Osternachtfeier besteht traditionell aus vier Teilen:

Ein Teilablass wird demjenigen Gläubigen gewährt, der sein Taufversprechen nach einer dafür vorgesehenen Formel erneuert; geschieht dies während der Feier der Qsternacht oder am Jahrestag der Taufe, so kann ein vollkommener Ablass gewonnen werden.

Das Lamm - oder eine junge Ziege - ist Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter, es ist das klassische Opfertier im Altes TestamentWir verwenden den Begriff Alten Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde.. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Johannesevangelium 1, 29). Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt.

Im 12. Jahrhundert wurden erstmals nachweislich Eier geweiht. Eier gelten seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol; im Mittelalter waren sie als Zahlungsmittel bedeutend. Sie wurden zum Symbol der Auferstehung Christi, weil seine Auferstehung aus dem Grab dem Schlüpfen der Küken aus der Schale verglichen wurde. Neben Eiern wurden bald auch Schinken, Milchprodukte und Brot zur Weihe gebracht. Man wollte die lange Fastenzeit mit dem Verzehr der geweihten Speisen würdig beenden.

Im 13. Jahrhundert werden erstmals bemalte Ostereier erwähnt. Nach den Fastenvorschriften war der Verzehr von Eiern in der Karwoche untersagt; die Hennen legten trotzdem, die Eier wurden gelagert; am Ostermorgen war dann der Eierkonsum besonders hoch. Man beschloss, diese gesammelten Karwochen-Eier zu bemalen und weihen zu lassen, damit sie sich von gewöhnlichen Eiern unterscheiden. Eine Färbung der Eier ist 1615 durch einen Straßburger Handwerksmeister belegt, die kunstvolle Bemalung der Eier war vor allem in Osteuropa verbreitet.

Evangelische Familien entwickelten im 17. Jahrhundert den Osterhasen als Eierlieferanten, erstmals erwähnt um 1680 im Elsass von dem Mediziner Georg Franck von Frankenau. Er sollte die Eier bemalen, verstecken und legen. Damit wollten die Protestanten sich von den Katholiken distanzieren, deren Fastenbräuche und Eierweihe sie ablehnten. Der Osterhase ist Symbol für Ostern und neues Leben wegen seiner Fruchtbarkeit - besonders im Frühling - und weil er mit offenen Augen schläft. Auch der Hahn brachte in manchen Gegenden die Eier, in der Schweiz der Kuckuck, in Westfalen der Fuchs, in Thüringen der Storch. im fränkischen Ansbach wurde 1757 angeblich ein eierlegender Hase gefangen und darüber ein Protokoll verfasst. Erst im 19. Jahrhundert konnte sich der Osterhase überall durchsetzen.

Aus Polen stammt der Brauch der Speisensegnung. Am Karsamstag oder zu Ende der Osternacht-Feier werden in katholischen und einigen Orthodoxen Kirchen Speisen gesegnet, die die Gläubigen in Körben mitgebracht haben und die dann zum Frühstück am Ostersonntag im Kreis der Familie verzehrt werden. In Italien isst man traditionell eine die Ostertorte, einen salzigen Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, oder eine Ostertaube, einen Kuchen ähnlich dem Gugelhupf. In Griechenland versammelt man sich schon ab Samstagabend in der Kirche und verweilt dann die ganze Nacht. Um Mitternacht werden alle Kerzen - bis auf eine - gelöscht; von dieser noch brennenden Kerze wird dann am Ostermorgen das Licht an die anderen weitergegeben.

In Spanien tragen am Ostersonntag die Jungen einfache Palmwedel und die Mädchen mit Süßigkeiten und anderem Zierrat geschmückte Palmwedel in die Ostermesse. Die Palmwedelträger werden dann vom Priester gesegnet. Außerdem gibt es viele Osterprozessionen, die bekannteste findet in Sevilla statt. Vor der Kirche in Palma di Mallorca wird am Ostersonntag die Passionsgeschichte nachgespielt. In England werden Weidenkätzchenzweige gesammelt, mit denen die Menschen sich tätscheln, was Glück für das nächste Jahr bringen soll. In Irland werden an Ostern an vielen Orten Tanzwettbewerbe auf den Straßen ausgetragen, der Sieger bekommt einen Kuchen. An manchen Orten finden symbolische Heringsbegräbnisse statt: sie werden zu Grabe getragen als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit nun zu Ende ist. In Schweden werden die Wohnungen mit Birkenreisig und knallig-bunten Federpuscheln, die die Ostereier bringen die Osterküken, nicht der Osterhase. In Westschweden werden die bösen Osterhexen mit Feuerwerkskörpern, Lärm und Osterfeuern verjagt, denn die treffen sich von Gründonnerstag bis zum Ostersamstag am Blåkulla - dem blauer Hügel oder Blocksberg, einer Felsenklippe auf der kleinen Insel Brattö im Kalmarsund, dem schwedischen Brocken - mit dem Teufel. In Finnland ziehen die Kinder laut lärmend durch die Straßen Finnlands und verscheuchen den Winter.

Zu den polnischen Osterbräuchen gehört ein Korb mit bemalten Eiern, Brot, Kuchen, Salz, Papier und weißen Würsten, der am Ostersamstag in die Kirche gebracht und und am Ostersonntag dort gesegnet wird. Die Fastenzeit ist erst vorbei, wenn dieser Korb gesegnet ist. Am Ostermontag bespritzt man sich gegenseitig mit Wasser, Smingus-Dyngus genannt, was an die Taufe des Prinzen Mieszko I. im Jahre 966 erinnern soll, was den Polen das Christentum brachte. In Bulgarien werden die Ostereier nicht versteckt, sondern man bewirft sich gegenseitig mit ihnen; derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, ist der Sieger und soll im kommenden Jahr besonders erfolgreich werden. Eine Variante davon ist es, vor dem Ostermahl die Eier gegeneinander zu schlagen, oder die Eier nach der Mitternachtsmesse an der Wand der Kirche aufzuschlagen. Die älteste Frau im Haushalt streicht mit dem ersten rot gefärbten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht, was diesen Gesundheit und Stärke verleihen soll. Das Osterbrot wird von unverheirateten Mädchen aus Eiern, Zucker und Früchten gebacken.

In Mexiko ist die Osterwoche die Hauptferienzeit des Jahres, die einem Volksfest ähnlichen Festlichkeiten dauern zwei Wochen, indianische und christliche Bräuche haben sich vermischt: über den Straßen hängen Girlanden aus buntem Toiletten- und Krepppapier, mit pfauengleichem Kopfschmuck tanzen Männer zu Flöten- und Trommelmusik durch die Straßen. In Südamerika ist an Ostern Herbst, dehalb wird der Altar häufig mit Früchten beschmückt; die Menschen pilgern von einer Kirche zur anderen, bis sie sieben dieser Altäre gesehen haben. In Australien schöpfen verlobte Paare an Ostern fließendes Wasser aus einem Bach und bewahren es bis zum Hochzeitstag auf; dann besprengen sie sich damit, dadurch soll die Ehe glücklich werden.

Das Bild des auferstandenen Auferstehung Jesus Christus, von Matthias Grünewald aus dem Isenheimer Altar bieten wir als Desktop-Hintergrund zum Download an.


Bauernregeln: Osterregen bringt magere Kost, Ostersonne fette und reichliche.
Wenn's am Ostertag auch regnet am wingsten, / so regnet's alle Sonntag bis Pfingsten.
Wenn's Ostern regnet, ist die Erde den ganzen Sommer über durstig.
Ein Wind, der von Ostern bis Pfingsten regiert, / im ganzen Jahr sich wenig verliert.
Wenn Ostern auf Georgi fällt, / erwartet großes Weh die Welt.
Ostern im März verspricht ein gutes Brotjahr.

Komplette liturgische Kalender mit Berechnung des Osterdatums für jedes Jahr bietet Ad fontes, ein Projekt der Historischen Fakultät der Universität Zürich.

Martyrologium Romanum Flori-Legium



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:

• http://www.kirchenweb.at/osterhase/osterbrauchtum/brauchtum.htm
• http://www.bauernregeln.net/feiertage.html
• Handbuch der Ablässe, Normen und Bewilligungen. Deutsche Ausgabe des Enchiridion Indulgentiarum, Rosenkranz-Verlag, München 1971
• http://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/osterbraeucheeuropaweltweit.php