feststehendes Datum |
Die Karwoche beginnt nach dem Palmsonntag, schließt Gründonnerstag und Karfreitag ein, und endet mit dem Karsamstag.
Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu
gehören eng zusammen. Daher feierte man bis zum 4. Jahrhundert in der Osternacht
alle drei Ereignisse; heute feiert man drei Tage von Leiden, Tod und
Auferstehung des Herrn ab Gründonnerstag. Augustinus
sprach im 5. Jahrhundert vom heiligen Triduum des gekreuzigten, begrabenen und
auferstandenen Christus
. In der evangelischen Kirche werden in der Karwoche
traditionell tägliche Andachten - Passionsandachten
- abgehalten.
Juan de Juanes: Abendmahl, 60-er Jahre des 16. Jahrhunderts, Museo del Prado in Madrid
![]()
Der Gründonnerstag erinnert an das Passahmahl,
das Jesus als Abschieds- und
Hoffnungsmahl vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern gefeiert hat
(Markusevangelium 14, 22 - 25). Der Name Grün
-Donnerstag kann von gronan
,
weinen
(greinen) abgeleitet werden. Damit waren wohl die Tränen der Büßer
gemeint, die in der alten Kirche an diesem Tag nach beendeter Buße wieder in die
kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.
Im Gottesdienst am Gründonnerstag wird das Abendmahl gefeiert. Erinnert wird auch an die Geschichte, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wusch und so seine Dienstbarkeit deutlich machte - Füße waschen war Sklavenarbeit. Schon 694 sind aus Spanien liturgische Fußwaschungen überliefert, im 12. Jahrhundert ist der Brauch in der Gründonnerstagmesse in Rom bekannt.
Am Morgen des Gründonnerstags wird in katholischen Bischofskirchen vom
Bischof zusammen mit dem Diözesanklerus die Chrisammesse
, die missa
chrismatis
zelebriert. In dieser Feier wird für die ganze Diözese das Heilige
Chrisam, das bei Tauf- und Firmsalbungen, sowie bei Katechumenen- und
Krankensalbungen verwendet wird, für das kommende Jahr geweiht.
In der katholischen Kirche wird am Ende der Messe am Gründonnertag das
Allerheiligste - die Elemente zur EucharistieEucharistie - von griechisch ευχαριστειν, "Dank sagen" - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen die Mahlfeier im Anschluss an 1. Kor 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von "Abendmahl" im Anschluss an Mark 14, 17 und 1. Kor 11, 23.feier - an einen anderen Ort
getragen und der Altar leer geräumt, der Tabernakel bleibt nun offen und leer,
der Altar schmucklos. Orgel, Altarschellen und Kirchenglocken schweigen nun, bis
in der Osternacht das Gloria
erklingt. Die Volksüberlieferung sagt, die
Glocken würden in dieser Zeit nach Rom fliegen, um geweiht zu werden.
Die katholische Kirche gewährt vollkommenen Ablass für das andächtige Beten des
Tantum ergo
, der beiden letzten Strophen
des Hymnus Pange lingua
von Thomas
von Aquin (GL 541)
Andrea del Castagno: Jesus am Kreuz, um 1450, National Gallery in London
![]()
Der Karfreitag gedenkt des Kreuzestodes Jesu;
chara
ist althochdeutsch und bedeutet Trauer, Wehklage
. An diesem wie auch
am folgenden Tag findet in katholischen Kirchen keine Messe statt, es wird nur
ein einfacher Wortgottesdienst gehalten.
In Österreich hat sich das Brauchtum des Heiligen Grabes etabliert. Dabei
wird der tote Jesus
im Anschluss an die Karfreitagsliturgie in einer
feierlichen Prozession in sein Grab gelegt.
Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen vollkommenen Ablass, der die Karfreitags-Liturgie andächtig mitfeiert und dabei an der feierlichen Kreuzverehrung teilnimmt.
Die Kreuzwegandacht wird - v. a. in katholischen Kirchen - in der 40-tägigen Passionszeit abgehalten, besonders feierlich jedoch am Karfreitag. In Jerusalem feierte man schon im 3. Jahrhundert die ganze Heilige Woche, indem man den Weg Jesu nachging. Vorläufer der heutigen Kreuzwegandachten sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Noch 1590 gab es dabei 12 Stationen, 1625 fügte der spanische Franziskaner == Antonius Daza zwei weitere hinzu, so dass heute folgende 14 Stationen üblich sind:
Lukas Cranach der Ältere: Jesus
am Kreuz, 1500 - 1503, Kunsthistorisches Museum in Wien
![]()
1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner schmerzensreichen Mutter Maria
5. == Simon von Cyrene wird gezwungen, Jesus das Kreuz tragen zu helfen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus redet zu den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Jesus stirbt am Kreuz
13. Jesus liegt in den Armen seiner Mutter Maria
14. Jesus wird begraben
Mitte des 18. Jahrhunderts erstellte der Franziskaner Leonhard
von Porto Maurizio eine Anleitung zum Beten des Kreuzweges, welche bis heute
katholische Norm ist. Um 1700 wurden dann auch die Kirchenwände mit
Kreuzwegbildern behängt, dazu entstanden Wallfahrtswege und Wallfahrtskirchen.
Beispiel einer Kreuzwegandacht
Schmetterling als Kreuzreliquiar, um 1315, ursprünglich in der Kirche St. Jakob, jetzt im Diözesanmuseum in Regensburg
Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen vollkommenen Ablass, der
die Kreuzwegandacht verrichtet. Für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses gilt:
1. Die Andacht muss an den dafür vorgesehenen Kreuzwegstationen verrichtet
werden.
2. Zur Errichtung eines Kreuzweges sind 14 Kreuze erforderlich, denen
meist Tafeln oder Bilder beigefügt werden, welche die Leidensstationen von
Jerusalem
darstellen.
3. Üblicherweise gehört zum Kreuzweg die Lesung von 14 Schriftstellen, auf
welche jeweils Gebete folgen. Zum geistlich fruchtbaren Vollzug der
Kreuzwegandacht genügt aber auch die Betrachtung des Leidens und Sterbens des
Herrn, ohne dass jeweils
ausdrücklich die einzelnen Stationsgeheimnisse berücksichtigt werden.
4. Zur Verrichtung der Kreuzwegandacht gehört das Gehen von der einen zur
nächsten Station. Wenn beim gemeinsamen (öffentlichen) Vollzug nicht alle
Teilnehmer ohne Schwierigkeiten mitgehen können, genügt es, wenn der Vorbeter
sich zu den einzelnen Stationen begibt und die übrigen an ihren Plätzen bleiben.
5. Gläubigen, denen der Mitvollzug der Kreuzwegandacht aus einsichtigem
Grund nicht möglich ist, können denselben Ablass gewinnen, wenn sie in
geistlicher Lesung und Betrachtung des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus
Christus wenigstens eine gewisse Zeit (Viertelstunde) verharren.
6. Der Kreuzwegandacht können - im Hinblick auf die Ablassgewährung - auch
andere von der kirchlichen Autorität approbierte fromme Übungen entsprechen, die
dem Gedächtnis des Leidens und Sterbens unseres Herrn
dienen und gleichfalls in 14 Stationen aufgebaut sind.
7. Für die Orientalen, die diese Übung der Kreuzwegandacht nicht kennen,
können die Patriarchen zur Gewinnung dieses Ablasses eine andere
Frömmigkeitsform zum Gedächtnis an das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus
Christus bestimmen.
Jesu Grab in der Grabeskirche in Jerusalem, wie es seit der Zeit von Kaiser Konstantin besteht
Der Karsamstag ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit, ein Tag der Stille während der Grabesruhe Jesu und der Vorbereitung auf den Feiertag der Auferstehung Jesu, auf Ostern.
Bauernregeln:
Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen, / gibt selten Erntesegen.
Wenn ein Karfreitag Regen war, / folgt trocknes, aber fruchtbares Jahr.
Karfreitag Sonnenschein / bringt uns reiche Ernte ein.
Wenn es an Karfreitag regnet, gibt es den ganzen Sommer über große Trockenheit.
Wie der Wind ist am Karfreitag, wird er sein das ganze Jahr.
Wenn's dem Herrn ins Grab regnet, so gibt's einen trockenen Sommer.
Die Eier, welche die Hühner am Karfreitag legen, sind die stärksten.
Kälber, am Karfreitag geworfen, gedeihen nicht.
Der
Münchner Bildhauer Klaus Backmund hat den Leidensweg Christi in der Kirche St.
Albertus Magnus in Ottobrunn auf 14 Bronzetafeln dargestellt. Abbildungen
und Erläuterungen zu den Stationen finden Sie auf der Homepage der
Kirchengemeinde.
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |