der Theologe
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El Greco: Johannes, der Evangelist, um 1600, Museo del Prado in Madrid
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Johannes war der Sohn des Zebedäus und der Salome,
Bruder von Jakobus dem älteren,
von Beruf Fischer mit einem energischen, ja aufbrausenden Charakter, der ihm den
Beinamen Donnersohn
einbrachte (Markusevangelium 3, 17). Vor seiner Berufung
zum Apostel war er Anhänger Johannes des
Täufers und wurde dann Jesu
Lieblingsjünger
(Johannesevangelium 19, 26).
Die Überlieferung setzt den Jünger Johannes gleich mit dem Evangelisten
Johannes, der wohl in Ephesus - den heutigen Ruinen
bei Selçuk - wirkte, wo im Kreise seiner Schüler das
Johannesevangelium und die drei Johannesbriefe entstanden. Die Forschung kann
Johannes, den Verfasser des Evangeliums und Johannes, den Verfasser der
Apokalypse, nicht als den Jünger, den der Herr
liebhatte
anerkennen und unterscheidet auch den Autor der Apokalypse von dem,
der sich selbst als Verfasser des Evangeliums nennt (Johannesevangelium 21, 24).
Ausführlich erzählt die Legenda Aurea von Johannes' Wirksamkeit in Kleinasien, wo er im Artemis-Tempel in Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk - nicht opfern wollte. Aristodemus, der Oberpriester des Tempels, wollte nach Unruhen - die Goldschmiede fürchteten Verluste beim Verkauf ihrer Diana-Amulette - Johannes veranlassen, doch zu opfern, andernfalls müsse er das Gift zu trinken, an dem zwei Verbrecher vor seinen Augen schon gestorben waren. Johannes schlug das Kreuz über dem Kelch, das Gift entwich als Schlange, er trank ohne zu sterben, warf seinen Mantel auf die Verbrecher und diese erwachten zum Leben, worauf Aristodemus sich bekehrte.
Holzschnitt von Albrecht Dürer:
Johannes in den Wolken, umgeben von 24 Ältesten, 1497 - 98, Staatliche
Kunsthalle in Karlsruhe
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Johannes wurde dann nach den legendarischen Berichten im Jahr 95 - es war die
Zeit der Domitianischen Verfolgung - doch noch ergriffen und nach Rom
gebracht. An der Porta
Latina soll er das Martyrium im Ölkessel erlitten haben,
aber das Öl verwandelte sich in ein erfrischendes Bad, er entstieg unversehrt
und wurde auf die Insel Patmos
verbannt, wo er demnach das Buch der Offenbarung
schrieb. Nach dem Tod
Domitians konnte er nach Ephesus - den heutigen Ruinen
bei Selçuk - zurückkehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde und
sein Evangelium schrieb. Er erweckte die ihm entgegen getragene, soeben
verstorbenen == Drusiana. Nach seiner letzten Predigt unter dem Motto Kindlein,
liebet euch untereinander
stieg Johannes vor aller Augen in das neben dem Altar
vorbereitete Grab und starb in großer Lichterscheinung; noch aus dem Grab
segnete er seine Diakone.
Wegen seiner hohen Theologie
, wird er mit einem Adler dargestellt. Die
Schlange im Kelch deutet auf den Versuch, Johannes zu vergiften. Als
Begräbnisort wird der Burghügel von Ephesus - den heutigen Ruinen
bei Selçuk - genannt. Auf der Insel Patmos
wird die Apokalypse-Grotte
am Hügel zwischen dem Johannes-Kloster und dem Ort
Patmos gezeigt, wo er angeblich das letzte Buch des Neuen Testaments verfasste.
Das große nach ihm benannte Kloster wurde 1088 gegründet, die meisten Teile
stammen jedoch aus dem 17. Jahrhundert. Es birgt Reliquien, seltene
Handschriften, Kirchenschätze und Ikonen von unschätzbarem Wert.
Am Johannestag wird der nach ihm benannte Wein, die Johannesminne
, geweiht;
ihn reicht der Priester der Gemeinde, die mit ihm die Liebe Johannes' kosten
darf und damit vor Krankheiten und Gefahren geschützt wird.
Attribute:
Adler, Kelch mit Schlange, Ölkessel
Patron
der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Papierfabrikanten, Papiermacher, Buchbinder,
Buchhändler, Schriftsteller, Schreiber, Beamten, Notare, Theologen, Winzer,
Metzger, Sattler, Glaser, Spiegelmacher, Graveure, Kerzenzieher und Korbmacher;
der Freundschaft; bei Brandwunden; für gute Ernte; gegen Hagel, Vergiftungen,
Brandwunden, Fußleiden und Epilepsie
Bauernregel:
Hat der Evangelist Johannes Eis, / dann macht es auch der Täufer heiß.
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Evangelium
Catholic Encyclopedia: Briefe
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Veit Stoß (um 1445 - 1533): Statue auf dem Hochaltar der Marienkirche in Krakau
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Reste der Johannes-Basilika in Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk
Johannes-Kloster auf Patmos
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