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Georges de la Tour: Magdalena der Nacht, 1630 - 35, Musée du Louvre in Paris
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Maria hatte ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort Magdala - dem heutigen Migdal in Israel. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) - der Jüngerkreis Jesu war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte. Maria sorgte - wie andere Frauen auch - insbesondere für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 - 56).
Maria verharrte nach der Grablegung durch Joseph
von Arimathaia weinend am Grab (Matthäusevangelium 27, 61; Johannesevangelium
20, 11) - auch dies eine in der Kunst oft wiederholte Darstellung. Sie ging dann
am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den
Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeuginnen des leeren
Grabes und der Botschaft des Engels: Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er
ist auferweckt worden
(Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, das
den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Markusevangelium 16, 7).
Rembrandt: Der
Auferstandene erscheint Maria Magdalena, 1638, Königliche Sammlung im
Buckingham-Palast in London
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Das Johannesevangelium (20, 15 - 17) schildert, dass Maria am Ostermorgen
allein war, als sie dem Auferstandenen begegnete (20, 15 - 17): die traurig am
Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim
Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus
als Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: Berühre mich nicht
- noli
me tangere
.
Maria Magdalena war also nicht nur zu Lebzeiten die Frau mit besonderer Nähe
zu Jesus - die Vermutung, dass
eine erotische Beziehung zwischen ihr und Jesus bestanden habe, ist schon alt.
Sie war - als Frau! - auch die erste, die die das Christentum begründende
Botschaft von der Auferstehung Christi erfuhr und dann zu verbreiten hatte. Über
ihr weiteres Schicksal fehlen biblische oder andere zuverlässige Berichte. Wohl
um 160 entstand das ihr zugeschriebene Evangelium der Maria
mit Dialogen
zwischen dem Auferstandenen und seinen Jüngerinnen und Jüngern mit Gedanken aus
der Gnosis.
Die Gleichsetzung von Maria Magdalena mit der namenlosen Sünderin, die Jesus
die Füße salbte (Lukasevangelium 7, 37 - 38) und mit Maria
von Bethanien wurde schon 373 im Kommentar von Ephraim
dem Syrer vollzogen. Origines
trennte die Figuren, aber Papst Gregor
der Große hat diese Gleichsetzung in seinen Auslegungen wieder bestätigt;
sie ging von da in die Legenden und Vorstellungen ein, obwohl sie in der Bibel
keinen Anhaltspunkt hat. Aus königlichem Geschlecht, edel, reich und minniglich,
trug sie ihr Gemüt hoch
, so beginnt die Legende und fährt fort: Eine Burg
Magdala ist ihr Besitz, und weil es ihr so wohl ist, wird sie zur Sünderin.
Der Legende nach ist Maria Magdalena bzw. Maria von Bethanien mit ihren zwei Geschwistern Lazarus und Martha sowie == Maximin, dem späteren Bischof von Aix, und == Cedonius von christenfeindlichen Juden in einem Schiff ohne Steuer und Segel gesetzt, dem Meer überantwortet und Wind und Wogen preisgegeben worden. Das Schiff erreichte Marseille; die Geretteten warteten an der Landestelle auf Einlass, den Maria Magdalena erbat, indem sie dem schlafenden Königspaar im Traum erschien. Sie soll dann einige Jahre als Einsiedlerin in einer Höhle bei Baume - dem heutigen St-Maximin-la-Sainte-Baume - inmitten von wilden Tieren in völliger Einsamkeit gelebt haben - deshalb stellte man sie im späten Mittelalter unbekleidet, aber mit einem wunderbarerweise gewachsenen Haarkleid dar - und soll nach ihrem Tod Mitte in Aix-en-Provence begraben worden sein.
Maria Magdalena unter dem Kreuz, Detail aus dem Isenheimer Altar von Matthias
Grünewald, um 1515, Musée d'Unterlinden in Colmar ![]()
Marias sterbliche Überreste wurden demnach im 9. Jahrhundert in das Kloster in Vézelay überführt; dieses Kloster wurde ab dem 11. Jahrhundert zu einem Wallfahrtsort, besonders als Zwischenstation der Pilger auf der Wallfahrt zu Jakobus nach Santiago de Compostela. Heute ist die Basilika Sainte Madeleine ein Touristenzentrum. Bernhard von Clairvaux rief hier zum 2. Kreuzzug auf. Im 13. Jahrhundert verbreitete sich die Auffassung, die echten Reliquien seinen in St-Maximin-la-Sainte-Baume gefunden worden, wo sie heute noch in einer Krypta aus dem 9. Jahrhundert gezeigt werden. Weitere Reliquien werden in Paris, Exeter und Halberstadt verehrt.
Die Überlieferung der orthodoxen Kirche berichtet, dass Maria in Ephesus gestorben und bestattet sei. Die Verehrung ist dort seit dem 6. Jahrhundert nachweisbar. Reliquien kamen dann der Überlieferung nach 899 von Ephesus nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul.
In Deutschland entstand im 13. Jahrhundert der Magdalenen-Orden
für Büßerinnen und reuige Frauen. Die Stadt Lübeck
begründete ihren Sieg gegen die Dänen mit Marias Hilfe. Vom 14. Jahrhundert an wurde sie bei
Kreuzigungs-Darstellungen nicht nur in der nach dem biblischen Zeugnis etwas entfernt stehenden Gruppe von
Frauen, sondern direkt am Fuß des Kreuzes dargestellt. Das Motiv der reuigen
Sünderin wurde vor allem in der Dichtung und Malerei des Mittelalters häufig
aufgegriffen, später u.a. auch in Friedrich Hebbels Drama Maria Magdalena
von
1844 sowie 1983 in einer modernen Interpretation von Luise Rinser mit dem Titel
Mirjam
.
Buchmalerei: Maria Magdalena bringt den Jüngern die Nachricht von der Auferstehung
Jesu, 12. Jahrhundert, aus dem
Psalter von St
Albans in England, heute im Domschatz in Hildesheim
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Attribute:
unter dem Kreuz, Salbgefäß, als Büßerin, Geißel, mit Musikinstrumenten, nackt
und völlig behaart
Patronin
der Frauen, reuigen Sünderinnen und Verführten; der Kinder, die schwer gehen
lernen; der Schüler und Studenten, Gefangenen; der Handschuhmacher, Wollweber,
Kammmacher, Friseure, Salbenmischer, Bleigießer, Parfüm- und Puderhersteller,
Winzer, Weinhändler, Böttcher; gegen Augenleiden, Gewitter und Ungeziefer
Bauernregeln:
An Magdalena regnet's gern, / weil sie weinte um den Herrn.
Regnet's am Magdalenentag, / folgt gewiss mehr Regen nach.
Wie Maria fortgegangen, / wird
Magdalena sie empfangen.
Am Tag der heiligen Magdalenen, / kann man schon volle Nüsse sehen.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Im
Massif de la Sainte-Baume liegt die Höhle, in der Maria Magdalena gelebt habe;
Franz Lindenmayr informiert mit Fotos auf seiner Homepage Mensch und Höhle
über die Grotte
de Sainte-Baume.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Giotto di Bondone: Noli me tangere, 1320. Fresko in der Magdalena-Kapelle in der
Unterkirche von Assisi ![]()
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