Gedenktag katholisch: 11. November
gebotener Gedenktag
bedacht im spanisch-mozarabischenDer mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4. / 5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird.
Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet
Hochfest im Bistum Rottenburg und Mainz und im Eichsfelder Teil des Bistums Hildesheim
gebotener Gedenktag im übrigen Bistum Hildesheim und in Salzburg
Diözesankalender Mainz und Eisenstadt
Fest im Zisterzienserorden
Übertragung der Gebeine, Ordination: 4. Juli
Übertragung der Gebeine: 4. August
in Utrecht: Übertragung des Kopfes: 1. Dezember
Gedenktag evangelisch: 11. November
Gedenktag anglikanisch: 11. November
Gedenktag orthodox: 13. Februar
12. Oktober, 11. November, 12. November
Übertragung der Gebeine: 4. Juli
Gedenktag armenisch: 5. November
Name bedeutet: dem (römischen)
Kriegsgott Mars geweiht (latein.)
Simone Martini: Martin teilt seinen Mantel, um 1321, Fresko in der Unterkirche der
Basilika di San Francesco in Assisi 
Martin war der Sohn eines heidnischen römischen Tribuns. Er wurde in Pavia, der Heimatstadt des Vaters, christlich erzogen und im Alter von zehn Jahren in die Gruppe der Katechumenen - der Taufbewerber - aufgenommen. Mit 15 Jahren musste er auf Wunsch des Vaters in den Soldatendienst bei einer römischen Reiterabteilung in Gallien eintreten. Im Alter von 18 Jahren wurde er von Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, getauft. 356 schied er nahe Worms vor einem neuen Feldzug gegen die Germanen aus dem Militär aus, weil Christsein und Militärdienst sich nicht vereinbaren lassen. Zuvor geschah nach der Legende, was Martin weltberühmt machte: Martin begegnete am Stadttor von Amiens als Soldat hoch zu Ross einem frierenden Bettler, ihm schenkte er die mit dem Schwert geteilte Hälfte seines Mantels; in der folgenden Nacht erschien ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: er war es, der Martin als Bettler prüfte.
Vita Sancti Martini, verfasst um 395, von dessen Absage an den Kaiser:
Bis heute habe ich dir gedient, Herr, jetzt will ich meinem Gott dienen und den Schwachen. Ich will nicht mehr länger kämpfen und töten. Hiermit gebe ich dir mein Schwert zurück. Wenn du meinst, ich sei ein Feigling, so will ich morgen ohne Waffen auf den Feind zugehen.
Martin ging zu Hilarius von Poitiers - der standhaft die rechte kirchliche Lehre gegen den Arianismus verteidigte - und wurde zum Exorzisten geweiht. Martin kehrte in seine Heimat Pannonien zurück; er wollte dort missionieren und taufte zuerst seine Mutter. In den Streitigkeiten um den Arianismus wurde Martin ausgewiesen und zog sich nach mancherlei Wundern und Abenteuern über Mailand, wo ihm Ambrosius begegnet sein mag, als Einsiedler auf die kleine Insel Gallinaria vor Albenga im Golf von Genua zurück. Nach der Aufhebung der Verbannung des Hilarius rief dieser ihn wieder zu sich; Martin lebte nun ab 360 in dessen Nähe und als Einsiedler in Ligugé bei Poitiers; aus dieser Zelle wuchs das 361 gegründete erste Kloster Galliens.
El Greco: Martin und der Bettler, um 1597 - 99, National Gallery of Art in
Washington 
Martin beeindruckte das Volk durch sein asketisches Leben, seine Fürsorge für die Nöte der Armen und seine Wundertaten. 371 / 372 wurde er auf Drängen des Volkes Bischof von Tours, trotz Vorbehalten seitens des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., gegen das Votum anderer Bischöfe und angeblich gegen seinen Willen. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, rührt wohl von dieser Geschichte her. Andere Überlieferung berichtet: als Martin als Bischof predigte, wurde er durch eine Schar schnatternder Gänse, welche in die Kirche watschelten, unterbrochen. Sie wurden gefangen genommen und zu einer Mahlzeit verarbeitet.
Beim Volk war Martin beliebt als ein gerechter, treusorgender Bischof. Seine Lebensweise blieb asketisch: er lebte zuerst in einer Zelle an der Kathedrale, 375 gründete er eine Kolonie an der Loire nahe Tours, daraus entwickelte sich das Kloster Maursmünster / Marmoutier, das zu einem bedeutenden religiösen Zentrum wurde. Hier lebten unter Martins Leitung 80 Mönche ohne persönliches Eigentum, mit dem Verbot von Kauf und Verkauf, angewiesen allein auf Spenden; Handarbeit außer dem Schreiben war untersagt, es gab eine tägliche gemeinsame Mahlzeit, gemeinsames Gebet, strenge Klausur und keine Verbindung zum KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. der Kathredrale. Die Gemeinschaft wurde Zentrum der Mission in Gallien. Auch Mitglieder des gallischen Adels schlossen sich an; höchste Beamte kamen zu Martin, dem Wunderheiler. Seine Askese brachte ihm aber immer wieder die Gegnerschaft des Klerus ein.
Missionsreisen führten Martin durch sein ganzes Bistum und bis nach Chartres, Amboise und Paris, wo er einen Leprakranken heilte. In Vienne traf er Victricius von Rouen und Paulinus von Nola. In seiner eigenen Diözese gründete er mit Hilfe seiner Mönche Landpfarreien und organisierte den PfarreiklerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. nach dem Vorbild seiner Mönchsgemeinschaften. Sein prophetengleich gebieterisches Auftreten ermöglichte ihm eine straflos bleibende Konfrontation mit Kaiser Maximus, bei dem er 386 in Trier - vergeblich - versuchte, die von ihm selbst abgelehnten Priscillianer - eine religiöse Bewegung, die strengste Askese für Priester und Laien forderte und die Kirche durch die Leitung des Heiligen Geistes erneuern wollte - vor blutiger Verfolgung zu retten; sein freimütiges Auftreten brachte ihm sogar die Hochachtung des Kaiserpaares ein. Andererseits verursachte seine strenge Askese in den letzten Jahren auch Widerstände im eigenen Klerus.
Vita Sancti Martini, verfasst um 395, und den
Dialogi, verfasst um 405, berichtet er:
Martinus betete ohne Unterbrechung, auch wenn er anscheinend etwas anderes tat ... In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.
eine Art himmlischer Freude aus, und es schien, als habe er die normalen Grenzen der Menschennatur überwunden.
Alle Legenden betonen Martins schlichte Lebensart und demütige Haltung: Er putzte selbst seine Schuhe und saß nicht auf der bischöflichen Kathedra, sondern auf einem Bauernschemel. Als er seinen Rock einem Armen gab und der für ihn auf dem Markt neu gekaufte zu kurze Ärmel hatte, bekleideten ihn Engel während der Messe. Bei einem Mahl mit dem Kaiser ließ dieser Martin den Pokal zuerst reichen, er aber gab ihn nicht dem Kaiser zurück, sondern an seinen Priester weiter. Andere Legenden erzählen, wie Martin ein Kind vom Tod erweckte, einen heidnischen Baum gefällt habe, oder dass er das Blut des Märtyrers Mauritius und seiner Gefährten aufgefangen habe.
Tief beeindruckt von Martin war Paulinus von Nola, der nun selbst am Grab des Felix in Nola ein Kloster gründete, in dem er lebte. Sein Freund, der Rhetor Sulpicius Severus gründete eine asketisch lebende gelehrte Gesprächsgemeinschaft und verfasste um 395 Martins Lebensgeschichte. Schon zu seinen Lebzeiten und erst recht später beruhte Martins Verehrung auf Wundern, die nach seinem Tod noch zunahmen.
Kloster Ligugé, das von Martin gegründete erste Kloster des Frankenreiches
Auf einer Missionsreise starb Martin. Mönche brachten seinen Leichnam auf der Loire nach Tours, wo er drei Tage später beigesetzt wurde - daher der Gedenktag. Auf der 40 Kilometer langen Strecke sollen in dieser Nacht die Ufer zu neuem Leben erwacht sein, ein Meer weißer Blüten habe den Fluss gesäumt. Zur Beisetzung strömten Tausende von Mönchen und Jungfrauen und eine riesige Menschenmenge. Sein Schüler und Nachfolger als Bischof, Brictius, errichtete über Martins Grab eine Kapelle, die ein vielbesuchtes Ziel von Pilgern und fränkisches Nationalheiligtum wurde. Perpetuus, Bischof von Tours 461 - 491, nahm Martin in den Festkalender des Bistums auf und errichtete eine neue, Martin geweihte Basilika mit Klosterzellen, aus denen das Kloster St-Martin wuchs. Dies wurde zum von Pilgern vielbesuchten französischen Nationalheiligtum.
Das Patrozinium breitete sich nun rasch in der Gegend aus. Ab dem Beginn des 6. Jahrhunderts gab es immer mehr Martin geweihte Kirchen in Italien - so in Rom unter Papst Symmachus oder auf dem Montecassino unter Benedikt; besonders die Benediktiner förderten Martins Verehrung. Martinskirchen gab es in Ravenna nach 540, dann auch in Spanien. Auch Städte und Burgen wurden nach Martin benannt. Suebenkönig Chararich - durch Martin von Braga von der Richtigkeit der katholischen Lehre überzeugt - erhielt Martinsreliquien für Braga.
Johann Wankmüller: Statue, 1716, auf dem Martinsbrunnen am
Martinsplatz in Chur in der Schweiz (Nachbildung
von Alexander Bianchi, 1909/10, Original heute im Rätischen Museum in Chur) 
König Chlodwig I. erklärte Martin zum Schutzherrn der fränkischen Könige und ihres Volkes.
Martins Mantel galt als fränkische Reichsreliquie, er wurde
seit 679 am Königspalast in Paris
aufbewahrt und auf allen Feldzügen mitgeführt. Wohl unter Pippin dem Mittleren kam diese cappa
in die Obhut der Karolinger, die die Martinsverehrung belebten und nach Friesland
und in die rechtsrheinischen Gebiete verbreiteten. Die Reliquien wurden größtenteils im 16.
Jahrhundert von Hugenotten zerstört, Reste sind in
der 1902 neu erbauten Martinskirche in Tours,
die die alte, fünfschiffige Basilika ersetzt; von der
alten Kultstätte sind nur noch der Uhrturm und der von Karl
dem Großen erbaute Turm übrig geblieben. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Wirken von
Martin fast völlig in Vergessenheit geraten.
Quellen für Martins Lebensgeschichte sind v.a. die von Sulpicius Severus um 395 verfasste
Lebensgeschichte, außerdem drei Briefe und die Missionsdialoge
, in denen Sulpicius dargelegt,
wie Martin als Asket und Wundertäter die ägyptischen Mönche noch übertreffe.
Mit der Ausdehnung des Fränkischen Reiches breitete sich der Martinskult nach Osten aus, zunächst
besonders im Harz und in Thüringen. Martinsumzüge gab es früher in katholischen Gebieten wie im
Rheinland und in Schlesien, heute sind sie weit verbreitet: an der Spitze des Zuges reitet der
Heilige
, oft vom Bettler begleitet; dann folgen singende Kinder mit Lampions in den Händen. Der
Lichterbrauch geht auf die Bedeutung Martin Luthers in Thüringen
zurück: am 10. November, dem Geburtstag Luthers und Vorabend des Festes seines Namenspatrons,
versammelten sich auf dem Erfurter
Domplatz abends Kinder mit Papierlaternen, um des Reformators zu gedenken. Der
Martinsumzug ist nun in der katholischen Kirche ein Teil der Lichtsymbolik,
welche am Allerseelentag, am 2.
November, beginnt und über Advent und
Weihnachten bis
Lichtmess am 2. Februar führt.
Auf die in Paris
aufbewahrte Mantelreliquie von Martin, die cappa
,
wird sowohl die Bezeichnung Kapelle
für eine Palastkirche schon der Merowinger und dann
auch Karls des Großen, als auch die der dort
amtierenden Geistlichen als Kapellani
zurückgeführt.
Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, basiert auf dem Martinstag als Hauptzinstag: am Martinstag begann das neue Wirtschaftsjahr des Bauern, an das Gesinde wurden die Löhne bezahlt, Pachtverträge wurden geschlossen, Steuern abgeführt, Knechte und Mägde konnten, wie an Lichtmess, den Dienstherrn wechseln. Zu Martini wurde das Vieh geschlachtet, das aus Kostengründen nicht den ganzen Winter hindurch gefüttert werden konnte: dazu gehörten die Gänse; so ergab sich der Brauch, am Martinstag, vor dem großen Fasten im Advent, Gänsebraten zu essen; früher begann die Adventszeit am 12. November als 6-wöchige Fastenzeit ähnlich der Passionszeit. Die Gans war auch eine bevorzugte Zinsbeigabe an den Grundherrn, Tribute waren oft bezahlbar in Form von Gänsen. Später erzählte man Legenden, in denen Martin mit Gänsen in Verbindung gebracht wurde.
In Gegenden, wo Weinbau betrieben wurde, war es üblich, am 11. November den
Helfern bei der Weinlese vom Winzer eine Lesgans
zu schenken. Mancherorts
zogen die Kinder singend von Tür zu Tür, um Geschenke zu erbitten: Äpfel, Nüsse
und Gebäck. Mitunter gab es auch Gans-Wettkämpfe in Form des Ganslreißens,
Ganslschießens und Ganslschlagens. Neben der Martinigans gab es auch das
Martinischwein. In manchen Gebieten entzündete man Martinifeuer; die heutigen
Kinderlaternen zu Martini sind ein Relikt davon. In Süddeutschland wurden in den
Kirchen Brote geweiht und hernach an die Armen verteilt. Ein Pieter Brueghel dem
Jüngeren zugeschriebenes Bild aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen
Museums Wien
stellt das Armenbrauchtum zu Martini dar: in den Niederlanden war es am 11.
November üblich gewesen, an die Bettler Wein auszuschenken. Oft gab es zu
Martini in weiten Teilen Europas ausgelassene Trinkgelage; in Frankreich wandte
sich schon im 6. Jahrhundert die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
von Auxerre
gegen die feuchtfröhlichen Exzesse der Martinijünger; aus Dörfern in Mähren
ist bekannt, dass noch im ausgehenden 19. Jahrhundert der junge Wein nach
demjenigen benannt wurde, der am Martinitag den größten Rausch davon getragen
hatte. So etwa hieß er Gustlwein
, Sepplwein
oder Franzlwein
.
Kopie nach: Pieter Bruegel d. Ä., zugeschrieben an Pieter Brueghel d. J. (?): Fest des Heiligen Martin, um 1585, im
Kunsthistorischen Museum in Wien. Rechts der
(imaginäre) heilige Martin mit Mantel und Schwert, hinter ihm balgen sich die Besitzlosen um den Gratiswein. Den Bettlern
sind ihre miserablen Lebensumstände drastisch in die Physiognomie eingeschrieben. Eine Figur im Vordergrund ist derart
benebelt, dass sie ihre Trinkschale als Kopfbedeckung benützt.
Bildbeschreibung nach: Dr. Johann Werfring: Bettler als Schlaraffen zu Martini. In: Wiener Zeitung
vom 8. November 2007, Beilage ProgrammPunkte
, S. 7 
Martin war der erste Nichtmärtyrer, der im Westen als Heiliger verehrt wurde.
Attribute:
als römischer Reiter, Bettler, Mantel, Gans
Patron
von Frankreich, des Eichsfelds in
Thüringen, des Kantons Schwyz, der Stadt
Salzburg (2. Patron), des
Burgenlandes; der Soldaten,
Kavalleristen und Reiter, Huf- und Waffenschmiede, Weber, Gerber, Schneider, Gürtel-, Handschuh- und Hutmacher,
Tuchhändler, Ausrufer, Hoteliers und Gastwirte, Kaufleute, Bettler, Bürstenbinder, Hirten, Böttcher, Winzer, Müller; der
Reisenden, Armen, Flüchtlinge, Gefangenen und der Abstinenzler; der Gänse; gegen Ausschlag, Schlangenbiss und Rotlauf;
für Gedeihen der Feldfrüchte; der Bistümer Mainz, Rottenburg und Eisenstadt
Bauernregeln:
St. Martin ist ein harter Mann / für den, der nicht bezahlen kann.
Ist es um Martin trüb', / wird der Winter gar nicht lieb.
Martinstag trüb, macht den Winter lind und lieb; / ist er hell, macht er das Wetter zur Schell!
Nach Martinitag viel Nebel sind, / so wird der Winter meist gelind.
Ist St. Martin trüb, wird der Winter lieb. / Ist St. Martin hell, wird er kalt für Äll'.
Wie St. Martin führt sich ein, / soll zumeist der Winter sein.
Ist um Martini der Baum schon kahl, / macht der Winter keine Qual.
Wenn's Laub nicht vor Martini fällt, / kommt 'ne große Winterkält'.
oder: / ... sich der Winter lange hält
.
Hat Martini weißen Bart, / wird der Winter lang und hart.
St. Martin weiß, Winter lang und kalt.
Schneit es auf Martini ein / wird ein' weiße Weihnacht
sein.
St. Martin kommt nach alter Sitten gern auf einem Schimmel geritten
(d.h. mit Schnee)
Wenn um St. Martin Regen fällt, / ist`s um den Weizen schlecht bestellt.
Auf Martini Sonnenschein, / tritt ein kalter Winter ein.
St. Martins Sommer währt nicht lange.
St. Martin setzt sich schon mit Dank, / zum warmen Ofen an die Bank.
Der heilige Martin / will Feuer im Kamin
Ist die Martinsgans am Brustbein braun, / wird man mehr Schnee als Kälte schaun. / Ist sie aber weiß, /
kommt weniger Schnee und Eis.
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG³)
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Das Limesmuseum in Aalen,
ein Zweigmuseum des Württembergischen Landesmuseums, bietet ausführliche und wissenschaftlich solide Informationen zu
Martin auf seiner Seite Martinus
- Soldat und Christ.
Umfassend über Martin und das
Brauchtum informiert die Seite des Erzbistums Köln:
Geschichte, Legenden, ein Martin-Lexikon, Hinweise auf Martins-Kirchen, dazu vielfältige und kreative Anregungen zu
Liedern und Spielen am Martinstag - der Besuch lohnt!
Informationen über
Martin von
Tours bietet auch das Bistum Trier.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
In einer Zeit, in der die Kirche erst noch lernen musste, mit ihrer neu
gewonnenen Freiheit und Macht umzugehen, gehörte Martin damals zu den wenigen Bischöfen,
die Bedenken äußerten gegen die Übernahme von Elementen des römischen Kaiserkults in den
Gottesdienst: Thron für Bischöfe, Geleit durch Licht- und Weihrauchträger, Verehrung des
Bischofs durch Proskynesis (sich Niederwerfen und Berühren des Bodens mit der Stirn),
Verehrung von Menschen durch Weihrauch (etwas, weswegen Christen noch kurze Zeit vorher
in den Tod gegangen waren!)
Martin hinterließ eher ein Beispiel der Heiligkeit als ein Modell für eine
Klostergemeinschaft. Die Verehrung des Heiligen konnte sich rasch und weit verbreiten,
aber seine lose strukturierte und nur durch einen charismatischen geistlichen Lehrmeister
geeinte Form des Mönchtums war schwer zu wiederholen. Gegen Ende seines Lebens entwickelte
sich im äußersten Süden Galliens, auf der kleinen Insel Lérins,
ein ganz anderer Typ von Mönchtum, bei dem zum erstenmal die schriftlich fixierte Regel
selbst zum einenden Element innerhalb der Gemeinschaft wurde. Martins Bedeutung liegt
vor allem darin, dass er das Ideal des asketischen Mönchtums mit dem Apostolat verband
und damit die Grundlage für das abendländische Mönchtum schuf.
Mit dem Toleranzprogramm des Kaisers Konstantin,
das er zusammen mit Licinius 313 in Mailand
entworfen und den Statthaltern der Provinzen in Form eines Reskripts zugestellt hatte
(Toleranzreskript von Mailand), erfuhr das Christentum volle Freiheit und
Gleichberechtigung mit anderen Religionen. Im weiteren Verlauf erhielten die Christen
mehrere Privilegien bis hin zur Proklamation als allein berechtigter Staatsreligion
im Jahre 380 unter den Kaisern Gratian im Westen und Theodosius im Osten. Aus der
verfolgten Kirche von einst wurde die privilegierte Reichskirche.
Die Bischöfe wurden den obersten Reichsbeamten gleichgestellt. Entsprechend dem
kaiserlichen Hofzeremoniell werden sie nun beim feierlichen Einzug in die Basilika
von Licht- und Weihrauchträgern begleitet und an einen Thron geleitet. Wie dem Kaiser
und seinen höchsten Beamten wird ihnen als Zeichen der Ehrerbietung die Verneigung
und Proskynesis (das Sichniederwerfen und Berühren des Bodens mit der Stirn) erwiesen.
Die gesellschaftliche Aufwertung des Bischofs und seines KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
führte auch zu einer
festlichen Amtskleidung mit bestimmten Amtsinsignien: Stola,
Pallium, Manipel.
Nur wenige Bischöfe hatten damals Bedenken gegen diese Entwicklung. Diese wenigen
freilich gehörten zu den besten ihrer Zeit: Hilarius
von Poitiers, Martin von Tours, Fulgentius
von Ruspe und Augustinus.
Michael Kraft aus 78086 Brigachtal-Kirchdorf über E-Mail, 25. Mai 2012
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