Reinigung
Mariä Lichtmess
Begegnung(mit Simeon)
Gedenktag katholisch: 2. Februar
Fest
Hochfest im Zisterzienserorden
Gedenktag evangelisch: 2. Februar
Gedenktag anglikanisch: 2. Februar
Fest
Gedenktag orthodox: 2. Februar
Hauptfest
Gedenktag armenisch: 14. Februar
Gedenktag koptisch: 2. Februar
Gedenktag syrisch-orthodox: 2. Februar
Giovanni Bellini, 1460 - 1464, Galleria Querini Stampalia in
Venedig 
Das Fest der Darstellung des Herrn
wird vierzig Tage nach
Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert. Der
früher gebräuchliche Name Mariä Purificatio
, Reinigung
, erinnert an den jüdischen
Brauch, auf den sich das Fest bezieht: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt die Mutter vierzig Tage nach der
Geburt eines Sohnes als unrein. Die Frau musste ein Reinigungsopfer darbringen, wahlweise eine oder zwei Tauben oder in
besonders gravierenden Fällen ein Schaf. Maria pilgerte also zu dieser ihrer Reinigung
in den Tempel. Da außerdem
Jesus der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst ausgelöst werden: er wurde zum
Priester gebracht und vor Gott dargestellt
. Als die Eltern zu diesem Zweck in den Tempel kamen, begegneten sie dem
betagten Simeon und der Prophetin
Hanna, die erkannten, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und ihn als den
Erlöser Israels priesen (Lukasevangelium 2, 21 - 40).
Der historische Ursprung liegt in einer heidnischen Sühneprozession, die alle fünf Jahre in
Rom abgehalten und nun mit diesem Fest ins
Christentum übernommen wurde, deshalb stand die Kerzenweihe und Lichterprozession im Mittelpunkt und wird das Fest auch
Mariä Lichtmess
genannt. Das Fest ist schon Ende des 4. Jahrhunderts in
Jerusalem bezeugt, ab dem 7. Jahrhundert wurde
in Rom eine Lichterprozession durchgeführt. Es wurde zunächst am 14. Februar - 40 Tage nach dem früheren Weihnachtsfest am
heutigen Epiphaniastag - gefeiert; der 14. Februar ist heute
Valentins Tag.
An Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht, die Leute brachten auch Kerzen für den häuslichen
Gebrauch zur Segnung, diese gesegneten Kerzen sollten vor allem in der dunklen Jahreszeit das Gebetbuch beleuchten, oder als
schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren. Heute wird das früher bedeutende Fest nur noch selten wie früher mit einer
Lichterprozession gefeiert. Lichtmess war bis 1912 auch ein offizieller Feiertag, nach diesem Tag begann die Arbeit der
Bauern nach der Winterpause wieder. Als Schlenkeltag
war Lichtmess ein wichtiger Termin für Dienstboten: an
Lichtmess wurde oft der Dienstherr gewechselt.
Ambrogio Lorenzetti: Altarbild, 1342, Galleria degli Uffizi in
Florenz 
Seit 1960 wird der Tag auch im Abendland wieder als Fest gefeiert, nachdem die Ostkirche an dieser Tradition unter dem
Namen Hypapanthe
, Begegnung
, festgehalten hatte. Seit dem 2.
Vatikanischen Konzil wird das Fest auch in der katholischen Kirche nach dem biblischen Zeugnis das Fest der
Darstellung des Herrn
genannt, dabei steht der Lobgesang des Simeon
im Mittelpunkt (Lukasevangelium 2, 29 - 32). Damit soll der Tag als
Herrenfest, weniger als Marienfest geprägt werden.
Papst Johannes Paul II. hat 1997 das Fest gleichzeitig zum Tag
des geweihten Lebens
erklärt. Im Mittelpunkt dieses Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer,
die sich in besonderer Weise dem Herrn, also für Orden, apostolische
Gemeinschaften, Säkularinstitute und Jungfrauen. An diesem Tag soll den Gemeinden, besonders aber den Jugendlichen, die
Entscheidung zu einem Leben in der Nachfolge Christi vor Augen gestellt werden.
Patronin
(an diesem Tag) der Bandwirker, Essigbrauer, Wachs- und Lichterzieher
Bauernregeln:
Ist's zu Lichtmess mild und rein / wirds ein langer Winter sein.
Lichtmess-Sonnenschein / bringt großen Schnee herein.
Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, / gibt`s noch sehr viel Schnee und Eis.
Lichtmess trüb / ist dem Bauern lieb; / ist Lichtmess aber licht / weicht der Winter nicht.
Ist's Lichtmess licht, / geht der Winter nicht.
Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, / ist der Frühling nicht mehr weit; / ist es aber klar und hell, /
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.
Lichtmess im Klee, / Palmsonntag (oder:
Ostern) im Schnee.
Weiße Lichtmess - grüne Ostern.
Zu Stephani a Muckngahn, zu
Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König
a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.
- Gemeint ist die Verlängerung der Tage *.
An Lichtmess fängt der Bauersmann / neu mit des Jahres Arbeit an.
Die Länge des lichten Tages vergrößert sich - gegenüber dem kürzesten Tag des Jahres am 21. Dezember - bis zum Stephanstag nur um einen Mückenschritt, zu Neujahr um einen kleinen Hahentritt, am Tag der Heiligen Drei Könige um die beachtliche Spanne eines Hirschsprungs und zu Mariä Lichtmess schon um eine ganze Stunde. Diese Werte gelten für einen Ort um 45 Grad nördlicher Breite, also etwa für Mailand, und geben somit Auskunft über den Ursprung der Regel.
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