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Brictius war ein Schüler des Martin
von Tours. Sein kritischer Hochmut wird in den Legenden teils als Neid,
teils als verständnisloser Vorwurf gegenüber Martins übergroßer Demut ausgelegt:
Es verdross ihn, dass der Bischof so stetiglich zum Himmel aufsah und er sagte
einem suchenden Bittsteller: 'So du einen siehst, der gen Himmel gafft, das ist
er.'
Sterbend prophezeite Martin ihm, dass er trotz seiner Schlechtigkeit
Bischof werde, aber viele Widerwärtigkeiten erdulden müsse.
Statue, um 1515, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe ![]()
Brictius wurde 397 Martins Nachfolger als Bischof. Er baute seinem Lehrer und Vorgänger eine Kirche in Tours und bemühte sich 30 Jahre um ein Leben im Gebet, da traf ihn die Verleumdung, Vater des Kindes zu sein, das seine Wäscherin geboren hatte. Er beschwörte in Gegenwart der Verleumder das Kind in Christi Namen, es antwortete, er sei nicht der Vater. Brictius lehnte weitere Befragung ab, wurde aber der Zauberei angeklagt und forderte ein weiteres Gottesurteil heraus: er trug glühende Kohlen in seinem Mantelzipfel zum Grabe Martins trug, das Gewand blieb unversehrt.
Dennoch seiner Würde enthoben, wandte Brictius sich an den Papst in Rom und
blieb büßend sieben Jahre dort. Die an seiner Statt eingesetzten Bischöfe
starben nacheinander, den letzten - dessen Tod man ihm bei der Heimkehr
mitteilte - trug man, als Brictius zum einen Stadttor einzog, zum anderen hinaus.
Nach sieben Jahren also wieder im Amt entschlief er seliglich
. Gregor
von Tours ließ seine Gebeine 580 nach Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand überführen.
Attribute:
Bischof, Wickelkind im Arm, glühende Kohlen im Mantelzipfel
Patron
der Richter; gegen Leibweh und Unterleibskrankheiten
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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