Ökumenisches Heiligenlexikon

Cyrill von Alexandria

Gedenktag katholisch: 27. Juni
     n.g. Gedenktag
     in Mailand: 18. Juni
Gedenktag anglikanisch: 27. Juni
Gedenktag orthodox: 9. Juni
                                            18. Januar
Gedenktag armenisch: 18. Januar
     liturgische Feier am 6. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag
     und am 1. oder 2. Samstag nach Theophanie
       (8. Gedenktag im Theophaniefestkreis)
Gedenktag koptisch: 27. Juni
Name bedeutet: der Herrliche (griech.)
Patriarch von Alexandria, Kirchenvater
* um 380 in Alexandria in Ägypten
† 27. Juni 444 daselbst
Kartenskizze

Der hervorragend ausgebildete Cyrill wurde nach einer Zeit des Lebens als Einsiedler 412 zum Patriarchen von Alexandria gewählt. Er war ein großer Theologe, der sich sein Leben lang der Bibelauslegung und der Verteidigung der Glaubenslehre widmete; er kämpfte gegen die Irrlehren des Arianismus und des Nestorianismus und für die Bezeichnung der Maria als Gottesgebärerin. Cyrill erhielt aus Rom erhielt den Auftrag, Nestorios als Patriarch von Konstantinopel abzusetzen, wenn der nicht binnen 10 Tagen widerrufe. Cyrill hielt eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ab und verwarf in 12 Sätzen die Lehre des Nestorios.

Das von Kaiser Theodosios II. einberufene Konzil von Ephesus im Jahr 431 eröffnete Cyrill noch vor dem Eintreffen der orientalischen Bischöfe, fungierte als unerbittlicher Vorsitzender und setzte so durch, dass die nach dem Patriarchen Nestorius benannte Lehre verworfen wurde. 433 nahm er zwar die Unionsformel der Lehrer aus Antiocha an, wonach Christus wesensgleich mit Gott und mit den Menschen ist, aber dennoch einer ist; er hielt aber an der Rede von der einen menschgewordenen Natur des Logos fest, das in Christus existierende vollständige Menschliche mochte er nicht als Natur bezeichnen.

Cyrill verfolgte einen gnadenlosen Kurs gegen alle, deren Standpunkte er als unverträglich mit der christlichen Gemeinde der Stadt erachtete. So veranlasste er die Plünderung und Schließung der Kirchen der christlichen Gruppe, die von dem römischen Priester Novatian im 3. Jahrhundert gegründet wurden. Als Vergeltung für jüdische Angriffe stachelte er die Christen von Alexandria zu einem Judenpogrom an, der das Ende der jüdischen Gemeinde in dieser Weltstadt bedeutete; dabei wurde 415 auch die berühmte Philosophin Hypatia umgebracht, die sogar vom Gelehrten == Socrates Scholasticus als schöne, weise und tugendhafte Frau gerühmt worden war, Ihre Wesenszüge gingen in die Legende der Katharina von Alexandria ein.

Fresko: Cyrill und Timotheus, im Kloster Gracanica im Kosovo

Fresko: Cyrill und Timotheus, im Kloster Gracanica im Kosovo   

Im Kampf gegen das von Antonius begründete Ägyptische Mönchstum vermischten sich bei Cyrill machtpolitische Motive und Sorge um den rechten Glauben. Den mönchischen Kreisen wird anlässlich seines Todes das Zitat zugeschrieben: Endlich, endlich ist dieser schlimme Mann gestorben. Sein Abschied erfreut die Lebenden, aber er wird die Toten betrübt haben. Was ihn in den Augen der Kirche heilig sein läßt, sind weniger seine Taten als seine Theologie und die fundierte Bibelauslegung, die in seinen Schriften und Büchern belegt sind. Seine Werke sind ideenreich, scharfsinnig in der Darlegung und durchdringend in ihren Einsichten, wie schon sein frühes Werk Über Anbetung und Verehrung in Geist und Wahrheit zeigt. Er verfasste eine Auslegung des Propheten Jesaja, einen Kommentar zu den zwölf kleinen Propheten und einen umfangreichen Kommentar zum Evangelium des Johannes. Von seiner Widerlegung der drei Bücher des Kaisers Julian Apostata 2Gegen die Galiläer sind die ersten 10 Bücher und weitere Fragmente erhalten, außerdem die Osterfestbriefe für die Jahre 414 bis 442.

Kanonisation: Cyrill wurde 1882 von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt, in der orthodoxen Kirche zählt er zu den Kirchenvätern.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• http://ocafs.oca.org/FeastSaintsViewer.asp?FSID=101595
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000



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