Francesco Trevisani: Das Blutwunder
von Bolsena, 1704 ![]()
Der römisch-katholische Feiertag Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und
Blutes Christi
wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, also 10 Tage nach
Pfingsten, gefeiert. Der Name Fronleichnam
stammt
von fron
, Herr
, und lichnam
, Leib
, weist also auf die Elemente der
EucharistieEucharistie - von griechisch ευχαριστειν, "Dank sagen" - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen die Mahlfeier im Anschluss an 1. Kor 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von "Abendmahl" im Anschluss an Mark 14, 17 und 1. Kor 11, 23.
hin.
Das Fest Fronleichnam wurde zunächst 1246 in der Diözese Lüttich (Liège) eingeführt auf Grund der Visionen, die Juliana von Mont Cornillon seit 1209 hatte. 1264 führte Papst Urban IV., der zuvor Erzdiakon in Lüttich (Liège) war, dieses Fest - auch in der Folge des Blutwunders von Bolsena - für die gesamte römisch-katholische Kirche ein. 1317 legte Papst Johannes XXII. den Donnerstag als Festtag fest.
Seine Beliebtheit verdankt dieser Festtag vor allem der reich geschmückten
Prozession, bei der die Elemente der EucharistieEucharistie - von griechisch ευχαριστειν, "Dank sagen" - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen die Mahlfeier im Anschluss an 1. Kor 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von "Abendmahl" im Anschluss an Mark 14, 17 und 1. Kor 11, 23.
durch die Straßen getragen werden. 1277 ist eine solche Prozession in Köln
bezeugt. Wichtig wurde das Fest und die Prozession erst nach dem Konzil
von Trient als eine antiprotestantische Demonstration der katholischen
Auffassung, dass allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die
Eucharistie habe. Der Priester trägt bei der Prozession hoch erhoben die
Monstranz
, die die Hostien beinhaltet, die Gemeinde geht hinterher. An vier im
Freien aufgebauten Altären werden Fürbitten gebetet und gibt der Priester seinen
Segen.
Die katholische Kirche gewährt vollkommenen Ablass für das andächtige Beten des
Tantum ergo
, der beiden letzten Strophen des Hymnus Pange lingua
von
Thomas von Aquin (GL 541):
| Lateinisch | Deutsch |
| Tantum ergo sacramentum
Veneremur cernui, Et antiquum documentum Novo cedat ritui. Praestet fides supplementum Sensuum defectui. |
Lasst uns tiefgebeugt verehren
dies erhab'ne Sakrament, und der Brauch der alten Lehren weich' dem neuen Testament. Frommer Glaube wird gewähren, was der Sinn hier nicht erkennt. |
| Genitori genitoque
Laus et jubilatio Salus, honor, virtus quoque Sit et benedictio! Procedenti ab utroque Compar sit laudatio! |
Gott dem Vater, Gott dem Sohne, Gott dem Geiste benedeit, singt hinauf zum Himmelsthrone Ehre, Preis und Herrlichkeit. Und in andachtsvollem Tone sei ihm Lob und Dank geweiht! |
Bauernregeln:
Wieviel Tage vor Fronleichnam Regen, soviel Tage hinterher.
Die
Bulle
zur Einführung des Fronleichnamsfestes von Papst Urban IV. gibt es
online auf der Seite ewige-anbetung.de.
Fronleichnam ist in ganz Deutschland Feiertag; gesetzlicher Feiertag mit Arbeitsruhe aber nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen nur in den vom Innenministerium durch Rechtsverordnung bestimmten Gemeinden im Landkreis Bautzen und im Westlausitzkreis, in Thüringen bis zum Erlass einer Rechtsverordnung des Innenministeriums in denjenigen Teilen Thüringens, in denen er 1994 als gesetzlicher Feiertag begangen wurde.
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