Gedenktag katholisch: 19. Juni
bedacht im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
in Soissons: Auffindung der Gebeine: 25. März
in Le Mans und Séez: Übertragung der Gebeine: 13. Dezember
in Köln: Übertragung der Gebeine: 4. August
Gedenktag orthodox: 14. Oktober
Gedenktag armenisch: 7. Oktober
Name bedeutet: der Speerknecht (althochdt. - latein.)
Perugino (Pietro Vannucci): Maria mit (von links) Gervasius,
Petrus, Paulus und
Protasius, 1514, in der
Kathedrale in Città della Pieve 
Gervasius und Protasius werden als die ersten Märtyrer Mailands verehrt, über ihr Leben und Sterben ist nichts bekannt.
Nach der Legende waren Gervasius und Protasius die Zwillingssöhne des Vitalis und der Valeria, wurden unter => Nero in Rom gefangen genommen und nach Mailand gebracht. Hier wollte sie demnach Graf Astasius zwingen, seine Götter um einen Sieg anzurufen und ihnen zu opfern. Als sie sich weigerten und ihn auf Christus als ihren größeren Herrn hinwiesen, ließ der Graf Gervasius mit Bleigeißeln zu Tode peitschen und Protasius enthaupten. Nach der Legende wurden sie von einem Anhänger bestattet, der ihre Geschichte in ihr Grab legte.
Ein Traum ließ Bischof Ambrosius die Überreste finden und 386 unter dem Altar der von ihm gegründeten Kirche beisetzen, die nach den beiden Märtyrern benannt wurde; bei der Übertragung der Gebeine soll ein blinder Mann sein Augenlicht zurück erhalten haben; dies war die erste Übertragung von Reliquien in der Westkirche. Nach Ambrosius' Tod wurde er an der Seite der beiden Märtyrer begraben. In der späteren Basilika S. Ambrogio wurden 1864 tatsächlich Überreste festgestellt, die heute in der Krypta aufbewahrt werden.
Reliquien kamen von Mailand aus schon bald durch Victricius von Rouen und Martin von Tours nach Gallien, durch Paulinus von Nola nach Süditalien, durch Augustinus nach Nordafrika, durch Severin nach Noricum und durch Gaudentius von Brescia und Vigilius von Trient nach Norditalien. Weitere Reliquien wurden 1162 durch Rainald von Dassel, den Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, nach Breisach am Rhein übertragen und werden dort heute noch gezeigt; diese Überlieferung gilt inzwischen als legendär.
Die schnell einsetzende Verehrung dokumentieren auch Darstellungen in Neapel und Ravenna. Die erste Legende gibt als Verfasser - fälschlich - Ambrosius an, die späte mittelalterliche Legende setzt die beiden ins frühe Christentum.
Attribute:
Geißel, Keule
Patron
von Mailand und
Breisach; der Kinder und Heuarbeiter; gegen
Diebstahl, Harn- und Blutfluss; für eine gute Heuernte; 2. Patrone des Bistums Lugano im ambrosianischen Ritus
Bauernregel:
Wenn's regnet auf Gervasius / es vierzig Tage regnen muss.
Gervasius und Protasius: Historischer Kern
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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