Thascius Caecilius Cyprianus entstammte wohl einer alteingesessenen und vermögenden Familie in Karthago. Er genoss eine gute Ausbildung, wirkte als Rhetor, war ein glänzender Redner und erfolgreicher Advokat und bildete in seiner Wissenschaft junge Menschen aus. der Priester == Caecilianus wurde sein Freund und brachte ihm das Christentum nahe, Ostern 246 ließ er sich taufen und verschenkte seinen Besitz. Bald wurde er Priester und bereits drei Jahre nach seiner Taufe zum Bischof gewählt; einige - v.a. ältere - KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. wollten aber die Weihe eines frisch Konvertierten verhindern und lesiteten auch nach seinem Amtsantritt noch Widerstand.
Nach seiner Taufe verfasste Cyprian den Essay Ad Donatum
, gerichtet an
seinen Freund Donatus, in dem er überschwänglich die Erfahrung der Gnade Gottes
und ihrer Wirkung in seiner Bekehrung und Wiedergeburt durch die Taufe preist.
Ebenfalls aus jener Zeit stammt seine Abhandlung De habitu virginum
, Über
das Auftreten der Jungfrauen
mit der Warnung, sich dem Sittenverfall
anheimzugeben.
Mit dem Bischofsamt in der Hauptstadt Nordafrikas wuchs Cyprian zugleich auch eine Vorrangstellung vor den rund 150 afrikanischen Bischöfen zu. Fast zeitgleich, im Jahr 250, begannen die schweren Verfolgungen durch Kaiser Decius. Cyprian verließ die Stadt; das brachte ihm die Kritik der Feigheit ein, ermöglichte aber, die Gemeinden mit Briefen aus seinem Versteck zu stärken; ebenso verfasste er in jener Zeit mehrere Schreiben nach Rom. In dieser Zeit fielen wohl mehr als die Hälfte der Christen vom Glauben ab.
Als die Verfolgungen 251 unter Kaiser Gallus endeten, musste die Kirche
entscheiden, wie mit den Abgefallenen und den in ketzerischen Gemeinden
Getauften zu verfahren sei. Cyprian trat in den Streitigkeiten mit dem
Gegenpapst auf die Seite des römischen Bischofs Cornelius:
Auch Cyprian war bereit, den Abgefallenen gegenüber Milde walten zu lassen,
wollte aber keinesfalls die Gültigkeit der Ketzertaufe anerkennen, wie er
in seiner Abhandlung De lapsis
, Über die Abgefallenen
, ausführte.
Da der römische Bischof Stephanus I.
die Tradition begründet hatte, auch die Taufen der als Ketzer Bekämpften
anzuerkennen, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen bis zum Schisma der
Novatianer, die 252 zwei Gegenbischöfe
in Karthago
installierten.
In diesen Auseinandersetzungen verfasste Cyprian De ecclesiae catholicae
unitate
, Über die Einheit (in) der katholischen Kirche
, die
sich mit der hierarchischen Organisation der Kirche befasst.
Darin formulierte er den berühmten dogmatischen Satz extra ecclesiam salus
non est
, außerhalb der - römisch-katholischen - Kirche gibt es kein Heil
,
der in der Formulierung extra ecclesiam nulla salus
, bekannt und
beim Konzil von Trient als
Dogma festgeschrieben wurde. Eine schwere Seuche in der Stadt war Anlass für
seine Schriften Ad Demetrianum
, An Demetrios
, mit der Verteidigung
gegen den Vorwurf, die Christen seien an solchen Naturkatastrophen schuld,
De mortalitate
, Über die Sterblichkeit (des Menschen)
und
De opere et eleemosynis
, Über die (guten) Werke und das Almosengeben
.
Die Auseinandersetzungen mit den Novatianern
fanden kein Ende. Die versöhnliche Haltung Cyprians und Roms
wurde in vielen Gemeinden in Nordafrika abgelehnt, die Gemeinschaft in der Kirche
stand in Frage. Cyprian verfasste De bono patientiae
, Vom Segen der
Geduld
, De zelo et livore
, Über Eifersucht und Neid
und
eine Neufassung von De ecclesiae catholicae unitate
, in der er Roms
Vorrangstellung gegenüber der ersten Fassung revidierte.
Als unter dem römischen Kaiser Valerian eine neue Verfolgungswelle einsetzte, wurde Cyprian 257 nach Curubis - das heute Qurba - verbannt; als sich die Verfolgungen verschärften, wurde er nach Karthago zurückgeholt, angeklagt, verurteilt und enthauptet. Auf dem Richtplatz gab er der Überlieferung nach dem Henker fünf Goldstücke, da dieser ihm das Himmelstor öffne, verband sich selbst die Augen und neigte seinen Kopf.
Cyprians Haupt befindet sich in Kornelimünster in Aachen,
andere Reliquien sind in Lyon
und Compiègne.
Cyprian zählt zu den bedeutendsten Kirchenschriftstellern und war im Mittelalter
nicht zuletzt wegen seiner Schrift De Catholicae Ecclesiae Unitate
angesehen.
Patron
gegen Pest
Bauernregel:
An Sankt Cyprian / zieht man oft schon Handschuh' an.
Werke von Cyprian auf Deutsch
gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.
Auch die Märtyrerakten
des Cyprian auf Deutsch gibt es dort, ebenso wie das von Pontius verfasste
Leben des Caecilius
Cyprianus auf Deutsch.
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