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Meister des Breviers von Johannes dem Furchtlosen: Martyrium des Bartholomäus,
Frankreich, zwischen 1413 und 1419, British Library in London
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Bartholomäus war einer der zwölf Jünger Jesu
(Markusevangelium 3, 14 - 19). Viele Bibelinterpreten identifizieren ihn mit
Nathanael, einem gebürtigen Galiläer. Er wurde aus dem
Kreise der Jünger Johannes'
des Täufers am Jordan von Philippus
unter seinem israelitischen Namen Nathanael von Kana zu Jesus geführt; dieser
erkannte ihn als Mann in dem kein Trug ist
, denn er hatte gesehen, wie du
unter dem Feigenbaum warst
(Johannesevangelium 1, 45 - 48), d.h. als einen, der
schon einen hohen Grad geistlicher Weisheit erreicht hat. Legenden sehen in ihm
auch den Bräutigam der Hochzeit zu Kana - möglicherweise das heutige Kafr
Kanna (Johannesevangelium 2, 1 - 11). Als Nathanael wird er noch bei der
Erscheinung des Auferstandenen am See Genezareth bezeichnet (Johannesevangelium
21, 2), in der Berufung der Apostel aber als Bartholomäus (Matthäusevangelium 10,
3).
Nach Pfingsten verkündete Bartholomäus der Überlieferung nach den Glauben in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er demnach eine hebräische Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterließ. Legenden weisen ihm auch die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zu, er heilte Kranke und Besessene. In Armenien sei er durch Enthauptung hingerichtet worden.
Demnach wurde Bartholomäus eines Tages zum König Polymios von Armenien
gerufen. Als er dessen besessene Tochter geheilt und den König besucht hatte,
wobei er durch verschlossene Türen kam, bekehrte sich der König und mit ihm das
ganze Königshaus zum Christentum. Polymios ließ ein Götzenbild niederreißen, aus
dem ein böser Geist sprach; der von Bartholomäus beschworene Teufel fuhr aus,
stürzte selbst diese Statue und alle anderen im Tempel. Er wurde durch
Bartholomäus allen sichtbar gemacht: schwärzer als Ruß, mit scharfem Angesicht,
langem schwarzem Bart und schwarzen Haaren, die bis auf seine Füße gingen, die
Hände aber mit feurigen Ketten auf dem Rücken gebunden
. Die überwundenen
Priester des Tempels zogen daraufhin zu Astyages, dem feindlichen Bruder des
Polymios. Der schickte eintausend Soldaten aus, die Bartholomäus fangen und vor
ihn bringen sollten. Er erfuhr zudem, daß durch Bartholomäus auch sein Gott
Baldach zerstört worden sei, ließ ihn daraufhin mit Knütteln schlagen, ihm bei
lebendigem Leib die Haut abziehen und ihn dann kreuzigen. Christen begruben den
Leichnam; Astyages aber und seine Priester fielen in Besessenheit und starben
unmittelbar darauf.
Michelangelo: Detail aus dem Jüngsten Gericht (1536 - 1541), Sixtinische Kapelle
im Vatikan
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Spätere Legenden berichten von dem Bleisarg, den die Heiden ins Meer geworfen haben und der mit den Gebeinen, zusammen mit denen von vier anderen Märtyrern, an der Insel Lipari bei Sizilien gestrandet ist. Nach der Zerstörung das Grabes und der darüber gebauten Kirche durch die Sarazenen im Jahr 831 sei Bartholomäus einem Mönch erschienen, der die Gebeine sammeln und sie nach Benevent bringen sollte. Als Friedrich II. Benevent zerstörte, habe Bartholomäus ihm Strafgericht und baldigen Tod verkündet.
Schon im 5./6. Jahrhundert beanspruchten die Städte Bachkale in Armenien, Daras in Mesopotamien u.a. seine Reliquien. Um 580 kamen der Überlieferung nach Teile auf die Insel Lipari in Italien und 838 bei einem Sarazeneneinfall von dort nach Benevent. Kaiser Otto II. brachte diese Gebeine 983 nach Rom. In Frankreich erhielt die Benediktinerabtei Creuse Reliquien aus Italien und nannte sich nun Benevent-l'Abbaye. Eduard der Bekenner brachte im 11. Jahrhundert Reliquien nach Canterbury. 1238 kam die Hirnschale durch Kaiser Friedrich Barbarossa in den Dom von Frankfurt, der von da ab nach ihm benannt war. Auch das Kloster Andechs rühmte sich des Besitzes von Reliquien.
Bartolomäusreliquie und Reliquiar von 1994, im Sakramentshaus des Südquerhauses
im Dom in Frankfurt
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Die Verehrung von Bartholomäus verbreitete sich erst im 10. Jahrhundert und nahm dann rasch zu, vor allem in Ostdeutschland, in Böhmen und Mähren. Vom Beginn des 13. Jahrhunderts an trägt Bartholomäus in den Darstellungen das Messer, die abgezogene Haut findet sich als feststehendes Attribut erst in den zahlreichen Darstellungen der folgenden Zeit. In Michelangelos Jüngstem Gericht in der Sixtinischen Kapelle in Rom gilt das Antlitz auf der von Bartholomäus getragenen Haut als Selbstbildnis Michelangelos.
Am Bartholomäustag begannen früher die Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest: es wurden die Gänse und Karpfen ausgewählt, die fürs Fest gemästet werden sollten. Bartholomäus-Nacht bezeichnet das Massaker an 2000 französischen Protestanten in der Nacht des 24. August 1572, als nach den drei Religionskriegen den Hugenotten in Frankreich auf Geheiß von Katharina de Medici ein endgültiger Schlag versetzt wurde.
Attribute:
Messer, Buch, abgezogene Haut
Patron
von Altenburg,
Frankfurt/Main,
Pilsen / Plzeň,
Maastricht;
der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider,
Bäcker, Metzger, Buchbinder und (in Florenz)
der Öl- und Käsehändler; gegen Haut- und Nervenkrankheiten, Zuckungen, Dämonen und Geister
Jusepe de Ribera: Martyrium des Heiligen Bartholomäus, 1634, National Gallery of
Art in Washington
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Bauernregeln:
Zu Bartholomä liegts Grummet auf dem Heu.
Gewitter um Bartholomä, / bringen Hagel und Schnee.
Regen an St. Bartolomä / tut den Reben bitter weh.
St. Clemens uns den Winter
bringt, St. Petri
Stuhl den Frühling winkt, den Sommer bringt uns St. Urban,
der Herbst fängt um Bartholomäi an.
Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, / so soll's den ganzen
September sein.
Wie der Bartholomäustag sich hält, / ist der ganze Herbst bestellt.
Ist Lorenz und Bertl schön,
/ wird der Herbst gar gut ausgehn.
Ist Lorenz und auch Bartel
schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.
Wie Lorenz und Barhel
sind, / wird der Winter - rauh oder lind.
So das Wetter zu Bartholomäus ist, / daran sich der Winter misst.
Bleiben Störche (und Reiher) nach Bartholomä, / kommt ein Winter, der
tut nicht weh.
St. Bartholomäus hat's Wetter parat, für den Herbst bis hin zur Saat.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Mit
dem Bartholomäustag verknüpft ist die Tradition
des Schäferslaufes in Markgröningen.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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