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Vojtĕch war Sohn eines böhmischen Fürsten aus dem Hause der Slavnik, seine Mutter war mit dem deutschen König Heinrich I. verwandt. Vojtech war ein aufgewecktes Kind, doch eine schwere Krankheit bewog seine Eltern, ihren Sohn der Gottesmutter Maria zu versprechen und ihn für den geistlichen Beruf zu bestimmen. Bei der Firmung in Magdeburg, wo er in den Jahren 972 - 981 die Domschule besuchte, erhielt er von Erzbischof Adalbert seinen Namen.
Kaiser Otto II. setzt Adalbert von Prag durch Überreichung des Bischofsstabes in sein geistliches Amt ein. Bronzetür am Dom in Gnesen / Gniezno (Ausschnitt), 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts
Adalbert wurde 981 in Prag von Bischof Dietmar zum Priester geweiht und bereits ein Jahre später zu dessen Nachfolger als zweiter Bischof von Prag bestimmt. Die in Böhmen herrschende Dynastie der Premysliden wollte mit der Ernennung des Sohnes aus dem konkurrierenden Fürstenhaus der Slavnik Ruhe im Land schaffen. 983 wurde Adalbert von Kaiser Otto II. in Verona investiert und von Erzbischof Willigis von Mainz geweiht. Er kämpfte gegen heidnische Bräuche und den Verkauf christlicher Sklaven an Heiden und Juden. Seine Amtszeit endete in einem Fiasko: er konnte sich in den politischen Zwistigkeiten und gegen die Widersacher seiner Reformen für den Klerus nicht durchsetzen, legte deshalb 988 sein Amt nieder, musste nach Rom fliehen und wurde Benediktinermönch im Kloster SS. Bonifacio e Alessio auf dem Aventin.
Die Böhmen wollten Adalbert dann doch zurückhaben, sie wurden dabei unterstützt vom Mainzer Bischof und dem Papst. Zusammen mit zwölf Mönchen kehrte er 992 nach Prag zurück, gründete dort das Kloster Břevnov, das bald zu einem religiös-kulturellen Zentrum wurde - und bis zur Unterdrückung durch den Kommunismus nach 1945 blieb -, und amtierte wieder als Bischof von Prag. Von hier aus unternahm er Missionsaktivitäten nach Ungarn, wo er wohl König Geysa und König Stephan I. taufte, und nach Polen, wo er Erzbischof von Gnesen - dem heutigen Gniezno - wurde.
Michael und Ferdinand Brokoff: Statue, 1709, auf der Karlsbrücke in Prag
Erneut führte Adalberts Sittenstrenge zu Widerständen bei Klerus und Volk; 994 musste er wieder nach Rom in ein Kloster fliehen. Dem Papst trug er Pläne für eine Mission unter Slawen vor, die Johannes XV. genehmigte. Nachdem 996 seine Familie ermordet worden war, zwang ihn der Gehorsam gegenüber Papst und Kaiser aber wieder zur Rückkehr. Seine Gegner hatten aber inzwischen in Prag die weltliche Macht übernommen und schalteten Adalbert endgültig aus, so dass er zunächst nach Mainz ging, wo er im Umfeld von Kaiser Otto III. wirkte.
Schließlich begab Adalbert sich mit tatkräftiger Unterstützung des polnischen
Herzogs Bolesław I. Chrobry der Tapfere
von Danzig
aus zur Mission bei den Pruzzen, blieb aber ohne Erfolg. Dabei
wurde er am Frischen
Haff mit einem Ruder erschlagen und mit Spießen durchbohrt. Ein Adler soll
seinen Leichnam bewacht haben, bis er in Gniezno
in dem um 1000 erbauten Dom bestattet werden konnte; Boleslav I. habe seinen
Leichnam mit Gold aufwiegen lassen und so losgekauft.
Kaiser Otto III. unternahm im Jahr 1000 eine Wallfahrt zu Adalberts Grab, wodurch die Verehrung im ganzen Reich stark zunahm. Břetislav von Böhmen ließ Adalberts Gebeine 1039 in den Veitsdom nach Prag überführen. Trotz seines Misserfolgs gilt er als Missionar Preußens. Das Adalbertkreuz in Tentikken bei Fischhausen - dem heutigen Primorsk - wurde 1831 errichtet, 1945 zerstört, zum tausendsten Todestag 1997 wieder aufgerichtet.
Reliquienschrein für Adalbert im Dom in Gniezno
Kanonisation:
Schon 999 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Silvester II.
Attribute:
Adler, Keule, Ruder, Spieße
Patron
Patron von Preußen, Böhmen
und Polen
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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