Ökumenisches Heiligenlexikon

Abraham

Gedenktag katholisch: 9. Oktober
     bedacht im Eucharist. Hochgebet I
     Diözesankalender Mainz
     als Vorfahre Jesu: 24. Dezember
Gedenktag evangelisch: 9. Oktober (LCMS)
Gedenktag orthodox: 9. Oktober
Gedenktag armenisch: 17. Januar
                                               26. Dezember
     liturgische Feier am 2. Donnerstag nach dem Verklärungssonntag
Gedenktag koptisch: 21. August
Name bedeutet: von jenseits des Flusses (altorientalisch)
oder:
Vater der Menge (hebr.)
Stammvater des Volkes Israel
* in Ur in Chaldäa, heute Ruinenstätte im Irak
lebte um 2000 v. Chr.
Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze


Abraham, Sohn des Tharah aus Ur in Chaldäa, war nach der Legende der Feldherr des Nimrod (1. Mose 10, 8). Auf Geheiß Gottes wanderte er mit seiner Frau Sara und seinem Neffen Lot aus mit unbekanntem Ziel in das Land, das ich dir zeigen werde; Gott verhieß ihm seinen Segen und reiche Nach­kommen­schaft (1. Mose 12, 1). Sie kamen nach Kanaan, wo Abrahm in Sichem - heute Ruinen in Tell Balata bei Nablus - und dann bei Bethel - dem heutigen Baytin - jeweils einen Altar errichtete. Durch eine Hun­gers­not ge­zwun­gen, zog er dann weiter nach Ägypten. Der Pharao begehrte Sara zur Frau, nachdem Abraham sie als seine Schwester ausgegeben hatte, aber Abraham klärte den Irrtum, wurde beschenkt und kehrte nach Kanaan zurück (1. Mose 12). Er trennte sich von Lot, der nach Sodom - wohl nahe dem heutigen Sedom in Israel - und Gomorrha zog, in Gefangenschaft des Königs von Sodom geriet und von Abraham befreit werden musste (1. Mose 13 und 14). Der Priesterkönig Melchisedek von Salem - dem späteren Jerusalem - trat Abraham am Abend nach der Schlacht mit Brot und Wein entgegen und segnete ihn (1. Mose 14) - die Geschichte ist für christliche Leser des Alten Testaments ein früher Vorläufer für das Heilige Abendmahl.

Landkarte: Abrahams Reiseroute

Landkarte: Abrahams Reiseroute   

Mehrere Ver­hei­ßungen pro­phe­zei­ten Abra­ham Nach­kom­men, aber Sara blieb un­frucht­bar und gab Abra­ham ihre Magd Hagar, da­mit diese ihm Kinder schen­ke (1. Mose 16). Abra­ham erfuhr spä­ter von der Ver­der­bnis der Stadt So­dom - wohl nahe dem heu­ti­gen Sedom in Is­rael - und trat fürbittend für die Gerechten der Stadt ein (1. Mose 18). Lot konnte deshalb das schon brennende Sodom verlassen; seine Frau, die sich verbotenerweise umwandte, erstarrte zur Salzsäule (1. Mose 19).

Abraham sah eines Tages drei Männer seinem Zelt nahen. Er erkannte sie als Engel Gottes, bat sie zur Fußwaschung und Rast unter seinen Baum, ließ eine Mahlzeit bereiten und erhielt die Prophezeiung, Sara werde trotz ihres hohen Alters noch einen Sohn gebären (1. Mose 18). Der Verheißung ent­spre­chend wurde schließlich == Isaak geboren.

Als == Isaak zum jungen Mann herangewachsen war, stellte Gott Abraham auf eine Prüfung seines Gehorsams: Auf Gottes Geheiß belud Abraham seinen Esel mit Holz, nahm Isaak mit nach Morija - der Überlieferung nach der heutige Tempelberg in Jerusalem -, baute einen Altar und legte Isaak als Opfer darauf. Im letzten Moment ließ Abraham auf das Wort der Stimme Gottes hin das Opfermesser sinken, erblickte einen Widder im Dorngesträuch hängen und opferte diesen (1. Mose 22). Dieser Gehorsam Abrahams ist besonders im Islam hoch geachtet; zum Gedenken wird das Opferfest Bairam als wichtigstes Fest der Muslime gefeiert, bei dem jede Familie ein Schaf schlachtet.

Mosaik: Abrahams Gastfreundschaft und Gehorsam., 6. Jahrhundert, in der Kirche San Vitale in Ravenna

Mosaik: Abrahams Gastfreundschaft und Gehorsam., 6. Jahrhundert, in der Kirche San Vitale in Ravenna   

Abraham starb alt und lebenssatt mit 175 Jahren (7 x 5 x 5 - vgl. Zahlenmystik) und wurde von seinen Söhnen Isaak und Ismael neben Sara in der Höhle Machpela im späteren Hebron - dem heutigen Al Khalil in Palästina - bestattet (1. Mose 25).

Abraham gilt allen drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam als Vater der Glaubenden.

Attribute: mit Opfermesser, Isaak an der Hand oder zu seinen Füßen

Rembrandt: Abraham und Isaak, 1635, Hermitage in St. Petersburg

Rembrandt: Abraham und Isaak, 1635, Hermitage in St. Petersburg   

Catholic Encyclopedia

Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Abraham umfassende und fundierte Informationen.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984



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