Gedenktag katholisch: 31. Juli
gebotener Gedenktag
Gedenktag anglikanisch: 31. Juli
Name bedeutet: der Feurige (latein.)
Gemälde von Giacomo del Conte, entstanden am Tag nach Ignatius' Tod, heute im Generalat der Jesuiten in
Rom 
Iñigo López Oñaz de Recalde y Loyola wurde als zwölftes Kind und jüngster Sohn
einer baskischen Adelsfamilie im Schloss seiner Familie geboren. In seiner
Jugend war er bis 1517 Bediensteter am Hof von Ferdinand V. von Kastilien
in Arévalo.
Er war ein Lebemann, kam mit dem Gesetz in Konflikt, wurde 1517 Offizier im
Dienst des Vizekönigs von Navarra
in Pamplona;
sein Lebensplan war eine Karriere beim Militär. Dann zwang ihn eine steinerne
Kanonenkugel, die ihn am 20. Mai 1521 bei der Verteidigung der Feste Pamplona
gegen die Franzosen verletzte, für lange Zeit aufs Krankenbett zuhause im
Schloss von Loyola.
Während seiner Genesung las er religiöse Schriften wie das Leben Christi
von Ludolf von Sachsen und die Heiligenlegenden der Legenda
aurea, was neben mystischen Erlebnissen zu seinem Entschluss führte,
sich einem geistlichen Leben zu verschreiben.
Nach der Genesung ging Ignatius im Februar 1522 ins Kloster auf dem Montserrat
bei Monistrol,
um dort in strenger Askese Klarheit über sich und sein weiteres Leben zu
gewinnen und ab März 1522 für ein Jahr in Einsamkeit bei Manresa,
wo er sich äußerster Armut aussetzte und ständig im Gebet vertieft war. Hier
hatte er die gnadenhafte Erleuchtung, die ihn sein ganzes Leben prägte; er weihte seine
Waffen der Jungfrau Maria, der er
künftig als geistlicher Ritter dienen wollte. In jener Zeit entstand der Entwurf
zum Exerzitienbüchlein Exercitia spiritualia
, Geistliche Übungen
.
Auf der Suche nach dem gnädigen Gott
fand er die Antwort in strenger
Askese. 1523 / 1524 pilgerte er nach Jerusalem,
es folgte das Studium an einer Lateinschule in Barcelona
und an den Universitäten Alcalá
de Henares und Salamanca.
Zweimal hatte ihn die Inquisition wegen
seiner Seelsorge an Frauen unter Verdacht und er wurde zeitweise ins Gefängnis
geworfen; seine Freunde wandten sich von ihm ab, nur die Frauen blieben ihm treu.
1528 bis 1535 studierte er Philosophie und Theologie in Paris.
Ziel seiner Studien war, den Seelen zu helfen
.
Gegegenüber seinen Mitstudenten profilierte sich Ignatius, indem er ihnen
geistliche Anleitungen gab. Mit den sechs Kommilitonen Petrus
Faber, Franz Xaver, Rodriguez,
Laynez, Salmeron und Bobadilla gründete er 1534 auf dem Montmartre in Paris
eine fromme Bruderschaft mit den Gelübden der lebenslangen Armut und Keuschheit
und dem Ziel der Missionsarbeit unter den Moslems im Heiligen Land - oder, falls dies unmöglich
sein werde, sich dem Papst zur Verfügung zu stellen. Sie gelobten, uns in
Armut dem Dienst Gottes, unseres Herrn, und dem Nutzen des Nächsten zu
widmen, indem wir predigen und in den Spitälern dienen
. Wieder verdächtigte
ihn die Inquisition, diesmal mit dem
Verdacht, er sei Anhänger Luthers;
es folgten Verhöre, Haft, schließlich aber der Freispruch. Gemeinsam mit seinen
Gesinnungsgenossen wurde Ignatius 1537 in Venedig
zum Priester geweiht. Da der Plan zu missionarischer Tätigkeit in Palästina
wegen des Krieges zwischen Venedig und den Türken scheiterte, begab sich die
Bruderschaft nach Rom.
Unterwegs hatte Ignatius eine Vision: Gott selbst bat Jesus,
Ignatius als Knecht anzunehmen, dieser stimmte zu und in Ignatius flammte eine
starke Zuneigung zum Namen Jesu; seine neue Gemeinschaft nannte er fortan
Gesellschaft Jesu
, Jesuiten
, das Volk
bezeichnete die Pariser
Professoren als Pilgerpriester
. Die Freunde wirkten nun seelsorgerlich und
predigend in Vicenza,
Padua,
Ferrara,
Bologna,
Siena
und Rom.
1538 nahm Papst Paul III. das Angebot der neuen Gemeinschaft, ihn zu unterstützen, an.
1539 erfolgte die formelle Ordensgründung; zu den üblichen Gelübden der Keuschheit,
der Armut und des Gehorsams gegenüber dem Abt kamen die Verpflichtung, den
Katechismus zu lehren und dem Papst absolut gehorsam zu sein, d.h. ihm dort
zu dienen, wo er es beauftragt. 1540 wurde der neue Orden von Papst Paul III. bestätigt
- zunächst mit der Auflage, maximal 60 Mitglieder zu haben, die aber 1543 aufgehoben
wurde. 1541 wurde Ignatius zum Präpositus
, zum Generaloberst des Ordens gewählt.
Während dieser Zeit verfasste Loyola die Großen Ordensregeln
, die aber erst
nach seinem Tod fertiggestellt wurden. 1545 erhält der Orden die Genehmigung, auch
ohne Erlaubnis der Ortsgeistlichen predigen zu dürfen.
Benediktinerkloster de Nuestra Señora de Montserrat bei Monistrol
1548 vollendete Ignatius die Geistlichen Übungen
; die Grundgedanken stammen
aus der Zeit seines Einsiedlerlebens, Vorbild waren die 1500 erschienenen
Übungen für das geistliche Leben des spanischen Abtes Garcia de Cisneros. Das
Werk ist im Wesentlichen ein Leitfaden zur Meditation und religiösen
Unterweisung. Vier Abschnitte regeln den Ablauf der täglichen Übungen, die zum
Leben in Frömmigkeit führen sollen. Am Ende dieser Exerzitien steht der miles
christianus
, der Christenritter
, der durch blinden, gläubigen Gehorsam
gegenüber der Kirche den Verlockungen der Reformation widersteht. Starre Regeln
innerhalb der Gemeinschaft wie einheitliche Ordenstracht oder feste Gebetszeiten
kennt der Orden nicht.
1552 wurde in Rom das Collegium Germanicum gegründet mit der Zielrichtung, Martin Luthers Lehren zu bekämpfen. Ab 1553 verfasst Gonzales de Camara Ignatius' Lebenserinnerungen, während dessen Gesundheit immer mehr abnimmt.
Neben den Exerzitien
und den Ordenskonstitutionen hinterließ Ignatius
Fragmente eines Geistlichen Tagebuches
, den autobiografischen Pilgerbericht
sowie über 6800 Briefe. Ziel allen Handelns in der Welt und des Gebetes gleichermaßen
ist: Gott finden in allen Dingen
. Nachfolge Christi
ist Dienst am Menschen und in der Kirche. Um in einer existentiellen Entscheidung,
der Wahl
, den Willen Gottes anzunehmen, braucht es die Fähigkeit zur
Unterscheidung der Geister
. Mystik und Askese, Gehorsam und Freiheit,
Aktion und Kontemplation sind die dialektischen Pole rechter Glaubenspraxis.
Gian Lorenzo Bernini (1598 - 1680): Ignatius überreicht Papst Paul III. die Ordensregel; dahinter der Vizekanzler des
Papstes, Alessandro Farnese 
Vor seinem Tod wünschte Ignatius, von Papst Paul IV. den letzten Segen zu erhalten, obwohl er wusste, dass dieser ihm nicht wohl gesonnen war. Der Sekretär von Ignatius nahm die Bitte nicht ernst, da er nicht an sein baldiges Ende glaubte. Doch in dieser Nacht starb Ignatius, ganz allein, ohne päpstlichen Segen und ohne Sterbesakramente. Der Orden umfasste nun rund 100 Häuser und 1000 Mitglieder in 12 Provinzen.
Der Jesuitenorden war die Antwort auf das
Zerbrechen des geschlossenen, unhinterfragt gültigen Systems der katholischen
Kirche im Spätmittelalter. Kirche und Gesellschaft waren nun in verschiedene
Bereiche auseinander gefallen, die Jesuiten machten sich nun zur Aufgabe, aus
dem Getto der treu Gebliebenen auszubrechen und in der - nicht zuletzt oft von
der Reformation neu geprägten - Gesellschaft für die Lehre der Kirche zu
streiten. Hierzu gehörte dann auch die breitgefächerte Tätigkeit in der Mission
im Zuge des Kolonialismus. Die Ausbreitung des Ordens erfolgte sehr schnell,
beim Tod des Ignatius zählte er bereits 1000 Mitglieder. Sein Wahlspruch:
omnia ad maiorem Dei gloriam
, alles zur größeren Ehre Gottes
.
Deckenfresko: Die Himmelfahrt des Ignatius, in der Kirche
S. Ignazio in Rom 
Das monumentale Grab von Ignatius befindet sich in der Kirche del Gesù in Rom; die Erdkugel über dem Altar ist aus dem größten je gefundenen Lapislazuli gefertigt. Ignatius' Geburtsort Schloss Loyola ist heute das große Kolleg San Ignacio, dessen Gründung auf eine Schenkung von Königin Marianne von Österreich zurückgeht. Erhalten sind dort das Geburts- und das Krankenzimmer von Ignatius. Der Brauch des Ignatius-Wassers wurde 1866 von Papst Pius IX. ausdrücklich bestätigt: Wasser wird geweiht, indem Gebete des Ignatius darüber gesprochen oder Reliquien eingetaucht werden, es hilft gegen Krankheiten, insbesondere bei Pestepidemien.
Kanonisation:
Ignatius wurde am 3. Dezember 1609 von Papst Paul V. selig- und 1622 von Papst Gregor XV. heiliggesprochen. Für diese Feier
wurde eigens die Kirche S. Ignazio erbaut.
Attribute:
IHS-Zeichen, drei Nägel, flammendes Herz, Drache, Weltkugel
Patron
der Exerzitien und Exerzitienhäuser; der Kinder, Schwangeren und Soldaten; gegen Fieber, Zauberei, Gewissensbisse, Skrupel,
schwere Geburt, Viehkrankheiten, Pest und Cholera
Bauernregel:
So wie Ignaz stellt sich ein, / wird der nächste Januar sein.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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