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Dionysius wurde nach dem Bericht von Gregor von Tours vom römischen Bischof Fabianus um 250 zusammen mit sechs anderen Bischöfen als Missionar nach Gallien geschickt und war vermutlich der erste Bischof des damals römischen Lutecia Parisiorum. Nachdem er dort zu predigen angefangen hatte, ordnete der römische Gouverneur seine Verhaftung an und ließ ihn enthaupten.
In der gallischen Fassung des Hieronymus zugeschriebenen Martyrologiums um 600 wird auch von Dionysius' beiden Leidensgefährten == Rusticus und == Eleutherius berichtet. Die Älteste Aufzeichnung seiner Leidensgeschichte - deren Entstehung um 520 oder im 8. Jahrhundert umstritten ist - erzählt von Dionysius' Weihe durch Clemens I. und seiner Hinrichtung vor den Toren der Stadt Paris. Eine wohl zur Zeit von Abt Fulrad entstandene Leidenserzählung setzt Dionysius mit dem Paulus-Schüler Dionysios Areopagites gleich; nun taucht auch erstmals die Legende auf, wonach Dionysius nach seiner Hinrichtung aufgestanden ist und mit seinem Kopf in den Händen ein Stück weit gegangen, um seinen Kopf vom Richtplatz Montmartre zu dem Ort zu tragen, wo er begraben sein wollte.
Dieses Bild von Dionysius mit seinem Kopf unter dem Arm hat in der Folgezeit die Überlieferung geprägt. Die Idendifizierung mit Dionysios Areopagites hatte lange Bestand, obwohl es daneben immer schon andere Traditionen gab, so bei Beda Venerabilis, Ado von Vienne oder Usuard und schon früh Zweifel laut wurden; Lorenzo Valla hat diese Gleichsetzung im 15. Jahrhundert zerstört, dennoch fand sie bis ins 19. Jahrhundert hinein noch ihre Anhänger.
Portugiesisches Altarbild, um 1475/1500, in der National Gallery of Art in
Washington
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Die Vita der Genoveva berichtet, dass auf Genovevas Initiative um 460 über dem Grab von Dionysius eine ihm geweihte Basilika errichtet worden ist. An dieser Stelle, errichtete der fränkische König Dagobert I. 626 die nach Dionysius benannte Abtei mit der Kathedrale Saint-Denis, die dann auch den Merowingern, den Karolingern und später den französischen Königen als Grablege diente.
Weil er enthauptet wurde, wird Dionysius gegen Kopfweh angerufen. Spätestens
im 9. Jahrhundert war er zum unbestrittenen Nationalheiligen
des
Frankenreiches geworden, der Kult war in Frankreich und Spanien, später auch in
Deutschland verbreitet; in Regensburg
wurde um 1050 sogar der Anspruch erhoben, nicht in St-Denis, sondern in St.
Emmeram lägen die wahren Gebeine des Heiligen. Als 1124 ein Einfall des deutschen
Kaisers Heinrich V. drohte, ließ König Ludwig VI. die Fahne des Dionysius aus
St-Denis holen, was den Kaiser anscheinend zum Rückzug veranlasste; seitdem
begleitete diese Fahne Frankreich bei seinen Feldzügen, Dionysius wurde zum
Symbol der französischen Königs- und Staatsidee und Patron der französischen
Könige. Im 14. / 15. Jahrhundert erlangte er weitere Popularität auch außerhalb
von Frankreich durch Aufnahme unter die 14
Nothelfer.
Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger
Weltchronik ![]()
Attribute:
Schwert, seinen Kopf tragend
Patron
der Schützen; gegen Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensunruhe und Seelenleiden;
bei Hundebissen und Syphilis
Bauernregel:
Regnet's an St. Dionys, / regnet's den ganzen Winter gewiss.
Donisl nass, / Winter nass.
Regen an St. Dionys, / viel Regen und Schnee im Winter gewiss.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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