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Pontius Pilatus stammte wohl aus niederem römischen Adel. Gefördert vom Präfekten der Kaisergarde in Rom, Lucius Aelius Seianus, wurde er im Jahr 26 Präfekt von Judäa und Samaria. Die liberale Haltung seiner Vorgänger gegenüber der Religion der Juden gab er auf zugunsten von Symbolen römischer Macht: er ließ Standarten mit dem Bild des Kaisers in Jerusalem aufstellen und als erster Münzen mit den Symbolen römischer Macht prägen, was die Juden mit Aktionen von passivem Widerstand beantworteten. Von der Hinrichtung galiläischer Pilger berichtet das Lukasevangelium 13, 1.
Berühmt und deshalb bis heute im christlichen Glaubensbekenntnis erwähnt wurde Pontius Pilatus als der, der das Todesurteil des Hohen Rates am Tempel von Jerusalem gegen Jesus von Nazarteth bestätigte und die Hinrichtung am Kreuz vollziehen ließ (Markusevangelium 15, 15). Als eine religiöse Volksbewegung der Samaritaner von ihm gewaltsam niedergeschlagen wurde, musste er im Jahr 36 zum Rapport beim Kaiser nach Rom reisen; Kaiser Tiberius war aber vor seiner Ankunft gestorben, der Nachfolger Caligula hatte offenbar kein Interesse an seiner Verurteilung.
Duccio di Buoninsegna: Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld (Detail) - nach
Matthäusevangelium 27, 24; 1308 - 1311, Museo dell'Opera del Duomo in Siena 
Pilatus' weiteres Schicksal liegt im Dunkeln, es gibt Berichte über einen Selbstmord im Verbannungsort Vienne im Jahr 39, andere über eine Enthauptung unter Kaiser Nero (er regierte 54 - 68). Legenden erzählen vom Selbstmord unter Kaiser Caligula, der ihn bedroht hatte; seine Leiche sei in den Tiber geworfen worden, der danach Hochwasser geführt und eine furchtbare Überschwemmung verursacht habe; deshalb habe man den Leichnam nach Frankreich gebracht und in die Rhone geworfen, worauf ein schrecklicher Sturm losbrach; so habe man seine Überreste schließlich in einen tiefen See in der Schweiz geworfen auf dem heutigen Pilatusberg. Noch heute breche dort immer, wenn man etwas in den See wirft, ein Unwetter aus und am Karfreitag hole der Teufel Pilatus aus dem See und setze ihn auf einen Thron, damit er seine Hände in Unschuld wasche. Eine spanische Legende berichtet von == Judas Ischariot als Knecht von Pilatus. Schon Tertullian beschrieb ihn als gläubig gewordenen Christen, die koptische Kirche verehrt ihn ob seines angeblichen Märtyrertodes.
Die Äthiopische Kirche verehrt Pontius Pilatus als Heiligen, weil er seinen Teil dazu beigetragen hat, dass Jesus am Kreuz starb und so die Erlösung für die ganze Menschheit ermöglichte.
Der großartige Autor Eric-Emmanuel Schmitt hat in seinem Roman Das
Evangelium nach Pilatus
versucht einen Pilatus zu zeichnen, der am Ende
vielleicht der erste Christ
wurde, bekehrt nicht zuletzt von seiner Frau - die
die Orthodoxe Kirche am 27. Oktober
als Heilige verehrt. Wie sagt ein Leser
zutreffend über dieses Buch: Ein
schwaches
Werk von E.-E. Schmitt reicht
immer noch weit über die guten
von anderen Autoren hinaus.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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