Ökumenisches Heiligenlexikon

Leo III.

Gedenktag katholisch: 12. Juni
     n.g. Gedenktag im Bistum Paderborn
     in Paris: 13. Juni
Name bedeutet: der Löwe (latein.)
Papst
* um 750 in Rom
† 12. Juni 816 daselbst

Leo war Priester in Rom und wurde 795, in unruhigen Zeiten, zum Papst gekrönt. Nach seiner Wahl sandte er die Schlüssel vom Grab des Petrus und das Banner der Stadt Rom an den Frankenkönig Karl und anerkannte damit dessen Schutzherrschaft über Rom. Seine Gegner hatten Leo zuvor Meineid und Ehebruch vorgeworfen, ihn überfallen und misshandelt bei der Prozession am Tag des Apostels Markus. Leo floh 799 zum Frankenkönig nach Paderborn, erhielt die Zusage seines Schutzes und versprach ihm wohl als Gegenleistung die Krönung zum Kaiser. Am Christfest des Jahres 800 krönte er Karl in Rom zum Kaiser. Ob die Initiative dazu von Karl oder von Leo ausging, ist umstritten; jedenfalls stellte sie einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte dar und sie kennzeichnet das Ende der päpstlichen Abhängigkeit von den östlichen Kaisern.

Karl der Große, versuchte immer wieder, sich in die Bereiche des Papstes einzumischen: 809 ließ Karl auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Aachen das Filioque anerkennen; Leo III. verhinderte aber, dass das Filioque in das Nicänische Glaubensbekenntnis eingefügt wurde, er ließ in der Peterskirche in Rom Tafeln mit dem unveränderten Glaubensbekenntnis aufhängen und vermied so - noch - den Konflikt mit der Ostkirche.

Bei der Kaiserkrönung von Karls Nachfolger Ludwig in Aachen 813 war Leo nicht anwesend, er wollte offenbar die Macht der fränkischen Kaiser über Rom nicht uneingeschränkt anerkennen. Dennoch begann unter Leo die Entwicklung zu einer Gesellschaft, in welcher der Kaiser die weltliche und der Papst die geistliche Macht inne hatte.

Aquarellierte Nachzeichnung eines von Leo III. um 799/800 beauftragten Mosaiks in  der neuerbauten Kirche S. Susanna, das inzwischen verloren ist: Petrus (Mitte) überreicht dem Papst Leo III. (links) das Pallium und dem König Karl dem Großen (rechts) eine Fahnenlanze

Aquarellierte Nachzeichnung eines von Leo III. um 799/800 beauftragten Mosaiks in der damals neuerbauten Kirche S. Susanna, das inzwischen verloren ist: Petrus (Mitte) überreicht Papst Leo III. (links) das Pallium und Karl dem Großen (rechts) eine Fahnenlanze. Aus: Bibl. Apost. Vat., Cod. Barb. lat. 2062, fol. 61r   

Mit dem von Karl gestifteten Geld baute Leo III. zahlreiche Kirchen in Rom.

Kanonisation: 1673 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Clemens X.

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie



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