|
Raffaello Sanzio: Der Schwur von Leo III., 1514 - 1517, Stanza dell'Incendio di
Borgo im Vatikan

Leo war Priester in Rom und wurde 795, in unruhigen Zeiten, zum Papst gekrönt. Nach seiner Wahl sandte er die Schlüssel vom Grab des Petrus und das Banner der Stadt Rom an den Frankenkönig Karl und anerkannte damit dessen Schutzherrschaft über Rom. Seine Gegner hatten Leo zuvor Meineid und Ehebruch vorgeworfen, ihn überfallen und misshandelt bei der Prozession am Tag des Apostels Markus. Leo floh 799 zum Frankenkönig nach Paderborn, erhielt die Zusage seines Schutzes und versprach ihm wohl als Gegenleistung die Krönung zum Kaiser. Am Christfest des Jahres 800 krönte er Karl in Rom zum Kaiser. Ob die Initiative dazu von Karl oder von Leo ausging, ist umstritten; jedenfalls stellte sie einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte dar und sie kennzeichnet das Ende der päpstlichen Abhängigkeit von den östlichen Kaisern.
Karl der Große, versuchte
immer wieder, sich in die Bereiche des Papstes einzumischen: 809 ließ Karl auf
einer SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Aachen
das Filioque
anerkennen; Leo III.
verhinderte aber, dass das Filioque
in das Nicänische
Glaubensbekenntnis eingefügt wurde, er ließ in der Peterskirche
in Rom Tafeln mit dem unveränderten Glaubensbekenntnis aufhängen und vermied so - noch
- den Konflikt mit der Ostkirche.
Bei der Kaiserkrönung von Karls Nachfolger Ludwig in Aachen 813 war Leo nicht anwesend, er wollte offenbar die Macht der fränkischen Kaiser über Rom nicht uneingeschränkt anerkennen. Dennoch begann unter Leo die Entwicklung zu einer Gesellschaft, in welcher der Kaiser die weltliche und der Papst die geistliche Macht inne hatte.
Aquarellierte Nachzeichnung eines von Leo III. um 799/800 beauftragten Mosaiks in
der damals neuerbauten Kirche S.
Susanna, das inzwischen verloren ist: Petrus
(Mitte) überreicht Papst Leo III. (links) das Pallium und Karl
dem Großen (rechts) eine Fahnenlanze. Aus: Bibl. Apost. Vat., Cod. Barb. lat. 2062,
fol. 61r 
Mit dem von Karl gestifteten Geld baute Leo III. zahlreiche Kirchen in Rom.
Kanonisation:
1673 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Clemens X.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Grandes Chroniques de France (14. Jahrhundert): Krönung von Karl
dem Großen, 14. Jahrhundert, Bibliothèque Nationale de France, Paris

|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|
||||||||||||||||||||