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Alkuin, Sohn einer Adelsfamilie, wurde an der Domschule seiner Heimatstadt York unter den Erzbischöfen Egbert und Ælbert erzogen, dann selbst dort Lehrer, 766 schließlich Schulleiter der damals berühmtesten Bildungsstätte Englands; die Bibliothek in York war wohl die umfangreichste des Abendlandes. Während einer Romreise traf er 781 in Parma mit Karl dem Großen zusammen, der ihn nach Aachen holte als Leiter der Hofschule und Berater insbesondere in Fragen der Eingliederung unterworfener Völker in sein Reich und deren Christianisierung. Von Aachen aus wirkte er als Lehrer und Gelehrter im ganzen Reich, an der Hofschule gehörten zu seinen Schülern Angilibert, Adalhard, Hrabanus Maurus und Einhard.
Alkuin reformierte durch die Einführung von Schriftschulen
sowie
mit zahlreichen grammatischen, dialektischen und theologischen Texten das
klösterliche Bildungswesen im Frankenreich und wurde so Vater der
Karolingischen Renaissance
. Unter seiner Anleitung verbesserten die Schreiber
der Hofschule alte christliche Schriften und Texte antiker Autoren, die durch
das Abschreiben in den Klöstern fehlerhaft geworden waren. Eine Reihe moderner
Editionen klassischer Texte beruhen noch heute auf diesen Abschriften. Wichtig
wurde darunter die Alkuin-Bibel, eine Bereinigung der Vulgata des Hieronymus;
diese korrigierte Fassung blieb das ganze Mittelalter hindurch der verbindliche
Bibeltext.
Seite aus der Züricher Alkuinbibel, um 800, aus der Dia-Sammlung von Fritz
Milkau, Institut für Bibliothekswissenschaft an der Humboldt Universität in
Berlin
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Alkuin verfasste liturgische Schriften, Heiligenviten, ein Epos über die
Heiligen der Kirche von York,
didaktische Schriften wie eine Grammatik in Form eines Lehrdialogs, dazu
Bibelkommentare und zahlreiche Briefe. Unter seinem Namen sind über 300 Gedichte
erhalten, darunter viele Briefgedichte, die die starke menschliche
Bindungsfähigkeit des Alkuins offenbaren, und eine Versfassung der
Lebensgeschichte von Willibrord.
Wohl möglich ist, dass Alkuin auch der Verfasser einer anonymen Sammlung
mathematischer Aufgaben aus Arithmetik und Geometrie; die Propositiones ad
acuendos iuvenes
sind die Älteste mathematische Aufgabensammlung in
lateinischer Sprache.
Unter Alkuins Leitung entstand die neue Schrift, genannt karolingische
Minuskel
, mit vielen Elementen lateinischer Handschrift, vom 9. bis zum 12.
Jahrhundert die meistverwendete Buch- und Urkundenschrift im westlichen Europa
und Vorläuferin unserer heutigen Kleinbuchstaben. Wichtiges Zeugnis hierfür ist
die Alkuinbibel
, die er Karl dem
Großen anlässlich von dessen Kaiserkrönung 800 in Rom
übergab.
Nach Aufenthalten in England im Jahr 786 sowie von 789 bis 793 wurde Alkuin 796 - obwohl selbst kein Mönch, sondern nur mit der Weihe eines Diakons versehen - Abt der Benediktinerabtei von St. Martin in Tours. Er belebte das mönchische Leben und führte insbesondere die Klosterschule zu hohem Ruf.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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