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Bartholomäus Bruyn der Ältere: Anbetung der heiligen drei Könige, im
Wallraff-Richartz-Museum in Köln
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Die Heiligen drei Könige
waren die Weisen aus dem Morgenland, von denen das
Matthäusevangelium berichtet: Und sahen das Kindlein, warfen sich nieder,
huldigten ihm, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gold und Weihrauch und
Myrrhe
(Matthäusevangelium 2, 11).
An diese Textstellen schlossen sich schon früh Ausdeutungen an; die Zahl der
Weisen war zunächst noch nicht auf drei festgelegt. Der Ausdruck Könige
wurde
dann im 3. Jahrhundert von Tertullian
und anderen Kirchenschriftstellern gebraucht. Ihre heutigen Namen tauchten
erstmals im 6. Jahrhundert auf und wurden im 9. Jahrhundert volkstümlich. Als
Sterndeuter, Philosophen und Zauberer sucht sie die Legenda
Aurea zu erklären. Zahlreiche Legenden und Kommentare erzählen das von
Wundern erfüllte Leben der drei Weisen, ehe ihnen der Weihnachtsstern
erschien, sie die Reise nach Jerusalem
unternahmen, vor Herodes standen und, nach der Verehrung des Kindes und durch
einen Engel im Traumgesicht gewarnt, einen anderen Rückweg in die Heimat
einschlugen.
Aus frühchristlichen Quellen stammt die Erzählung von ihrer Taufe durch den Apostel Thomas und von ihrer Bischofswürde, von einem gemeinsamen Weihnachtsfest im Jahr 54 und ihrem unmittelbar darauf folgenden Tod, vom Auffinden ihrer Gebeine und deren Überführung nach Konstantinopel durch Kaiserin Helena.
Aus der Zahl der Gaben Myrre, Gold und Weihrauch schloss man im 3.
Jahrhundert auf die Dreizahl der Magier. Ab dem 6. Jahrhundert bekamen sie ihre
Namen, zunächst Thaddadia, Melchior und Balytora
. Seit dem 8. Jahrhundert
heißen sie Caspar, Melchior
und Balthasar
, zugleich wurden sie in den Stand der Könige erhoben.
Verschieden wurden im Schrifttum des Mittelalters die Namen und Geschenke
gedeutet. Im Malerbuch vom Berg Athos ist die Folge Caspar, Melchior, Balthasar
festgelegt. Die Geschenke sind am verständlichsten in den Gesta Romanorum
gedeutet: Das Gold - traditionell von Melchior überbracht - bezeichnet den einem
König gebührenden Weisheitsschatz, der Weihrauch - meist Balthasar zugeordnet -
das ergebungsvolle Opfer und Gebet, die Myrrhe - das Geschenk des Caspar - die
reinhaltende Kraft der Selbstbeherrschung. Im 12. Jahrhundert kam die
Unterscheidung von drei Lebensaltern auf: demnach war Balthasar ein Greis,
Melchior ein Mann mittleren Alters, Caspar ein Jüngling; seitdem trat der
jüngste als Mohr auf. Die drei Könige wurden auch als Vertreter der damals
bekannten drei Weltteile angesehen, wobei Balthasar meist Asien, Melchior Europa
und Caspar als Schwarzer Afrika vertritt. Teilweise wurden sie auch
zurückgeführt auf die drei Söhne Noahs.
Albrecht Dürer: Anbetung der
heiligen drei Könige, 1504, Galleria degli Uffizi in Florenz
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Angebliche Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland wurden der Legende nach von Helena im heiligen Land gefunden und nach Konstantinopel gebracht; Ende des 4. Jahrhunderts habe der Kaiser von Byzanz sie nach Mailand verschenkt; nach der Unterwerfung Mailands brachte Rainald von Dassel, der Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, sie 1164 nach Köln, wo seither das Fest dieser Übertragung gefeiert wird.
Die Echtheit der Reliquien ist höchst fragwürdig: warum sollten die Gebeine
in Palästina begraben sein, wo doch die Bibel berichtet, die Weisen seien nach
der Anbetung des Jesuskindes
in ihre Heimat zurückgekehrt (Matthäusevangelium 2, 12). Auch die Überführung
von Konstantinopel nach Mailand
ist nur in einer posthumen Biographie eines Mailänder Bischofs erwähnt, der
Vita Eutorgii
, die mehrere hundert Jahre später ausgerechnet in Köln
entstand. Vermutlich hat also Rainald von Dassel als rechte Hand des deutschen
Kaisers diese Legende einfach politisch ausgenützt, um im damaligen Streit
zwischen Papst und Kaiser seinem Herrn einen Vorteil zu verschaffen: die Könige,
also die weltlichen Herrscher, waren die ersten, die das Christkind anbeteten,
und haben deshalb Vorrecht vor dem Papst. So wird auch klar, warum die Päpste
kein Interesse hatten, durch eine Heiligsprechung diese Sicht der Dinge zu
befördern: eine Heiligsprechung hat es für die Heiligen Drei Könige
nie
gegeben.
Wegen ihrer Reise zum neugeborenen Jesuskind wurden die drei Weisen zu
Patronen der Reisenden und Pilger, besonders auch als Patrone für die letzte
Reise
, den Tod. Die Namen vieler Gaststätten haben hier ihre Wurzel: Stern
,
Drei Kronen
, Mohr
u.a.
Ramo di Paganello u.a.: Die Heiligen Drei Könige
im Stall, Marmorrelief, 14. Jahrhundert,
am Dom in Orvieto
Schon um 378 wurden Wechselgesänge zwischen Maria
und den Magiern bezeugt. Dreikönigsspiele waren bis in die Neuzeit beliebt. Noch
heute weit verbreitet ist in der katholischen Kirche der Brauch der von Haus zu
Haus ziehenden Sternsinger, die um eine Gabe
bitten und das Haus segnen, wobei die jeweilige Jahreszahl und die Initialen C +
M + B an die Haustür geschrieben werden. Das Sternsingen wurde im 16.
Jahrhundert erstmals urkundlich vermerkt und war bald schon sehr verbreitet.
Zunächst wurde ein Kreuz auf die Türen gemalt, daraus entwickelten sich der
Haussegen C + M + B
, Christus Mansionem Benedicat
, Christus segne das Haus
,
welcher das Böse abhalten soll. Der Brauch des Sternsingens verlor sich,
Schlesienflüchtlinge brachten diesen Brauch nach dem Krieg wieder mit; 1958
wollte man in der katholischen Kirche in Deutschland den Missionsgedanken
fördern und beschloss die Wiedereinführung des Sternsingens.
In Spanien bringen die Heiligen Drei Könige - nicht das Christkind
- den Kindern die Geschenke. An einigen Orten stellen die Kinder ihre Schuhe
hinaus, Ähnlich wie in Deutschland zu Nikolaus,
an anderen Orten werden die Geschenke öffentlich übergeben. Die Kinder schreiben
zuvor ihren Wunschzettel an ihren Lieblings-König
und werden dann auch von
diesem bedacht.
Kanonisation:
Eine offizielle Heiligsprechung hat es für die Heiligen Drei Könige
nie gegeben.
Attribute:
Könige mit Geschenken, Krone, Stern
Patron
von Köln; der Pilger und Reisenden, der Kürschner und Spielkartenhersteller, des
Gastgewerbes; gegen Zauberei, Epilepsie, Gewitter und Hagel
Bauernregeln
(für den 6. Januar): Wie sich das Wetter bis Dreikönig hält, / so ist
das nächste Jahr bestellt.
Heiligdreikönig sonnig und still, / Winter vor Ostern
nicht weichen will.
Ist Dreikönig hell und klar, / gibt's viel Wein in diesem Jahr.
Dreikönigsabend hell und klar, / verspricht ein gutes Erntejahr.
Heilig Drei König ohne Eis / wird Pankratius
sicher weiß.
Ist bis Dreikönigstag kein Winter, / so kommt auch kein strenger mehr
dahinter.
Die Heiligen Drei Könige bauen eine Brücke oder brechen ein.
Die Heiligen Drei Könige kommen oder gehen im Wasser.
Legenda Aurea: Erscheinung des Herrn
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
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