Gedenktag katholisch: 16. April
in Frankreich: 18. Februar
Name bedeutet: kleine, starke Bärin (althochdt.-französ.)
Bernadette, ältestes von sechs Kindern, war Tochter eines Müllers, der zum Tagelöhner abgestiegen war und zeitweise im Gefängnis saß, aufgewachsen in einer alten, dunklen und feuchten Mühle, wo sie sich vermutlich das Asthmaleiden zuzog, das sie ihr Leben lang plagte. Sie blieb ohne Schulbildung und musste als Schweinehirtin und als Bedienung in einer Schänke arbeiten.
Am 11. Februar 1858, also kurz nach ihrem 14. Geburtstag, hatte Bernadette
beim Holzsammeln im Wald zum erstenmal die Vision, die sich im folgenden halben
Jahr noch 17 Mal wiederholen sollte: Ihr erschien in der wenige Meter von ihrem
Elternhaus entfernten Grotte Massabielle eine weibliche Gestalt von großer
Schönheit in einer goldschimmernden Wolke. Die Dame
, wie Bernadette sie
bewundernd-ehrfurchtsvoll nannte und die sich erst später als Maria
erwies, forderte Bernadette zum Bau einer Kirche an der Grotte und zur
Abhaltung von Prozessionen zu diesem Ort auf.
Das einzige Foto, das Bernadette in der Grotte in
Lourdes zeigt, entstand 1862 
In einer zweiten Erscheinung 14 Tage später forderte die Dame
Bernadette
zum Trinken aus der Grotte auf. Es war aber kein Wasser zu sehen; Bernadette
kratzte etwas Erde weg, plötzlich entsprang der Stelle klares Wasser. Maria
offenbarte ihr die Heilkraft der Quelle. Ein erblindeter Mann fand tatsächlich
sein Augenlicht wieder, die Nachricht von der Heilkraft des Wassers verbreitete
sich rasch. Am 16. Juli 1858 erlebte Bernadette die letzte der 18 Erscheinungen, bei der
sich Maria - vier Jahre nach Verkündigung des entsprechenden Dogmas durch Papst
Pius IX. - als die unbefleckt
Empfangene
zu erkennen gab. Im selben Jahr gab es das erste von bislang 66 von
der katholischen Kirche anerkannten Heilungswundern: Catherine Latapie Chourat
tauchte ihren gelähmten Arm in die Quelle und zog ihn geheilt wieder heraus.
Bernadette wirkte sehr überzeugend, bis zu 10 000 Menschen haben zugesehen, als
sie mit der unsichtbaren Frau redete; dennoch war ihr Beichtvater zunächst der
Ansicht, dass sie einfach nur eine zu lebhafte Fantasie habe.
Vier Jahre nach der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius XI. hatte sich Maria erstmals Bernadette Soubirous in der Grotte zu Massabielle gezeigt, weitere vier Jahre später, 1862, bestätigte Bischof Bertrand-Sévère Laurence von Tarbes die Echtheit der Visionen. Lourdes entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte. Bernadette hatte Misstrauen, Unverständnis und Anfeindungen, zudem ihre schweren Krankheiten zu ertragen. Die Presse nannte sie eine hysterische Person, zweifelte an ihrer Glaubwürdigkeit, selbst der berühmte Schriftsteller Emile Zola bekundete sein Misstrauen.
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Regisseur Henry King drehte 1943 den Film Das Lied von Bernadette
nach dem Roman von Franz Werfel mit der
Hauptdarstellerin Jennifer Jones, die dafür einen Oscar
erhielt; Perry Como sang das Ave Maria
zu dieser
Szene der Erscheinung von Maria vor Bernadette.
Video:Zur Darstellung des Videos müssen Sie mit dem Internet verbunden sein Auch den ganzen Film gibt es, in Englisch bei Youtube
Um sich der Neugier, Belästigungen und Aufdringlichkeiten zu erwehren,
verließ Bernadette 1866 ihre Heimat und schloss sich den Barmherzigen Schwestern
im Kloster St. Gildard in Nevers-sur-Loire
an; 1867 legte sie ihre Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Marie Bernarde und
die Auflage, nicht mehr über ihre Visionen zu reden. Auch im Kloster wurde sie
immer wieder gedemütigt und erniedrigt, doch alle Enttäuschungen konnten sie
nicht von der Liebe zu jener Dame
abbringen. Einer ihrer Mitschwestern stellte
Bernadette die Frage: Was tut man mit einem Besen?
Man kehrt mit ihm.
Und
anschließend?
Man stellt ihn hinter die Tür in die Ecke.
Eben! Das ist meine
Geschichte. Maria hat mich benutzt und
nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz.
Im Kloster durfte über ihre
Vergangenheit nicht gesprochen werden.
1879 starb Bernadette, erschöpft und von ihren Krankheiten ausgezehrt, an Knochentuberkulose. Ihr Leib, aufgebahrt im Glasschrein des Klosters in Nevers, blieb unverwest.
Schrein mit dem unverwesten Leichnam, von einer Wachsmaske überzogen, in der Kirche St. Gildard in Nevers
Lourdes wurde zum berühmtesten Marienwallfahrtsort der Welt, Hunderttausende suchen hier Heilung. 1858 erfolgte die erste wundersame Heilung, als Catherine Latapie Chourat ihren gelähmten Arm geheilt aus dem Wasser zog. Dokumentiert sind bislang über 7000 medizinisch auffällige Heilungen, 2000 davon von Ärzten als unerklärlich eingestuft, bislang 68 hat die katholische Kirche nach eingehender Prüfung als Wunderheilungen anerkannt, als bislang letzte die an dem an Multipler Sklerose erkrankten Jean-Pierre Bély aus dem Jahr 1987. Andachtsbilder von Bernadette waren die ersten, die fotografisch erstellt wurden.
Basilika der unbefleckten Empfängnis (obere Basilika), erbaut über der Grotte de Massabielle in Lourdes
Die Grotte in Lourdes ist eigentlich nur ein Felsüberhang, geschwärzt von Kerzen und von Millionen Händen. Ein Schild macht darauf aufmerksam, dass dieser Ort videoüberwacht wird. In einer Ecke ist die bei der zweiten Vision entsprungene Quelle, bedeckt von einer Glasplatte, daneben Blumen und ein Schrein, in den die Gläubigen Zettel mit ihren Bitten an die Jungfrau einwerfen. Außerdem steht eine Marmorstatue der Jungfrau in der Grotte, die Bernadette noch selber gesehen hat, in der sie allerdings die ihr erschienene Maria nicht wiedererkannte. Über der Grotte wurde gemäß den Anweisungen aus den Erscheinungen eine Kirche gebaut; inzwischen stehen dort sogar drei Kirchen übereinander; das größte und neueste Gotteshaus ist die unterirdische Basilika, die 25 000 Gläubige aufnehmen kann.
Im 20. Jahrhundert soll sie sich Maria insgesamt 427 Mal gezeigt haben, oft
vor Mädchen im Stadium der Pubertät oder Vorpubertät, wie etwa bei der elfjährigen Mariette Beco aus
Banneux in Belgien, der 1933 acht Erscheinungen
zuteil geworden seien. Aber sogar die offizielle kirchliche Website von Lourdes warnt ausdrücklich vor gefährlichem
Gefühlsglauben
und macht darauf aufmerksam, dass es darauf ankomme, den Glauben auf den Offenbarungen aufzubauen
.
Video:Zur Darstellung des Videos müssen Sie mit dem Internet verbunden sein Alle Fotos, die es von Bernadette gibt, stellt dieses Video vor.
Kanonisation:
seliggesprochen wurde Bernadette 1925, heiliggesprochen wurde sie 1934 von Papst Pius XI.
My Name is Bernadette. Die Autobiographie in englischer Sprache
Die Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG³)
Im Kunstverlag Josef Fink erschien von Erich Legler:
Geh zur Quelle, Wallfahrt nach Lourdes.
Portrait im Museum in Lourdes

Franz Werfel war als Jude ständig auf der Flucht vor
den Nationalsozialisten, schließlich konnte er gerade noch aus Frankreich in die USA entkommen. Er schrieb 1940 / 41
zum Dank für diese Rettung sein umfangreiches Buch
Das Lied von Bernadette
, das
auch Grundlage der Verfilmung war. Am Beispiel des einfachen Mädchens wird gezeigt, wie mitten in unserem rohen und
skeptischen Zeitalter die göttlichen Kräfte wirken und durch sie auch ein unwissendes, aber geniales Geschöpf über das
gewöhnliche Maß hinausgehoben wird.
Es gibt eine sehr schöne
Website über Bernadette und Lourdes. Sie enthält in französischer
Sprache Informationen und Abbildungen zum Leben von Bernadette, Aussagen von Zeitzeugen, Darstellungen ihres Wirkens und
ausführliche Informationen zu Wallfahrten nach Lourdes,
dazu eine Webcam
über das Geschehen an der Grotte; die Website gibt es auch
auf Deutsch
und in
englischer sowie weiteren Sprachen.
* Besucher sollten aufpassen, das richtige Lourdes zu finden. Nur rund 60 Kilometer Luftline entfernt liegt östlich das 93 Einwohner zählende Dörfchen Lourde, das auch eine Jungfrau aufweist, die wie im berühmten Wallfahrtsort auf einem Felsen steht, an dem eine Quelle entspringt und der ebenfalls Heilkraft nachgesagt wird; deren Wunder wurden von der katholischen Kirche allerdings nie anerkannt. Verwechslungen mit dem kleinen Lourde gab es schon immer, aber durch die Navigationssysteme in den Autos und irrtümliche Eingaben sind diese sprunghaft angestiegen.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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