Menue

Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria - Conception

- katholische Kirche: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria: Maria Immaculata
- orthodoxe Kirchen, orientalische Kirchen, anglikanische Kirche: Empfängnis der Gottesmutter Maria

Gedenktag katholisch: 8. Dezember
Hochfest
Diözesankalender Köln

Gedenktag anglikanisch: 8. Dezember

Gedenktag orthodox: 9. Dezember

Gedenktag armenisch: 9. Dezember

Name bedeutet: C: Empfängnis (latein.)

Biografie: => Maria

Conception, das Fest der Empfängnis der Gottesmutter Maria, bezieht sich auf die Empfängnis der Maria durch ihre Mutter Anna.

Neun Monate vor Mariä Geburt feiert die Kirche damit die Empfängnis der Gottesmutter. Der Osten feierte das Fest an manchen Orten schon um 700 als Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna, über Süditalien und Frankreich kam es nach England und erhielt seinen Fokus auf die Unbeflecktheit dieser Empfängnis; um 1100 führte es Anselm von Canterbury für seine Diözese ein. Durch Franziskanertheologen fand es allgemeine Verbreitung. 1477 führte Papst Sixtus IV. das Fest im Bistum Rom ein, seitdem wird es am 8. Dezember mit Messe und Hochamt zelebriert. Unter Papst Clemens XI. weitete sich das Fest als Mariä Empfängnis 1708 auf die gesamte katholische Kirche aus.

1854 verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis nicht nur des Gottessohnes Jesus durch Maria, sondern auch der Maria durch Anna. Bei der Empfängnis Christi ist nach katholischer Lehre das Entscheidende die Empfängnis durch die Kraft des Heiligen Geistes und die unversehrte Jungfrauschaft der Gottesmutter Maria vor, während und nach der Geburt. Bei der Empfängnis der Maria durch Anna steht die Mitwirkung von Joachim außer Frage, die Besonderheit ist jedoch, dass durch Gott Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde. Das neue päpstliche Dogma stieß damals wie heute sowohl in den protestantischen Kirchen wie in der Orthodoxen Kirche auf Ablehnung.

Säule auf der Piazza di Spagna in Rom, nach Verkündigung des Dogmas im Auftrag von Papst Pius IX.1856 aufgerichtet, mit Bronzefigur von Giuseppe Obici: die Muttergottes auf einer Erdkugel stehend, unter ihren Füßen die Schlange, gefertigt nach der Beschreibung von Katharina Labouré

Säule auf der Piazza di Spagna in Rom, nach Verkündigung des Dogmas im Auftrag von Papst Pius IX. 1856 aufgerichtet, mit Bronzefigur von Giuseppe Obici: die Muttergottes auf einer Erdkugel stehend, unter ihren Füßen die Schlange, gefertigt nach der Beschreibung von Katharina Labouré; an der Basis der Säule vier Gestalten des Alten Testaments: Mose, Daniel, Jesaja und Ezechiel

Die Kirchen des Ostens besingen in Hymnen die Besonderheit der Erwählung der Gottesmutter, lehnen aber ab, wie dieses Dogma durch den Entscheid des Papstes verkündet wurde.

Früher sollten an diesem Tag die Frauen nicht arbeiten; gleichwohl war er nach alter Sitte der Tag des Beginns der weihnachtlichen Bäckereien. Seit 1953 pflegen die Päpste in Rom den Brauch, sich am Nachmittag des 8. Dezembers zur Säule der Unbefleckten Empfängnis auf der Piazza di Spagna in Rom zu begeben, um sich - nach der Übergabe eines Blumengebindes - im Gebet vertrauensvoll an die heilige Jungfrau zu wenden. Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen Teilablass, der an einer öffentlich abgehaltenen Gebetsnovene zur Vorbereitung auf dieses Fest teilnimmt.

Maria Empfängnis ist heute gesetzlicher Feiertag in Österreich, Liechtenstein und den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz sowie in Italien, Spanien, Portugal, Malta und Argentinien.

Patronin der Tuchscherer, Böttcher und Tapezierer; der Diözese Köln und des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg
Bauernregel: Zu Mariä Empfängnis Regen, / bringt dem Heu keinen Segen.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia





Quellen:

• E-Mail Domvikar Peter Lauer vom 6. Dezember 2004
• http://www.bauernregeln.net/dezember.html
• http://www.zenit.org/german/visualizza.phtml?sid=99566
• Handbuch der Ablässe, Normen und Bewilligungen. Deutsche Ausgabe des Enchiridion Indulgentiarum, Rosenkranz-Verlag, München 1971
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997