Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes von Damaskus

Gedenktag katholisch: 4. Dezember
     n.g. Gedenktag
Gedenktag evangelisch: 4. Dezember (ELCA, LCMS)
Gedenktag anglikanisch: 4. Dezember
Gedenktag orthodox: 4. Dezember
Gedenktag armenisch: 4. Dezember
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Mönch, Kirchenlehrer
* um 645 in Damaskus in Syrien
† um 750 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem in Israel
Kartenskizze Kartenskizze

Johannes wurde in Damaskus geboren, sein Vater war arabischer Christ und Finanzminister am Hof des Kalifen. Johannes war Spielgefährte des Sohnes des Kalifen, erhielt eine standesgemäß gute Ausbildung und wurde Nachfolger seines Vaters. Mit dem Regierungsantritt des neuen Kalifen Abd el Malek 685 brach für Christen eine Zeit der Diskriminierung und Entfernung aus ihren Ämtern an.

Zusammen mit seinem Stiefbruder zog Johannes sich noch vor 700 ins Kloster von Mar Saba bei Jerusalem zurück, wo er sich bei der Nachwelt einen Namen als Gelehrter, Theologe, Prediger und Dichter erwarb, besonders seine Gedichte und seine Werke der Kirchenmusik werden noch heute beachtet. Er wurde Berater des Patriarchen von Jerusalem, der ihn auch zum Priester weihte. Sein großes Redetalent brachte ihm den Beinamen Chrysorrhoas, goldener Strom, ein. Er verfasste eines der ersten Standardwerke der ostkirchlichen Theologie, Die Quelle der Erkenntnis. Dieser Text besteht aus einer Dialektik, einer Geschichte der Irrlehren sowie der Darstellung des orthodoxen Glaubens. Dieser dritte und wichtigste Abschnitt lieferte eine vollständige Dogmatik, welche die Lehren der altgriechischen Kirchenväter und die Ergebnisse der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. n des 4. bis 7. Jahrhunderts zusammenfasst. Einige nannten ihn den Thomas von Aquin des Ostens.

Im Bilderstreit stand Johannes entschieden auf der Seite der Befürworter der Ikonographie; die Entwicklung einer Theologie der Ikonen, die für die Orthodoxie kennzeichnend werden sollte, verdankte Johannes die entscheidenden Impulse. Demgemäß bekämpfte er die Edikte des byzantinischen Kaisers Leo III., der sich gegen die Verehrung von Statuen und bildlichen Darstellungen aussprach.

Legenden berichten, dass man Johannes aufgrund einer Verleumdung die Hand abhackte, die aber auf wundersame Weise wieder anwuchs und ihm das weitere Schreiben ermöglichte. Er starb in hohem Alter, möglicherweise wurde er 104 Jahre alt.

Bis ins 12. Jahrhundert wurden Johannes' Gebeine in seinem Kloster aufbewahrt, seitdem sind sie verschollen.

Kanonisation: Papst Leo XIII ernannte Johannes 1890 zum Kirchenlehrer und Patron der Theologiestudenten des Ostens.
Patron der Apotheker, Ikonenmaler, Theologiestudenten

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

Die Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.bautz.de/bbkl/j/Johannes_v_dam.shtml



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