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aus: Paulus Jovius: Vitae illustrium virorum, Basel
1577 ![]()
Albertus stammte aus einer Ministerialenfamilie. 1223 trat er in Padua in den erst zehn Jahre alten Dominikanerorden ein, studierte und wurde 1245 zum Magister der Theologie promoviert. 1248 wurde er erster Leiter des Studium generale nach Köln geschickt, wo er eine Ordensuniversität gründete, aus der sich später die Kölner Universität entwickelte. Er förderte den Plan zum Bau des Kölner Domes, richtete Ausbildungsstätten an den Dominikanerklöstern in Straßburg, Freiburg im Breisgau und Hildesheim ein und lehrte 1243 bis 1244 an der theologischen Fakultät in Paris; einer seiner ersten Schüler dort war Thomas von Aquin.
Albertus wurde 1254 in Worms zum Provinzial der Dominikanerprovinz Teutonia gewählt. Er bereiste in diesem Amt den Westen Europas, oft zu Fuß, wanderte von Kloster zu Kloster und sorgte für die Einhaltung der strengen Regeln. Im Gehorsam gegenüber dem Willen von Papst Alexander IV. übernahm er 1260 das herunter gewirtschaftete Bistum Regensburg. Er war zwei Jahre Bischof von Regensburg und warb dann 1263/64 in Böhmen und Deutschland mit Predigten für den 7. Kreuzzug. 1264 bis 1266 lehrte er in Würzburg, danach in Straßburg, bevor ihm der Papst 1269 die Rückkehr in die Ruhe des Klosters in Köln erlaubte.
Tommaso da Modena: Fresko von 1352 im Kapitelsaal des ehemaligen Dominikanerklosters
San Niccolò in Treviso
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Albertus war einer der ganz großen theologischen Lehrer des Mittelalters,
deshalb auch Doctor expertus
, erfahrener Lehrer
und Doctor venerabilis
,
verehrungswürdiger Lehrer
genannt. Und er war
einer der ersten großen mittelalterlichen Naturwissenschaftler in den Fächern
Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie, daher sein
Ehrenname Doctor universalis
. Aber auch der Verdacht der Zauberei wurde
deshalb gegen ihn erhoben. Seine Wiederentdeckung der Naturwissenschaften, ergab
sich aus der Einführung der aristotelischen Philosophie in die mittelalterliche
Scholastik, bei der Albertus zur Schlüsselfigur wurde. In den scholastischen
Kreisen des frühen 13. Jahrhunderts waren die Werke von Aristoteles weithin
abgelehnt worden, die Kenntnisse der kirchlich geschulten Scholastiker
beschränkten sich auf Aristoteles' Logik, wie sie in der Tradition von
Augustinus und den Neuplatonikern ausgelegt wurde.
Albertus beschäftigte sich eingehend mit den Schriften von Aristoteles,
unterzog sie einer gründlichen Untersuchung, kommentierte sie und widersprach
ihnen gelegentlich aufgrund eigener sorgfältiger Beobachtungen. Seine
Gelehrsamkeit umfasste auch arabisches und jüdisches Gedankengut. Er verfasste
grundlegend neue Werke und war zu seiner Zeit mit der Autorität des Aristoteles
zu vergleichen. In seiner Summa Theologiae
, seiner umfassenden Darstellung der
Theologie, erschienen um 1270, versuchte er aristotelisches Gedankengut mit den
christlichen Lehren zu vereinen. Menschliches Denken könne die Offenbarung nicht
widerlegen, gleichzeitig sei aber auch das Recht des Philosophen zu verteidigen,
die göttlichen Mysterien zu erforschen. Das Werk blieb unvollendet, es wurde
sicher zur Inspiration für das gleichnamige Monumentalwerk von Albertus' Schüler
Thomas.
Albertus blieb zeitlebens ein frommer Beter und ein demütiger und bescheidener Mensch.
Auch als Bischof von Regensburg behielt er die Fußbekleidung eines Bauern bei und bekam
deshalb auch den Kosenamen Bischof Bundschuh
.
Albertus' Reliquien ruhen in der Kölner St.-Andreas-Kirche.
Kanonisation:
Albertus wurde im Jahre 1622 selig, dann 1931 von Papst Pius XI. heilig
gesprochen, gleichzeitig wurde ihm der Titel eines Kirchenlehrers
verliehen. 1941 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron aller
Naturwissenschaftler.
Patron
der Theologen, Philosophen, Naturwissenschaftler, Medizintechniker, Studenten und Bergleute
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Die Katholische
Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus in Ottobrunn bietet schön
zusammengestellte Informationen über ihren Patron.
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