Gedenktag katholisch: 13. Dezember
gebotener Gedenktag
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
und im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
Fest in Malta
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Übertragung der Gebeine nach Venedig: 18. Januar
Gedenktag evangelisch: 13. Dezember
Gedenktag anglikanisch: 13. Dezember
Gedenktag orthodox: 13. Dezember
Gedenktag armenisch: 14. Dezember
Name bedeutet: die Leuchtende (latein.)
Francesco del Cossa: Lucia, 1435-1477, National Gallery of Art in Washington

Lucia ist eine historische Figur, ihr Grab wurde in Siracusa wieder aufgefunden. 1894 fand man zudem eine Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Siracusa, die Lucias frühe Verehrung bezeugt.
Nach der Legende gelobte Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der Agatha. Ein Gebet und eine Erscheinung heilten die Mutter, die ebenfalls Christin wurde. In einem Traumgesicht erschien Agatha der Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene, d.h. das Martyrium, voraus. Zurückgekehrt, kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung. Mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie dann eine Armen- und Krankenstation, auch die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter. Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden.
Ihren Verlobten wies Lucia nun ab, er erfuhr zudem vom Verschenken des Erbes und überantwortete Lucia dem Präfekten. Der wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen - ähnlich der Agatha -, aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen. Weder ein Zauberer noch rund um sie entzündetes Feuer und über sie gegossenes siedendes Öl konnten ihr etwas anhaben. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle; mit durchschnittenem Hals betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden des Christenreiches, da Kaiser Maximian gestorben und Kaiser Diokletian vertrieben sei. Weitere Legenden berichten, dass sie sich ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr Maria noch schönere Augen wiedergegeben. Lucia starb erst, nachdem ein Priester ihr die Hostie gereicht hatte.
Paolo Veronese: Martyrium und letzte Kommunion der Heiligen Lucia, um 1582,
National Gallery of Art in Washington

Wohl schon Papst Gregor I. nahm Lucia in den Messkanon auf. Aldhelm von Sherborne berichtete von Lucia geweihten Klöstern in Rom und in Syrakus - dem heutigen Siracusa. Lucia stellt eine der Jungfrauen in den Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert in Ravenna dar. Papst Honorius I. ließ für sie um 630 die Kirche S. Lucia in Selci errichten.
Die nach Lucia benannte Kirche in Siracusa steht auf frühchristlichen Katakomben. Ihre Reliquien wurden angeblich 1038 nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - gebracht, um sie vor den muslimischen Besatzern in Siracusa zu retten, dann 1204 beim 4. Kreuzzug nach Venedig geholt, wo sie seitdem in einem Glassarg ruhen. In Siracusa wird ein Finger, seit 1987 ein ganzer Unterarm verwahrt; nach anderer Überlieferung liegen Reliquien seit 970 auch in Metz.
Von Metz aus breitete sich Lucias Verehrung in Deutschland und ganz Europa aus. In Italien hat Lucias Legende volkstümliche Dichtung und Lieder befruchtet; auch Dante Alighieri nahm das Motiv auf.
Bis zur gregorianischen
Kalenderreform war der Luciatag der kürzeste Tag des Jahres. Darauf beruhten
Bräuche vorchristlichen Ursprungs von der grausigen Lucia, die als Furcht
einflößende Gestalt schlampige Mägde und ungezogene Kinder bedrohte. Die
grausige Lucia trat in verschiedenen Varianten auf: als Lutzelfrau, Lussibrud,
Lucienbraut, Pudelmutter, Butzenlutz, Lucka oder Lucia. Lügnern schnitt sie die
Zunge ab. In der Luciennacht war es streng verboten, Brot zu backen, zu spinnen
oder zu nähen. In Österreich trat Lucia in Begleitung des Nikolaus
als Budelfrau
oder an ihrem Festtag als weißgekleidete Lutscherl
auf, in
anderen Gegenden auch als Schnabelpercht
. In Fürstenfeldbruck
bei München werden am Lucientag kleine gebastelte Boote mit Lichtern auf der Amper,
dem örtlichen Fluss, zu Wasser gelassen.
Im Mittelalter wurden am Luciatag die Kinder beschert, der 24. Dezember wurde
erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag gefeiert. Noch heute wird in Italien am
Luciatag Torrone dei poveri
als Mahlzeit für die Armen vorbereitet:
Kichererbsen werden mit Zucker gekocht, bis daraus eine feste Masse entsteht.
Bei Dante im Inferno
ist Lucia Trägerin des himmlischen Lichtes. In Italien
ist sie seit jeher eine beliebte Heilige. Lucienbräuche finden sich auch in
Ungarn, Serbien und Süddeutschland: am Luciatag werden ähnlich wie am Barbaratag
Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt; blühen sie nach vier
Wochen auf, soll einem das Glück im kommenden Jahr hold sein.
Ludovico Mazzanti: Altarbild, um 1720, in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo

Der Lucientag war früher mit Losbrauchtum und Wetterorakeln verbunden. Mädchen trennten ein Stück Rinde von einer Weide ab, ritzten ein Kreuzzeichen in den Stamm und banden die Rinde wieder fest; wenn sie am Neujahrstag die Stelle wieder enthüllten, suchten sie aus den veränderten Zeichen die Zukunft zu deuten. Im Burgenland in Österreich säte man am 13. Dezember Weizen in einen mit Erde gefüllten Teller; wenn die Saat bis zum Heiligen Abend aufging, kündigte dies ein gutes Erntejahr an. Besonders Mutige wagten sich in der Luciennacht nach draußen, um den Lucienschein zu sehen, der ebenfalls die Zukunft deuten sollte.
Auch die ausgeprägte Lichtersymbolik hat ihre Wurzeln in der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform. In Schweden ist der Luciatag seit mehr als 200 Jahren ein besonderer Feiertag: Die älteste Tochter im Hause stellt die Heilige dar, trägt am Morgen des 13. ein langes weißes Kleid und hat den Kopf mit einem grünen Kranz - oft aus Preiselbeeren - geschmückt, in den eine Reihe brennender Kerzen gesteckt sind. So geht sie morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister. Alle warten schon darauf, denn sie bringt das Frühstück ans Bett und die ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen, ihr Licht ist Vorbote des Weihnachtslichtes. In den Dörfern und Stadtteilen wird am Vorabend eine Lucienbraut gewählt.
In den skandinavischen Länern, besonders in Schweden, hat sich das umfangreiche Lucien-Brauchtum auch nach der Reformation erhalten. So wählt jede Schule, jeder Kindergarten, jede Universität eine Luzia, die dann singend von Haus zu Haus zieht. Auf dem Kopf hat sie einen Kranz mit brennenden Kerzen, denn die Lichtymbolik ist im winterlich dunklen Skandinavien besonders ausgeprägt.
Brevier des Martin von Aragon, Spanien, Ende des 14. Jahrhunderts, Bibliothèque
Nationale de France in Paris 
Attribute:
Halswunde, Schwert, Lampe oder Fackel, Augen auf Teller
Patronin
von Siracusa
und Venedig; der Armen, Blinden,
reuigen Dirnen, kranken Kinder; der Bauern, Glaser, Weber, Sattler, Polsterer, Schneider, Näherinnen, Elektriker,
Messerschmiede, Kutscher, Pedellen, Dienerinnen, Hausierer, Torhüter, Schreiber, Notare, Anwälte,
Schriftsteller (in England); gegen Augenleiden, Blindheit, Halsschmerzen, Ruhr, Blutfluss, Infektionskrankheiten
und Kinderkrankheiten
Bauernregeln:
Kommt die Heilige Lucia, / findet sie schon Kälte da.
Zu St. Lucia werden Weichselzweige g'schnitt'n, / die blühn nach 4 Wochen, so will's die Sitt'n.
Wenn Lucia die Gans geht im Dreck, / so geht sie am Christtag
auf Eis.
An Barnabas die Sonne weicht, / an Lucia wieder her
sie schleicht.
- Bis zur gregorianischen Kalenderreform
waren dies die Tage der Sommer- bzw. Wintersonnwende.
St. Lucia kürzt den Tag, / soviel sie ihn nur kürzen mag.
An Sankt Lucia / ist der Abend dem morgen nah.
Über
Lucia und viele Bräuche am Luciatag informiert die
Webseite des Erzbistums Köln.
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren
Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen
Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
|
||||||||||||||||||||||