Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria - Dolores -
Sieben Schmerzen Mariens

Gedenktag katholisch: 15. September
     gebotener Gedenktag
     Fest in der Slowakei
     Hochfest im Servitenorden
     im Servitenorden auch am Freitag vor Palmsonntag
Name bedeutet: D: die Schmerzensreiche (latein.)

Biographie: => Maria

Vorstufen zum Marienfest Dolores, dem Fest zum Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens (mater dolorosa ist die schmerzensreiche Mutter) gab es schin im 12. Jahrhundert. Wohl der erste Altar der schmerzhaften Gottesmutter wurde um 1221 im Zisterzienserkloster Schönau errichtet. Auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Köln 1423 wurde der Gedenktag auf den 4. Freitag nach Ostern festgesetzt. Vom 15. Jahrhundert an stellte die Kunst die volkstümliche Mater dolorosa mit den Schwertern in der Brust dar.

Von Anfang an hatte der Servitenorden eine besondere Verehrung der schmerzensreichen Jungfrau entwickelt; 1692 wurde sie zur Patronin des Ordens erklärt. Seit 1727 feierten die Serviten den Tag am Freitag vor dem Palmsonntag, am sogenannten Schmerzensfreitag. Ein zweites Fest führten die Serviten am 15. September ein. Von Papst Pius VII. wurde dieser Tag 1814 als Fest zum Dank für seine geglückte Heimkehr aus der fünfjähigen, durch die Franzosen verhängten Gefangenschaft für die ganze Kirche verfügt.

Tizian-Schule: Schmerzhafte Mutter, 17. Jahrhundert, in der Martins-Kirche in Senigallia

Tizian-Schule: Schmerzhafte Mutter, 17. Jahrhundert, in der Martins-Kirche in Senigallia   

Die Sieben Schmerzen Mariens sind der Gegenpol zu den Sieben Freuden. Im einzelnen sind damit folgende schmerzhafte Erfahrungen im Leben von Maria gemeint:

• Die Weissagung Simeons, bei der Darstellung Jesu im Tempel, Jesus werde viel widersprochen, aber auch seiner Mutter werde ein Schwert durch die Seele dringen (Lukasevangelium 2, 35).
• Die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten (Matthäusevangelium 2, 13 - 15).
• Das Verlieren des zwölfjährigen Jesus im Tempel in Jerusalem und die drei Tage dauernde Suche nach ihm (Lukasevangelium 2, 42 - 48).
• Die Begegnung mit ihrem Sohn auf dessen Weg zum Kreuz, dargestellt in der 4. Station der Kreuzwegandacht (vgl. Lukasevangelium 23, 27).
• Das Ausharren unter dem Kreuz Jesu (Johannesevangelium 19, 25 - 27).
• Die Kreuzesabnahme Jesu, bedacht in der 13. Station der Kreuzwegandacht, in der Kunst dargestellt als Pieta.
• Die Grablegung Jesu, erinnert in der 14. Station der Kreuzwegandacht.

In der Kunst wurde das Vesperbild, die Pietà, die Darstellung des Leichnams Jesu in den Armen seiner Mutter, Ausdruck dieser Marienverehrung. Andere Darstellungen zeigen Maria mit einem oder sieben Schmerzensschwertern in der Brust in Anlehnung an die Weissagung von Simeon bei der Darstellung des Herrn im Tempel, als er zu Maria sagte: Auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen (Lukasevangelium 2, 35).





Quellen:

• http://www.wga.hu/html/m/michelan/1sculptu/pieta/index.html
• http://www.serviten.de/heilige_des_ordens/liturg_kalender/schmerzhafte_mutter.html


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