Ökumenisches Heiligenlexikon

Norbert von Xanten (von Prémontré)

Gedenktag katholisch: 6. Juni
     n.g. Gedenktag
     Regionalkalender deutsches Sprachgebiet
     Diözesankalender Paderborn
     geb. Gedenktag im Orden der Augustiner-Chorherren / -frauen
     Übertragung der Gebeine: 24. April
Gedenktag evangelisch: 6. Juni
Name bedeutet: glänzende Kraft (german. - althochdt.)
oder:
Glanz aus dem Norden (althochdt.)
Erzbischof von Magdeburg, Ordensgründer
* um 1080/1082 in Gennep in den Niederlanden
† 6. Juni 1134 in Magdeburg in Sachsen-Anhalt


Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Norbert, vermutlich aus dem altem Adel der von Gennep stammend, wurde von seinen Eltern für den geistlichen Stand bestimmt und im Alter von 12 Jahren ins Stift in Xanten gegeben; eine weltliche Karriere innerhalb seiner Familie war ihm verbaut, denn er hatte einen älteren Bruder. Norbert wurde in Xanten Subdiakon im Dienst des Erzbischofs von Köln, eine Stellung, die ihn einerseits in den geistlichen Stand erhob und ihm entsprechende finanzielle Einkünfte zusicherte, andererseits so niedrig angesiedelt war, dass er ein weltliches Leben führen konnte. Als Berater von Heinrich V. zog er mit nach Rom, als der Papst Paschalis II. gefangen nahm, um so seine Kaiserkrönung zu erzwingen. Möglicher­weise lag in seinen Erfahrungen dort eine Wurzel für seinen späteren Sinneswandel. Seine ihm vom Kaiser als Belohnung für seine Treue angebotene Ernennung zum Bischof von Cambrai lehnt er ab, er sei reich genug und brauche das Geld nicht.

Skulptur: Noberts Bekehrung, nachdem er vom Pferd gefallen war, am Fuß der Kanzel der Rumbold-Kathedrale in Mechelen

Skulptur: Noberts Bekehrung, nachdem er vom Pferd gefallen war, am Fuß der Kanzel der Rumbold-Kathedrale in Mechelen

Um 1115 erfolgte wohl seine eigentliche Umkehr; ein Blitz war auf dem Weg von Xanten nach Verden unmittelbar neben ihm eingeschlagen. Er gab daraufhin seine Stellungen bei Erzbischof Friedrich I. von Köln und bei Kaiser Heinrich V. auf, verzichtete auf Pfründe und Vermögen, das er Armen überließ, ließ sich zum Priester weihen, ging nach Siegburg ins Kloster und zog als Bußprediger durch Flandern und den Hennegau. 1118 ging er nach St-Gilles in Südfrankreich, wo Papst Gelasius II. residierte, und ließ sich von ihm mit dem Auftrag zur Mission ausstatten.

Nach schwerer Erkrankung setzte er seine Missionstätigkeit zusammen mit seinem Freund Hugo von Fosses fort. Auf Geheiß von Papst Callistus II. sollte der Bischof von Laon den vagabundierenden Predigern eine feste Heimat geben; den KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. n dort war Norbert zu streng, sie schickten ihn weg. Statt dessen bot der Bischof ihm einige Orte an, wo er ein eigenes Kloster gründen könnte. In einer Traumvision zeigte Maria Norbert eine Wiese mit einer verfallenen Kapelle: Pratum demonstratum - davon leitet sich nun der Name Prémontré ab; dort gründete er mit 13 Gefährten ein Kloster. Männer und später auch Frauen lebten in seinem Kloster nach dem Vorbild des Urchristentums: in Armut, in Gemeinschaft und mit Hilfsbereitschaft. Norbert schuf in seinen Klöstern, die er fortan in unbändigem Taten- und Wanderdrang ins Leben rief, eine bischofsfreie Zone, so auch im 1122 von ihm gegründeten Kloster in Cappenberg. 1120/21 wurde so der Prämonstratenserorden nach der Regel der Augustiner als Reformorden der Augustiner-Chorherren gegründet, 1126 wurde er von Papst Honorius II. bestätigt.

Rekonstruktion von Norberts Kopf nach Messungen an seinem Totenschädel in der Abtei Strahov in Prag

Rekonstruktion von Norberts Kopf nach Messungen an seinem Totenschädel in der Abtei Strahov bei Prag   

1124 bekämpfte er die schwärmerischen Anhänger des Tanchelm, 1126 wurde Norbert von Papst Honorius II. und König Lothar II. zum Erzbischof von Magdeburg berufen, die Leitung des Ordens gab er an Hugo ab. In Magdeburg hatte er Ähnliche Widerstände wie in Laon zu überwinden, er achtete auf Einhaltung des Zölibats und stellte althergebrachte Besitzstände in Frage. Sein strenger Eifer und seine gewissenhafte Amtsführung stießen auf Widerstand, nur mühsam konnte er einen Aufstand gegen sich überleben. Seine beharrliche Geduld führte aber letztlich zu einer inneren Erneuerung in seiner Diözese. 1129 wandelte er das bereits bestehende Stift Unser Lieben Frauen in Magdeburg in ein Prämonstratenserkloster um, das Kloster wurde Ausgangspunkt des Wirkens der Prämonstratenser im Osten und ihrer Mission unter den Wenden und Slawen, es bereitete damit die Besiedlung der Länder östlich von Elbe und Oder durch deutsche Siedler vor.

Erzählt wird, dass Norbert bei der Messe eine giftige Spinne in den Kelch fiel. Er aber trank im Vertrauen auf die heilige Kommunion, die Spinne kam ihm zur Nase wieder heraus.

Als Erzkanzler des Reiches für Italien unternahm Norbert 1132/1133 mit König Lothar einen Romzug, von dem er, mit Malaria infiziert, geschwächt nach Magdeburg zurückkehrte; bald nach seiner Heimkehr erlag er der Krankheit. Beigesetzt wurde er in der Magdeburger Ordenskirche; 1627 wurden seine Gebeine - um sie vor der Vernichtung im Dreißigjährigen Krieg zu retten - in die Prämonstratenserabtei Strahov bei Prag überführt, Reliquien werden auch in Xanten verehrt.

Kanonisation: Norbert wurde 1582 durch Papst Gregor XIII. selig und 1621 von Papst Gregor XV. heilig gesprochen. 1982 erhob Papst Johannes Paul II. Norbert zum Patron des Magdeburger Landes.
Attribute: Monstranz, Friedenspalme, Kreuz mit 2 Querbalken
Patron von Böhmen, des Magdeburger Landes und des Bistums Magdeburg; für eine glückliche Entbindung

Catholic Encyclopedia

Die englischsprachige offzielle Homepage der Prämonstratenser bietet vielfältige Informationen, u.a. in Englisch die beiden Lebensgeschichten von Norbert aus dem 12. Jahrhundert.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/n/kaln043.htm
• http://www.bautz.de/bbkl/n/norbert_v_x.shtml
• http://www.rp-online.de/public/article/kleve/733610/Das-Sprachrohr-Gottes.html



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