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Fresko, 14. Jahrhundert, in der Kirche San Severo in Orvieto
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Norbert, vermutlich aus dem altem Adel der von Gennep stammend, wurde von seinen Eltern für den geistlichen Stand bestimmt und im Alter von 12 Jahren ins Stift in Xanten gegeben; eine weltliche Karriere innerhalb seiner Familie war ihm verbaut, denn er hatte einen älteren Bruder. Norbert wurde in Xanten Subdiakon im Dienst des Erzbischofs von Köln, eine Stellung, die ihn einerseits in den geistlichen Stand erhob und ihm entsprechende finanzielle Einkünfte zusicherte, andererseits so niedrig angesiedelt war, dass er ein weltliches Leben führen konnte. Als Berater von Heinrich V. zog er mit nach Rom, als der Papst Paschalis II. gefangen nahm, um so seine Kaiserkrönung zu erzwingen. Möglicherweise lag in seinen Erfahrungen dort eine Wurzel für seinen späteren Sinneswandel. Seine ihm vom Kaiser als Belohnung für seine Treue angebotene Ernennung zum Bischof von Cambrai lehnt er ab, er sei reich genug und brauche das Geld nicht.
Skulptur: Noberts Bekehrung, nachdem er vom Pferd gefallen war, am Fuß der Kanzel der Rumbold-Kathedrale in Mechelen
Um 1115 erfolgte wohl seine eigentliche Umkehr; ein Blitz war auf dem Weg von Xanten nach Verden unmittelbar neben ihm eingeschlagen. Er gab daraufhin seine Stellungen bei Erzbischof Friedrich I. von Köln und bei Kaiser Heinrich V. auf, verzichtete auf Pfründe und Vermögen, das er Armen überließ, ließ sich zum Priester weihen, ging nach Siegburg ins Kloster und zog als Bußprediger durch Flandern und den Hennegau. 1118 ging er nach St-Gilles in Südfrankreich, wo Papst Gelasius II. residierte, und ließ sich von ihm mit dem Auftrag zur Mission ausstatten.
Josef Max: Norbert (Mitte), Wenzeslaus
(links) und Sigismund von
Burgund (rechts), Statuen auf der Karlsbrücke in Prag,
1853 ![]()
Nach schwerer Erkrankung setzte er seine Missionstätigkeit zusammen mit
seinem Freund Hugo von Fosses
fort. Auf Geheiß von Papst Callistus II. sollte der Bischof von Laon
den vagabundierenden Predigern eine feste Heimat geben; den KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
n dort war
Norbert zu streng, sie schickten ihn weg. Statt dessen bot der Bischof ihm
einige Orte an, wo er ein eigenes Kloster gründen könnte. In einer Traumvision
zeigte Maria Norbert eine Wiese mit
einer verfallenen Kapelle: Pratum demonstratum
- davon leitet sich nun der
Name Prémontré
ab; dort gründete er mit 13 Gefährten ein Kloster. Männer und später auch Frauen
lebten in seinem Kloster nach dem Vorbild des Urchristentums: in Armut, in Gemeinschaft
und mit Hilfsbereitschaft. Norbert schuf in seinen Klöstern, die er fortan in
unbändigem Taten- und Wanderdrang ins Leben rief, eine bischofsfreie Zone, so auch
im 1122 von ihm gegründeten Kloster in Cappenberg.
1120/21 wurde so der Prämonstratenserorden nach der
Regel der Augustiner als Reformorden der Augustiner-Chorherren
gegründet, 1126 wurde er von Papst Honorius II. bestätigt.
Rekonstruktion von Norberts Kopf nach Messungen an seinem Totenschädel in der
Abtei Strahov
bei Prag ![]()
1124 bekämpfte er die schwärmerischen Anhänger des Tanchelm, 1126 wurde
Norbert von Papst Honorius II. und König Lothar II. zum Erzbischof von Magdeburg
berufen, die Leitung des Ordens gab er an Hugo
ab. In Magdeburg hatte er Ähnliche Widerstände wie in Laon
zu überwinden, er achtete auf Einhaltung des Zölibats und stellte althergebrachte
Besitzstände in Frage. Sein strenger Eifer und seine gewissenhafte Amtsführung stießen
auf Widerstand, nur mühsam konnte er einen Aufstand gegen sich überleben. Seine
beharrliche Geduld führte aber letztlich zu einer inneren Erneuerung in seiner
Diözese. 1129 wandelte er das bereits bestehende Stift Unser Lieben Frauen
in
Magdeburg in ein Prämonstratenserkloster
um, das Kloster wurde Ausgangspunkt des Wirkens der Prämonstratenser im Osten
und ihrer Mission unter den Wenden und Slawen, es bereitete damit die Besiedlung
der Länder östlich von Elbe und Oder durch deutsche Siedler vor.
Erzählt wird, dass Norbert bei der Messe eine giftige Spinne in den Kelch fiel. Er aber trank im Vertrauen auf die heilige Kommunion, die Spinne kam ihm zur Nase wieder heraus.
Als Erzkanzler des Reiches für Italien unternahm Norbert 1132/1133 mit König Lothar einen Romzug, von dem er, mit Malaria infiziert, geschwächt nach Magdeburg zurückkehrte; bald nach seiner Heimkehr erlag er der Krankheit. Beigesetzt wurde er in der Magdeburger Ordenskirche; 1627 wurden seine Gebeine - um sie vor der Vernichtung im Dreißigjährigen Krieg zu retten - in die Prämonstratenserabtei Strahov bei Prag überführt, Reliquien werden auch in Xanten verehrt.
Augustinus überreicht Norbert
(rechts) die Regeln des Augustinerordens.
Aus der Vita St. Norberti
, 12. Jahrhundert ![]()
Kanonisation:
Norbert wurde 1582 durch Papst Gregor XIII. selig und 1621 von Papst Gregor XV.
heilig gesprochen. 1982 erhob Papst Johannes
Paul II. Norbert zum Patron des Magdeburger
Landes.
Attribute:
Monstranz, Friedenspalme, Kreuz mit 2 Querbalken
Patron
von Böhmen,
des Magdeburger
Landes und des Bistums Magdeburg; für eine glückliche Entbindung
Die
englischsprachige offzielle
Homepage der Prämonstratenser bietet vielfältige Informationen, u.a. in
Englisch die beiden
Lebensgeschichten von Norbert aus dem 12. Jahrhundert.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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