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Bernhard entstammte einer begüterten adligen Familie, er studierte in Paris Philosophie und Jura. Dann aber folgte er nicht dem Vorschlag seines Vaters zu einer noblen Hochzeit; die Legende berichtet, dass er deshalb von seinem Vater in den Turm des elterlichen Schlosses eingesperrt, aber von Nikolaus durch ein Fenster befreit wurde. Er wurde dann Archidiakon des Bischofs von Aosta - ob er je zum Priester geweiht wurde, ist fraglich. Er sah den anhaltenden Götzendienst der armen Leute in den Bergen und entschloss sich, ihren Glauben zu stärken. Seine Predigten bekehrten über viele Jahre lang viele Menschen, er wirkte mit beim Aufbau mehrerer Bistümer. Auch in der Lombardei erreichte er viele Bekehrungen und vollbrachte Wunder.
Den gefährlichen Alpenübergang des Mont-Joux zwischen dem Wallis und dem Aosta-Tal benutzten viele Reisende, v. a. auch viele Pilger; Bernhard gründete um 1050 (oder 962 ?) zu ihrem Schutz das Kloster auf der Passhöhe, die heute nach ihm benannt ist und von Augustiner-Chorherren betrieben wird. Wenige Jahre später erbaute er wohl auch das Hospiz auf dem Kleinen St. Bernhard. Berühmt wurden die seit Mitte des 17. Jahrhunderts ebenfalls nach Bernhard benannten, auf die Rettung Verschütterter trainierten Hunde, die die Mönche als Helfer schon damals einsetzten und inzwischen zur eigenständigen Hundeart weiterzüchteten.
Reliquiar, 13. Jahrhundert, heute in der Schatzkammer des Hospizes der Augustiner-Chorherren
direkt auf der Passhöhe des Großen
St. Bernhard ![]()
Im Frühjahr 1081 traf er in Pavia mit König Heinrich IV. zusammen, um ihn von seinem Plan abzubringen, wegen des Investiturstreites Papst Gregor VII. abzusetzen und an seiner Stelle den Gegenpapst Clemens III. zu inthronisieren. Auf der Rückreise von Pavia starb er in Novara; in der dortigen Kathedrale befindet sich sein Grab.
Eine andere Überlieferung kennt Bernhards Leben fast 100 Jahre früher, verlegt seinen Geburtsort ins Aosta-Tal und seinen Tod in das Jahr 1008.
Kanonisation:
Schon im 12. Jahrhundert wurde Bernhard im ganzen Piemont
als Heiliger verehrt, 1123 von Bischof Richard von Novara
als heilig erklärt, aber erst 1681 durch Papst Innozenz
XI. offiziell heilig gesprochen und ins römische Martyrologium aufgenommen.
Papst Pius XI. ernannte ihn 1923 zum Patron der Alpenbewohner und Bergsteiger.
Attribute:
mit Teufel, mit Turm
Patron
der Alpenbewohner, Bergsteiger und Skifahrer
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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