Ökumenisches Heiligenlexikon

Apollinaris von Ravenna

Gedenktag katholisch: 20. Juli
     n.g. Gedenktag
     bedacht im Ambrosianischen Hochgebet I
     Gedenktag der Passion: 23. Juli
     Hochfest in der Stadt Düsseldorf, Gedenktag im Bistum Trier: 23. Juli
Gedenktag orthodox: 23. Juli
Gedenktag armenisch: 23. Juli
Name bedeutet: dem Lichtgott (Apollon) geweiht (griech. - latein.)
Bischof von Ravenna, Märtyrer
† um 200 (oder um 75 ?) in Ravenna in Italien


Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Mosaik, 6. Jahrhundert, Basilika S. Apollinare in Classe bei Ravenna

Mosaik, 6. Jahrhundert, Basilika S. Apollinare in Classe bei Ravenna   

Apollinaris war nach alten Legenden mit Petrus aus Antiochia - dem heutigen Antakya nach Rom gekommen und wurde dann von diesem ausgesandt, um als Glaubensbote in Ravenna zu wirken, wo er zwanzig Jahre lang Bischof war. Heiden überfielen, misshandelten und töteten ihn auf qualvolle Weise.

Nach anderen Berichten überlebte Apollinaris qualvolle Peinigungen und Verfolgung, wurde mehrmals als tot geltend fort getragen, entkam nach Dalmatien, verkündigte dort das Evangelium und wendete eine große Hungersnot ab. Nach seiner Rückkehr wurde er mit einer Keule erschlagen.

Wieder andere Quellen berichten eine Ähnliche Lebensgeschichte am Ende des 2. Jahrhunderts. Eine stattliche Zahl von Martern, Heilungen, Wundern ist in der Legenda Aurea zusammengestellt.

Apollinarisschrein, 1665, in der Lambertuskirche in Düsseldorf

Apollinarisschrein, 1665, in der Lambertuskirche in Düsseldorf

Über Apollinaris' Grab in Ravenna wurde die weltberühmte dreischiffige Basilika S. Apollinare in Classe gebaut und 549 geweiht, seit dem 9. Jahrhundert erhebt die Kirche S. Apollinare Nuovo den Anspruch, seine Begräbnisstätte zu sein. Die Verehrung war früh schon auch in Rom, Mailand und Dijon beheimatet. Von Dijon breitete sie sich aus im Elsass, so in Obermichelbach - dem heutigen Michelbach-le-Haut, nahe Basel -, dazu in der Schweiz und bis nach Reims und Gorkum / Gorinchem.

Kaiser Otto III. brachte nach einem Besuch in Ravenna den Kult nach Burtscheid - heute Stadtteil von Aachen. Die Abtei Siegburg hat - möglicherweise durch Anno - Reliquien - vielleicht aus Dijon - erhalten und verbreitete den Kult im Rheinland; die Siegburger Propstei Apollinarisberg bei Remagen wurde ein berühmter Wallfahrtsort mit Pilgerfahrten, vor allem Mitte Juli. Die Reliquien auf dem Apollinarisberg kamen der Legende nach 1162 zusammen mit denen der heiligen Drei Könige durch Erzbischof Reinald von Dassel nach Deutschland, diese Überlieferung ist eine durch das Zusammenfallen von Apollinarisfest und Translationsfest der Drei Könige am 23. Juli angeregte Erfindung aus der Zeit um 1450. Diese Gebeine wurden von Herzog Wilhelm I. von Jülich geraubt und 1383 nach Düsseldorf gebracht; zuvor hatte ein Ritter mit Namen Gerhard von Einenberg den Kopf versteckt, so dass der in Remagen verblieb - nur in Folge des deutsch-französischen Krieges kam er 1812 auch nach Düsseldorf, wurde 1826 aber wieder nach Remagen zurückgeführt.

Attribute: Ähren, Keule, Kreuz
Patron von Ravenna, Remagen und Düsseldorf; der Nadelmacher; gegen Gallen- und Nierensteine, Gicht, Geschlechtskrankheiten und Epilepsie
Bauernregel: Klar muss Apollinaris sein, / soll der Bauer sich erfreu'n.
Klar muss Apollinaris sein, / dann bringt man gute Ernte heim.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Das Erzbistum Köln biete auf seiner schönen und informativen Website Heiliger Apollinaris umfassende Informationen über Legenden, Reliquien und Verherung.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.st-apollinaris.de/duesseldorf/siegesbeute.html
• http://www.st-apollinaris.de/remagen/wirren.html
• http://www.bauernregeln.net/juli.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000



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