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Mosaik, 6. Jahrhundert, Basilika S. Apollinare in Classe bei Ravenna
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Apollinaris war nach alten Legenden mit Petrus aus Antiochia - dem heutigen Antakya nach Rom gekommen und wurde dann von diesem ausgesandt, um als Glaubensbote in Ravenna zu wirken, wo er zwanzig Jahre lang Bischof war. Heiden überfielen, misshandelten und töteten ihn auf qualvolle Weise.
Nach anderen Berichten überlebte Apollinaris qualvolle Peinigungen und Verfolgung, wurde mehrmals als tot geltend fort getragen, entkam nach Dalmatien, verkündigte dort das Evangelium und wendete eine große Hungersnot ab. Nach seiner Rückkehr wurde er mit einer Keule erschlagen.
Wieder andere Quellen berichten eine Ähnliche Lebensgeschichte am Ende des 2. Jahrhunderts. Eine stattliche Zahl von Martern, Heilungen, Wundern ist in der Legenda Aurea zusammengestellt.
Apollinarisschrein, 1665, in der Lambertuskirche in Düsseldorf
Über Apollinaris' Grab in Ravenna wurde die weltberühmte dreischiffige Basilika S. Apollinare in Classe gebaut und 549 geweiht, seit dem 9. Jahrhundert erhebt die Kirche S. Apollinare Nuovo den Anspruch, seine Begräbnisstätte zu sein. Die Verehrung war früh schon auch in Rom, Mailand und Dijon beheimatet. Von Dijon breitete sie sich aus im Elsass, so in Obermichelbach - dem heutigen Michelbach-le-Haut, nahe Basel -, dazu in der Schweiz und bis nach Reims und Gorkum / Gorinchem.
Kaiser Otto III. brachte nach einem Besuch in Ravenna
den Kult nach Burtscheid - heute Stadtteil von Aachen.
Die Abtei Siegburg
hat - möglicherweise durch Anno - Reliquien -
vielleicht aus Dijon
- erhalten und verbreitete den Kult im Rheinland; die Siegburger Propstei
Apollinarisberg bei Remagen
wurde ein berühmter Wallfahrtsort mit Pilgerfahrten, vor allem Mitte Juli. Die
Reliquien auf dem Apollinarisberg kamen der Legende nach 1162 zusammen mit denen
der heiligen Drei Könige durch
Erzbischof Reinald von Dassel nach Deutschland, diese Überlieferung ist eine
durch das Zusammenfallen von Apollinarisfest und Translationsfest der Drei
Könige
am 23. Juli angeregte Erfindung aus der Zeit um 1450. Diese Gebeine
wurden von Herzog Wilhelm I. von Jülich
geraubt und 1383 nach Düsseldorf
gebracht; zuvor hatte ein Ritter mit Namen Gerhard von Einenberg den Kopf
versteckt, so dass der in Remagen verblieb - nur in Folge des
deutsch-französischen Krieges kam er 1812 auch nach Düsseldorf, wurde 1826 aber
wieder nach Remagen zurückgeführt.
Attribute:
Ähren, Keule, Kreuz
Patron
von Ravenna,
Remagen
und Düsseldorf;
der Nadelmacher; gegen Gallen- und Nierensteine, Gicht, Geschlechtskrankheiten und Epilepsie
Bauernregel:
Klar muss Apollinaris sein, / soll der Bauer sich erfreu'n.
Klar muss Apollinaris sein, / dann bringt man gute Ernte heim.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Das
Erzbistum Köln biete auf seiner schönen und informativen Website Heiliger
Apollinaris umfassende Informationen über Legenden, Reliquien und Verherung.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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