Theophorus
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Griechische Ikone
Ignatius wird als Schüler des Apostels Johannes angesehen, Johannes selbst soll Ignatius zum Bischof von Antiochia - dem heutigen Antakya in der Türkei - ernannt haben. Die ältesten Nachrichten über Ignatius stammen von Polykarp von Smyrna und dann wesentlich von Eusebius von Cäsarea.
Ignatius soll unter Kaiser Trajan den Märtyrertod erlitten haben. Man brachte
ihn demnach in einer mehrere Monate dauernden Reise nach Rom;
währenddessen soll er er die Sieben Heilige Briefe
geschrieben haben, die
von Eusebius bezeugt und
unter seinem Namen überliefert sind: die ersten vier wurden in Smyrna - dem
heutigen Ízmir
in der Türkei - verfasst und hatten die Gemeinde in Ephesus
- heute Ruinen bei Selçuk -, in Magnesia
- heute Ruinen bei Ortaklar -, in Tralles - heute bei Aydın
- und in Rom als Adressaten. In Troas
- heute Ruinen bei Dalyan - verfasste Ignatius demnach die drei Briefe an
die verfolgten Christen im Gefängnis von Smyrna sowie die Gemeinden in Philadelphia
- dem heutigen Alaşehir
- und in Smyrna und an deren Bischof Polykarp.
Die Originale dieser Briefe sind nicht erhalten; aus dem 4. Jahrhundert stammen
drei Sammlungen der Briefe in einer Lang-, einer Kurz- und einer mittleren Version.
Die Briefe sind Trost- und Lehrschreiben, immer wieder betont er seine Sehnsucht
nach dem zu erwartenden Martyrium. Die Briefe von Ignatius gelten als wichtige Dokumente
aus der Zeit der jungen Kirche. Im 19. Jahrhundert haben Kritiker diese sieben auf der
Reise nach Rom;
geschriebenen griechischen
Briefe ebenso wie drei syrische
, in Antiochia
verfasste Briefe und auch die 13 weiteren Ignatius zugeschriebenen Briefe für
unecht erklärt. Heute werden dagegen die griechischen Briefe in ihrer Kurzform
meist als echt angesehen, die anderen Briefe sowie der Bericht über sein Martyrium
gelten dagegen als mit Sicherheit unecht.
Ignatius betonte die Wichtigkeit des rechten Verständnisses Jesu
Christi und der Einigkeit der Gemeinden, insbesondere im Kampf gegen Irrlehrer.
Dazu sei die hierarchische Organisation mit den drei Ämtern Bischof, Priester
und Diakon nötig - sie bildeten die Dreiheit Gott - Christus - Apostel nach.
Ignatius forderte für die Institution des Bischofs alle Autorität
in Lehr- und Ordnungsfragen und die Unterwerfung der Diakone und Laien unter
die kirchliche Autorität: Es ist klar, dass man den Bischof wie den Herrn
selbst ansehen muss.
Und: Wer den Bischof ehrt, wird von Gott geehrt; wer
ohne den Bischof etwas tut, dient dem Teufel
, hieß es in seinen Predigten.
Mit der Betonung der bischöflichen Autorität festigte er nach römisch-katholischer
Lehre die organisatorischen Fundamente der jungen Kirche. Ignatius' Lehren trugen
entscheidend zur Herausbildung des Gegensatzes zwischen Laientum und KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
bei. Deswegen und wegen seines starken und leidenschaftlichen Glaubens wird er auch
Theophoros
, Gottesträger
genannt und Säule der Kirche
.
Ignatius' Anspruch an sich selbst und andere war: Wer einen Bischof ansieht,
sollte Christus selbst
wiedererkennen können. Er vertrat ein mystisch angehauchtes Christentum, Ziel
eines Christen sei die Verschmelzung mit Gott, das Heil werde durch Gottes
Einwohnung in den Gläubigen erworben; scharf grenzte er die Christen gegen
Andersgläubige ab, die er - nach dem Vorbild der klaren Abgrenzung durch Jesus
im Matthäusevangelium 7, 15 - als tollwütige Hunde
oder Bestien in
Menschengestalt
bezeichnete, von denen man sich fernhalten solle.
Ignatius betonte die Heilsbedeutung Christi
und dessen Gottheit, die aber auch Verschiedenheit mit dem Vater und die
Unterordnung unter den Vater bedeute, was aus seinem Menschsein folge. Er
war der erste christliche Autor, der die Jungfrauengeburt aus Maria
betonte: aus Geburt, Leiden und Auferstehung Christi komme das Heil für die
Gläubigen. Ignatius verurteilte Doketismus, der die Heilsbedeutung des Leidens
Christi verkenne ebenso wie judenchristliches Beharren auf der Bedeutung der
Schrifttradition, die Christus als Kern des Glaubens nicht ernst genug nehme.
Ignatius war auch der erste, der den Begriff katholisch
für die Kirche
verwendete.
Im Amphitheter des Flavian in Rom, später Kolosseum genannt, sei Ignatius von Löwen zerfleischt worden.
Das Amphitheater
des Flavian in Rom, erbaut in den Jahren 72 - 80, später Kolosseum
genannt, und seine Umgebung in einer Rekonstruktion. Links der Tempel der Venus
und Roma, dann die Statue des Nero, davor der Konstantins-Bogen, das Kolosseum,
davor eine Gladiatorenschule. Bei der Einweihungsfeier des Kolosseums unter
Kaiser Titus ließen 9000 wilde Tiere und 2000 Gladiatoren ihr Leben.
Ignatius gilt der Orthodoxen Kirche
als einer ihrer Väter, er wird auch im Westen zu den Apostolischen
Vätern gezählt. Alle Patriarchen von
Antiochia tragen zu seinen Ehren den Namen Ignatius. Die Koptische
Kirche nennt ihn Papst
und Nachfolger von Petrus
.
Reliquien wurden nach Antiochia zurückgeführt, andere werden in Rom in der Kirche S. Clemente verehrt.
Attribute:
Bischof, Löwe, Herz mit Christuszeichen
Patron
gegen Halsschmerzen und Grind - einer Hautinfektion, die hauptsächlich bei
kleinen Kindern auftritt
Die
sieben griechischen Briefe des Ignatius gibt es in
deutscher Übersetzung online zu lesen in der Bibliothek der Kirchenväter
von Gregor Emmenegger, Departement für Patristik und Kirchengeschichte an der
Universität Fribourg.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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