|
|
Griechische Ikone
Ignatius wird als Schüler des Apostels Johannes
angesehen, Johannes selbst soll Ignatius zum Bischof von Antiochia - dem
heutigen Antakya
in der Türkei - ernannt haben. Mit seiner Betonung der bischöflichen Autorität
festigte er die organisatorischen Fundamente der jungen Kirche. Deswegen und
wegen seines starken und leidenschaftlichen Glaubens wird er auch Theophoros
,
Gottesträger
genannt und Säule der Kirche
.
Ignatius' Anspruch an sich selbst und andere war: Wer einen Bischof ansieht,
sollte Christus selbst
wiedererkennen können. Er vertrat ein mystisch angehauchtes Christentum, Ziel
eines Christen sei die Verschmelzung mit Gott, das Heil werde durch Gottes
Einwohnung in den Gläubigen erworben; scharf grenzte er die Christen gegen
Andersgläubige ab, die er - nach dem Vorbild der klaren Abgrenzung Jesu
im Matthäusevangelium 7, 15 - als tollwütige Hunde
oder Bestien in
Menschengestalt
bezeichnete, von denen man sich fernhalten solle.
Ignatius war der erste christliche Autor, der die Jungfrauengeburt Jesu
aus Maria betonte und der erste, der den
Begriff katholisch
für die Kirche verwandte. Er forderte für die Institution
des Bischofs alle Autorität in Lehr- und Ordnungsfragen und die Unterwerfung der
Diakone und Laien unter die kirchliche Autorität: Es ist klar, dass man den
Bischof wie den Herrn selbst ansehen muss.
Und: Wer den Bischof ehrt, wird von
Gott geehrt; wer ohne den Bischof etwas tut, dient dem Teufel
, hieß es in
seinen Predigten. Ignatius' Lehren trugen entscheidend zur Herausbildung des
Gegensatzes zwischen Laientum und Klerus bei.
Ignatius soll unter Kaiser Trajan den Märtyrertod erlitten haben. Man brachte
ihn demnach in einer mehrere Monate dauernden Reise nach Rom;
währenddessen soll er er die Sieben Heilige Briefe
geschrieben haben, die
unter seinem Namen überliefert sind: die ersten vier wurden in Smyrna - dem
heutigen Ízmir
in der Türkei - verfasst und hatten die verfolgten Christen im Gefängnis von
Smyrna sowie die Christengemeinden in Rom, Ephesus, Tralles und Magnesia als
Adressaten; in Troas schrieb er drei weitere Briefe nach Philadelphia, an die
Gemeinde von Smyrna und an deren Bischof Polykarp.
Die Briefe sind Trost- und Lehrschreiben, immer wieder betont er seine Sehnsucht
nach dem zu erwartenden Martyrium. Im Amphitheter des Flavian in Rom, später
Kolosseum
genannt, sei er von Löwen zerfleischt worden.
Die Briefe von Ignatius gelten als wichtige Dokumente aus der Zeit der jungen Kirche. Im 19. Jahrhundert haben Kritiker sowohl die drei syrischen Briefe als auch die sieben auf der Reise geschriebenen griechischen sowie die 13 weiteren Ignatius zugeschriebenen Briefe für unecht erklärt. Heute werden dagegen die griechischen Briefe in ihrer Kurzform meist als echt angesehen, die anderen Briefe sowie der Bericht über sein Martyrium gelten dagegen als mit Sicherheit unecht.
Ignatius gilt der Orthodoxen Kirche als einer ihrer Väter, er wird auch im Westen zu den Apostolischen Vätern gezählt. Alle Patriarchen von Antiochia - dem heutigen Antakya - tragen zu seinen Ehren den Namen Ignatius. Die koptische Kirche nennt ihn "Papst" und "Nachfolger von Petrus.
Reliquien wurden nach Antiochien zurückgeführt, andere werden in Rom in der Kirche S. Clemente verehrt.
Das Amphitheater
des Flavian in Rom, erbaut in den Jahren 72 - 80, später Kolosseum
genannt, und seine Umgebung in einer Rekonstruktion. Links der Tempel der Venus
und Roma, dann die Statue des Nero, davor der Konstantins-Bogen, das Kolosseum,
davor eine Gladiatorenschule. Bei der Einweihungsfeier des Kolosseums unter
Kaiser Titus ließen 9000 wilde Tiere und 2000 Gladiatoren ihr Leben.
Attribute:
Bischof, Löwe, Herz mit Christuszeichen
Patron
gegen Halsschmerzen und Grind - einer Hautinfektion, die hauptsächlich bei
kleinen Kindern auftritt
Die
sieben griechischen Briefe des Ignatius gibt es in
deutscher Übersetzung online zu lesen in der Bibliothek der Kirchenväter
von Gregor Emmenegger, Departement für Patristik und Kirchengeschichte an der
Universität Fribourg.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |
||||||||||||||||||||