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Wendelin Pfanner wurde 1850 zum Priester geweiht und wirkte von 1850 bis 1859 als
Pfarrer (Expositus
) in Haselstauden
- heute ein Stadtteil von Dornbirn in Österreich. 1863 trat
er als Trappistenmönch
ins Kloster Mariawald
in der Eifel ein und nahm den Ordensnamen Franziskus an. Nach schwerer
Krankheit gesundheitlich erholt, wirkte er 1868 mit beim Wiederaufbau des Klosters
Tre Fontane bei Rom.
Von dort aus reiste er nach Bosnien, wo er 1869 er das Trappistenkloster
Mariastern in Banja
Luka gründete, dem umfangreiche Handwerksbetriebe angeschlossen wurden. Er
überschritt immer wieder Grenzen: engagierte sich in
der Gefangenenseelsorge, predigte in Gasthäusern wie in Kirchen, reiste zum
Sultan nach Ístanbul.
Seine Berichte über die Missionsarbeit begeisterte die Menschen in der Heimat,
von denen er kräftig unterstützt wurde.
1879 sollte Franz Pfanner Abt seines Klosters in Banja Luka werden, aber er folgte der Bitte von Bischof Jolivet und ging nach Südafrika; dort gründete er 1882 die Trappistenabtei Mariannhill in der Nähe von Durban in Natal, die sich zu einem höchst erfolgreichen Zentrum der Mission entwickelte, wegweisend im Schulwesen und der Ausbildung von Priestern; elf weitere Missionsstationen gingen daraus hervor.
1885 wurde Pfanner Abt in Mariannhill;
im selben Jahr kamen die ersten Missionsschwestern an, er gründete die
Missionsschwestern vom Kostbaren Blut
zur Kindererziehung und Krankenpflege.
1890 wurde er zum Vizegeneral seines Ordens für Südafrika ernannt. Grundlage seiner
Arbeit war die Idee von der Hilfe zur Selbsthilfe; in fester Überzeugung von seiner
Berufung lebte er in Harmonie mit sich selbst und zog daraus Kraft, auch schwerste
Aufgaben zu lösen.
Da er gegen Ordensregeln verstoßen habe, setzten die Trappisten
ihn 1892 von seinem Amt ab. Er führte nun ein zurückgezogenes Leben auf der von
ihm 1894 gegründeten Missionsstation Emaus
- so nannte er in seiner humorvollen Art die kleine Station in Übersetzung von
a mouse
, eine Maus
und wohl auch mit Anspielung auf den kleinen Ort, wo sich
der Auferstandene den zwei
Jüngern offenbarte (Lukasevangelium 24, 13 - 35). 1906 wurde seine Kongregtion
der Missionsschwestern
offziell anerkannt.
Franz Pfanner wurde auf dem Friedhof von Mariannhill beigesetzt.
Bald nach seinem Tod wurde Mariannhill
vom Trappistenorden getrennt und eine
eigene Missionskongregation, 1909 päpstlich anerkannt. Seine Heimatgemeinde Langen
hat das Gemeindehaus nach ihm benannt und einen Franz Pfanner Gedenkweg
eingerichtet.
Die
Mariannhiller Missionare
haben eine eigene
Homepage mit Informationen über den Gründer und die Arbeit heute.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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