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Georg Elser (rechts) mit seiner Freundin Mathilde Niedermann und seinem jüngeren Bruder, um 1929
Georg war der Älteste Sohn des Landwirts und Holzhändlers Ludwig Elser und
seiner späteren Frau Maria Müller. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte
er eine Lehre als Schreiner in Königsbronn.
1925 begann seine Wanderzeit; bis 1932 arbeitete er als Schreinergeselle in
verschiedenen Betrieben, u.a. in Konstanz,
Meersburg
und in Bottighofen
bei Konstanz in der Schweiz; immer wieder musste er auch Gelegenheitsarbeiten
annehmen, teilweise war er arbeitslos. 1928 / 1929 trat er in Konstanz
in den Roten Frontkämpferbund ein; 1930 wurde ihm von seiner Freundin Mathilde
Niedermann der Sohn Manfred geboren. 1932 kam er nach Königsbronn zurück,
richtete eine kleine Schreinerwerkstatt ein und half in der elterlichen
Landwirtschaft. Nach dem Verkauf des elterlichen Anwesens zog er nach
Schnaitheim
und arbeite wieder als Schreinergeselle. Im Dezember 1936 erhielt er eine
Anstellung bei der Armaturenfabrik Waldenmaier in Heidenheim
an der Brenz, wo er 1938 Kenntnis erlangte von der Sonderabteilung für
Rüstungsaufträge
. Im Herbst 1938 reifte dann der Entschluss zur Beseitigung
der augenblicklichen Führung
wegen der drohenden Kriegsgefahr.
Adolf Hitler während seiner Rede zum Jahrestag des Hitlerputsches im Bürgerbräukeller in München am 8. November 1939, kurz vor der Detonation von Elsers Bombe
Georg Elser erfuhr, dass Hitler am 8. November 1939 zum Jahrestag des Hitlerputsches von 1923 im Bürgerbräukeller in München sprechen werde. Er ließ sich des Nachts immer im Veranstaltungsraum einschließen und installierte dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengkörper mit Zeitzünder, um Reichskanzler Hitler zu töten und so die Ausweitung des am 1. September 1939 von Deutschland begonnenen Krieges zu verhindern. Hitler verließ am 8. November - wesentlich früher als sonst - wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal. Dort, wo Hitlers Rednerpult stand, lag ein meterhoher Schutthaufen, unter dem acht Menschen den Tod fanden und 60 verletzt wurden.
Elser, der sich in die Schweiz absetzen wollte, wurde eine Stunde davor in Konstanz kurz vor der Flucht in die Schweiz festgehalten und wegen seines verdächtigen Tascheninhalts der Gestapo übergeben. Nach langen Verhören gestand er Tage später das Attentat und seine Absicht, damit den Weg zu einem europäischen Frieden ebnen zu wollen. Er wurde in Einzelhaft zuerst im KZ in Sachsenhausen - heute ein Stadtteil von Oranienburg in Brandenburg -, später im KZ Dachau gefangen gehalten, wo er am 9. April 1945 erschossen wurde.
Die Familie Georg Elsers erfuhr auch nach Kriegsende nichts über sein
Schicksal. Erst 1950 wurde er für tot erklärt. Die Familie erhielt nach dem
Krieg keinerlei Entschädigung, seine Mutter Maria Elser musste sich bis zu ihrem
Tod 1960 immer wieder gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, ihr Sohn sei ein Werkzeug
der NS-Führung gewesen; auch Kirchenpräsident Martin Niemöller erhob diesen
Vorwurf. Erst gegen Ende der 60-er Jahre, als der Münchener
Historiker Lothar Gruchmann Elsers Verhörprotokolle in den Akten des
Reichsjustizministeriums fand, fanden diese Unterstellungen ihr Ende. Zugleich
veröffentlichte der Historiker Anton Hoch eine Auswertung aller damals bekannten
Quellen zum Anschlag, die ebenfalls eindeutig Elsers Alleintäterschaft zeigten
und alle Gerüchte widerlegten. Erst ab den 80-er Jahren setzte eine angemessene
Ehrung ein.
Wesentlich dazu beigetragen hat der zum 50. Jahrestag des Attentats 1989
produzierte Film Georg Elser - einer aus Deutschland
mit Klaus Maria Brandauer
als Regisseur und Hauptdarsteller. Elser gilt heute als der wahre Antagonist
Hitlers
und als einer der konsequentesten Gegner der NS-Diktatur. In seiner
Heimatgemeinde Königsbronn
wurde inzwischen die Georg-Elser-Gedenkstätte eröffnet und eine Schule nach ihm
benannt. Der mit 5000 Euro dotierte Georg-Elser-Preis wird seit 2001 alle zwei
Jahre verliehen an Menschen, die sich durch besondere Zivilcourage und
unerschrockenes Handeln gegen die herrschende Staatsgewalt hervorgetan haben.
Eine
schöne Homepage
mit vielen fundierten Informationen bieten gemeinsam die Bundeszentrale für
politische Bildung, Landeszentralen für politische Bildung und die Gedenkstätte
Deutscher Widerstand.
Für
das Gedenken an Georg Elser setzt sich seit 1988 der Georg-Elser-Arbeitskreis
ein; seine
interessante Homepage bietet viele Informationen über Georg Elser, das
Verschweigen seiner Tat und das Gedenken heute.
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