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Kaspar Olevianus studierte Jura. Bei einer Reise nach Genf
lernte er 1558 Johannes Calvin
und die reformierte Theologie kennen. Im Sommer 1559 begann er in Trier,
reformatorische Predigten zu halten, wurde aber schon nach kurzer Zeit vom
Erzbischof ausgewiesen. Friedrich III. von der Pfalz der Fromme
ernannte ihn
1560 zum Lehrer für kirchliche Dogmatik an der Universität Heidelberg
und zum Leiter des dortigen Predigerseminars. 1562 wurde er in die
Kirchenleitung mit Predigtstelle in der Heidelberger Heiliggeistkirche berufen.
Er hatte maßgeblichen Einfluss bei der Neugestaltung der Kirche, dabei schuf er
eine Gottesdienstordnung nach reformierten Grundsätzen.
Olevianus' bedeutendstes Werk ist der => Heidelberger Katechismus, den er im Auftrag von Friedrich III. gemeinsam mit dem Professor Zacharias Ursinus verfasste. Mit diesem Lehrbuch sollte das Volk in der christlichen Lehre unterrichtet werden. Dieser Katechismus fand schon bald nach seiner Entstehung weite Verbreitung. Die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. der reformierten Kirche von Dordrecht 1618/19 bestätigte diesen Katechismus als Bekenntnisschrift, seitdem hat er in den reformierten Kirchen in aller Welt einen festen Platz. In den reformierten Gemeinden Deutschlands wurde er seit dem 18. Jahrhundert zum wichtigsten Glaubensdokument.
Olevianus' Versuch, eine strenge Gemeindezucht nach reformiertem Vorbild
einzuführen, scheiterte; immerhin bewirkte er, dass der Ladenburger
Superintendent Johannes Sylvanus 1572 wegen Häresie und Hochverrat -
Konspiration mit den Türken
- auf dem Heidelberger
Marktplatz enthauptet wurde. Als Friedrich III. starb, musste Olevianus
Heidelberg wieder verlassen. Er lehrte die letzten Lebensjahre an der Herborner
Akademie.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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