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Nikolaus Groß, Sohn eines Grubenschmiedes, arbeitete nach der Volksschule
zunächst in einem Blechwalzwerk, dann als Schlepper und Kohlenhauer unter Tage.
1917 wurde er Mitglied im katholischen Bergarbeiter-Gewerkverein, 1918 in der
Zentrumspartei. Schon im Alter von 22 Jahren arbeitete er ab 1920 als
Gewerkschaftssekretär in Oberhausen,
dann in Schlesien, in Zwickau
in Sachsen und von 1924 bis 1926 in Bottrop.
Er heiratete Elisabeth Koch, mit der er sieben Kinder hatte. 1927 wurde er erst
Hilfsredakteur, bald darauf Schriftleiter der Westdeutschen Arbeiterzeitung
,
dem Organ der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung
. Er arbeitete eng mit
Bernhard Letterhaus
zusammen, beide setzen sich bereits vor 1933 offen mit den Nationalsozialisten
auseinander. Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht
nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aus unserer
religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig ab
, schrieb Groß
1930. Schon 1929 hatte er die Nazis als Todfeinde des heutigen Staates
bezeichnet, nach deren Machtübernahme 1933 nannte er den Führer der Deutschen
Arbeitsfront
, Robert Ley, staatsfeindlich
.
Die Westdeutsche Arbeiterzeitung
wurde zur Jahreswende 1934/35 in
Kettelerwacht
umbenannt und 1938 verboten, Nikolaus Groß konnte nun nur noch
einige Broschüren veröffentlichen, deshalb wurde er mehrfach verhört und musste
Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen. Ab 1941 arbeitete er in der
Männerseelsorge und versuchte, so die Verbandsarbeit fortzusetzen. Wegen seiner
Kontakte zur Widerstandsgruppe des 20. Juli wurde Groß im August 1944 von der
Gestapo verhaftet, ins Gefängnis Ravensbrück bei Fürstenberg
eingeliefert und dann ins Zuchthaus in Berlin-Tegel
gebracht. Seine Frau konnte ihn hier zwei Mal besuchen, sie berichtete von
deutlichen Folterspuren. Am 15. Januar 1945 wurde Groß vom Volksgerichtshof
unter Roland Freisler zum Tod verurteilt und wenige Tage später in
Berlin-Plötzensee
erhängt. Eine Bestattung wurde verweigert, seine Asche wurde verstreut.
Kanonisation:
Nikolaus Groß wurde am 7. Oktober 2001 in Rom
von Papst Johannes Paul II.
selig gesprochen.
Das
Nikolaus-Groß-Abendgymnasium in Essen
hat eine umfangreiche, sehr informative und mit vielen Fotos und Dokumenten
gestaltete Internetseite
über Nikolaus Groß und seine Frau Elisabeth.
Das
Bistum Essen
hat anlässlich der Seligsprechung eine Internetseite
über Nikolaus Groß eingerichtet.
Die
Nikolaus Groß-Gemeinde in Bochum-Grumme
ist die erste nach ihm benannte Kirchengemeinde und informiert
über ihren Patron.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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