1995 erklärte die in Paris tagende Generalkonferenz der UNESCO den 23. April zum Internationalen Tag des Buches und des Urheberrechtes. Das Buch soll damit gefördert werden als Instrument zur Verbreitung von Wissen und als wichtiger Faktor der kulturellen Bereicherung.
Schon 1926 proklamierte Spanien den 23. April als Tag des Buches, da dies der Todestag von Miguel de Cervantes ist. Damit wurde eine Tradition aus England aufgenommen, das an diesem Tag den Todestag von William Shakespeare feiert - er starb wie Cervantes im Jahr 1616. In Katalonien verband sich dieser Tag mit der schon aus dem 15. Jahrhundert belegten Tradition, sich am Tag des Landespatrons, des heiligen Georg, Rosen als Symbol der Liebe zu schenken. So wurden nun auf den Straßen Buchstände aufgebaut, beim Bücherkauf Rosen verschenkt, Bücher-Volksfeste mit Lesungen und Musik organisiert.
Sandro Botticelli: Augustinus mit
Büchern, 1480, Fresko in der Chiesa Ognissanti in Florenz 
Seit 1996 wird der Welttag des Buches auch in Deutschland begangen. Die Medien berichten über Bücher und Lesen, der Tag wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen unterstützt. Jedes Jahr beteiligen sich Tausende Buchhandlungen mit eigenen Veranstaltungen. Schulen, Bibliotheken und Verlage engagieren sich bundesweit mit Lesungen und anderen Aktionen.
In Deutschland wird der Tag des Buches
seit 1947 auch am 10.
Mai begangen und ist dem mahnenden Gedenken an die Bücherverbrennungen der
Nationalsozialisten gewidmet. Sie nahmen am 10. Mai 1933 auf dem damaligen
Opernplatz in Berlin, dem heutigen Bebelplatz, ihren Anfang. Rund 20.000
Werke wurden damals von Anhängern der Deutschen Studentenschaft
und
SA-Männern auf den Scheiterhaufen geworfen und vernichtet. Etwa 12.400
Buchtitel galten als geächtet und durften nicht mehr vertrieben werden,
darunter waren Werke jüdischer Autoren ebenso wie Literatur, die als
marxistisch oder pazifistisch galt. Zu den 149 Schriftstellern, deren Werke
als undeutsches Gedankengut
verunglimpft wurden, zählten Albert Einstein,
Ricarda Huch, Thomas und Heinrich Mann, Anna Seghers, Stefan Zweig,
Karl Marx, Erich Kästner, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Carl von
Ossietzky, Egon Erwin Kisch, Lion Feuchtwanger und Sigmund Freud.
1979 wurde vom P.E.N.-Zentrum, dem Verband deutscher Schriftsteller und dem
Börsenverein des deutschen Buchhandels der 10. Mai offiziell zum Tag des
Buches
ausgerufen.
Ein Jahr später, am 10. Mai 1934, wurde in Paris von einem Initiativkomitee
mit André Gide, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann und anderen die Deutsche
Freiheitsbibliothek
gegründet. Ihr Ziel war die Sammlung aller im Dritten
Reich verbotenen, verbrannten und totgeschwiegenen Werke
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