
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Catharina Flisca Adurna sive Genuensis, Vidua. (15. al. 14. Sept. 22.
März). Die hl. Katharina Fieschi (Flisca) Adorno (Adurna) wurde i. J. 1447 zu
Genua geboren und war die Tochter des als Vicekönig von Neapel unter Renatus von
Anjou, König von Sicilien, verstorbenen Jakob Fieschi. Kaum hatte sie die Jahre
der Vernunft erreicht, als sie mit reichlichen Gnaden ausgestattet erschien. Sie
selbst sagte, daß ihr Gott schon im 12. Jahre außerordentliche Gaben mitgetheilt
habe. Im 13. Jahre wollte sie sich in die Stille der klösterlichen Einsamkeit
zurückziehen und sich dem beschaulichen Leben widmen; allein sie wurde durch
ihre Eltern von diesem Vorhaben abgebracht und verheirathete sich drei Jahre
später mit einem Edelmanne aus Genua, Namens Julian Adorno, welcher aber dann
ein sehr leichtsinniges Leben führte und die Güter seiner Frau verpraßte. So
sehr ihr dieses auch zu Herzen ging, so schmerzte sie doch noch mehr die Gefahr
für das Heil seiner Seele, weßhalb sie nicht aufhörte, Gott um seine Bekehrung
zu bitten, welche Bitte endlich auch erhört ward. Ihr Mann ging in sich, that
aufrichtige Buße, trat in den dritten Orden und lebte gottesfürchtig bis zu
seinem Tode. Als die Heilige von den Banden befreit war, die sie in der Welt
zurückhielten, faßte sie den Entschluß, hinfort allein für Gott zu leben, und
wählte eine Lebensweise, in der sie das beschauliche Leben mit dem thätigen
verbinden konnte. Sie widmete sich nämlich der Krankenpflege im großen Spital
von Genua, und diente so mit unglaublicher Liebe und Zärtlichkeit dem göttlichen
Heiland in seinen leidenden Gliedern. Ihre
Liebe zu den unglücklichen Brüdern und Schwestern bewährte sich besonders bei
der furchtbaren Pest, welche in den Jahren 1497 und 1501 Genua verwüstete. Dabei
übte sie eine außerordentliche Bußstrenge gegen sich selbst. Sie war so sehr an
das Fasten gewöhnt, daß sie 23 Osterfeste und ebensoviele Advente ohne irgend
eine Nahrung zubrachte, nur die heil. Communion und von Zeit zu Zeit ein Glas
mit Essig und Salz gemischtes Wasser genießend. Der fromme Cardinal von Berulle
sagte oft, er könne die reine Liebe der hl. Katharina zu Gott nicht genug
bewundern, und empfahl daher den Karmeliten eine innige Andacht zu dieser
Heiligen. Endlich starb sie am 14. Sept. 1510, in ihrem 62. Lebensjahre, und
wurde nach ihrem Tode von Gott durch viele Wunder verherrlicht. Damals schon
fing man an, sie als eine Selige zu verehren, bis sie von Papst Clemens XII. im
Jahre 1737 feierlich unter die Zahl der Heiligen
aufgenommen wurde. Benedict
XIV. setzte ihren Namen am 22. März in das Mart. Rom., an welchem Tage sie lange
Zeit in mehreren Kirchen verehrt worden ist und noch verehrt wird. In einigen
Diöcesen wird ihr Fest am 4. Sonntag nach Ostern sub ritu dupl. gefeiert.
