
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Salaberga (Sadalaberga), Vid. Abb. (22. Sept.). Das Leben der hl. Abtissin
Salaberga, welcher Name so viel als gütige Schützerin
bedeutet, ist von einem
gleichzeitigen, wenn auch ungenannten Verfasser beschrieben und zuerst von
d'Achery und Mabillon herausgegeben worden. Die Eltern, Namens Gundoinus und
Saretrudis (sonst auch Bertoldus und Bertildis genannt), waren reich und sehr
begütert. Sie hatte zwei Brüder, Leuduinus
Bodo, später Bischof von Toul, und Fulculsus Bodo. Ihr Geburtsort ist in der
Nähe von Orney, Bisthums Langres zu suchen. Als Jungfrau erblindete sie, erhielt
aber etwa um d. J. 617 durch geweihtes Oel, womit der heil. Abt Eustasius
von Luxeuil ihre kranken Augen bestrich, die Sehkraft wieder. Das Wunder geschah
wahrscheinlich auf dem Landgute Meuse (Mosa), wo sich die Eltern damals
aufhielten. Bald darauf gaben ihre Eltern sie einem Edelmanne, Namens
Richrammus zur Ehe. Sie willigte ein, obwohl sie lieber den Schleier genommen
hätte. Ihr Mann starb schon zwei Monate nach der Hochzeit. Aber sie mußte sich
ein zweites Mal verehelichen. So blieb ihr Wunsch, nach Remiremont ins Kloster
zu gehen, neuerdings unerfüllt. Die neue Ehe war glücklich. Ihr Mann, Graf Bason
(Blandinus), war selbst sehr gottesfürchtig und kam mit Freuden jedem Wunsche
entgegen, den seine Frau hinsichtlich der Uebungen der Frömmigkeit und
Nächstenliebe hegte. Sie gebar ihm zwei Söhne: Eustasius und Balduin, und drei
Töchter: Saretrudis, Ebanis und Anstrudis, welche
sie sämmtlich aufs sorgfältigste in der Furcht Gottes erzog. Zur Danksagung
erbaute sie ein großartiges Kloster, das nicht weniger als sieben Kirchen und
Kapellen in sich einschloß. Es wurde später St. Jean
de Laon genannt. Bald darauf darauf entsagte sie mit Gutheißung ihres Gemahls
der Welt vollständig und ging ins Kloster. Bischof Attolus (Attilo) reichte ihr
in der Kathedrale von Laon unter größter Feierlichkeit den hl. Schleier. Bald
zählte man, angezogen von der Frömmigkeit und Güte der hl. Stifterin,
dreihundert Schwestern, die ununterbrochen Tag und Nacht abwechselnd zu jeder
Stunde das Lob Gottes sangen. Diese Verwendung eines beträchtlichen Theils ihrer
Güter zu gottesdienstlichen Zwecken zeigt uns, daß sie den Psalmvers: des Herrn
ist die Erde und ihre Fülle
ernstlich erwogen hatte, wie die niedrigen Dienste,
welchen sich diese hohe Frau um Christi willen
unterzog, auf eine tiefinnige Betrachtung der Demuth und des Gehorsams Christi
hinweisen. Ihr Name hat deßhalb auch im Mart. Rom. eine Stelle gefunden. Ihr
Hinscheiden wurde durch eine Erscheinung der heil. Mutter
Gottes und des heil. Bischofes Ansericus verherrlichet. Eine ihrer Töchter,
Anstrudis, war gleichfalls mit ihr eingetreten; sie wurde nach ihrem im J. 654 *
(665) erfolgten Tode zur Abtissin gewählt, und starb gleichfalls als eine
Heilige. Das Kloster, ein vorzugsweise adeliges Stift, gerieth im Lauf der
Zeiten in Verfall und der Bischof Bartolomäus
übergab es deßhalb im 12. Jahrh. den Benedictinern. Die Stiftsfrauen
übersiedelten nach Crandelani. (VI. 516-530.)
* So Cointius, welchem auch die Neueren folgen. Bei Butler steht die Jahrzahl 665. Ebenso bei den Boll. und Mabillon.
