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Ökumenisches Heiligenlexikon

Carl Heinrich Rappard

Gedenktag evangelisch: 20. September

Name bedeutet: C: der Tüchtige (althochdt.)
H: der reiche Schützer (althochdt.)

Missionar
* 26. Dezember 1837 in Giez im Kanton Waadt in der Schweiz
† 21. September 1909 in Gießen in Hessen


Carl Heinrich Rappard, Sohn eines Theologen, der als Landwirt arbeitete, studierte ab 1861 bei der Pilgermission in St. Chrischona bei Bettingen. Während eines einjährigen Studienaufenthalts in England und Schottland lernte er die Missionare David Livingstone und Elias Schrenk kennen. Nach der Ausbildung wurde er nach Alexandria und Kairo in Ägypten gesandt, wo er seine Frau Dora heiratete. 1867 wurde er nach St. Chrischona zurückgerufen, um ab 1868 in der Nachfolge des Gründers, Christian Friedrich Spittler, die Leitung der Mission zu übernehmen, die er bis zu seinem Tod innehatte.

Rappard sah die Hauptaufgabe in der Evangelisation unter protestantischen Christen durch die Bildung von erwecklichen Chrischona-Gemeinschaften ohne deren Loslösung von den evangelischen Kirchen. Durch die Umgestaltung der Pilgermission zur ersten Evangelistenschule im deutschsprachigen Raum wurde St. Chrischona ein Zentrum evangelistischer Ausbildung. 1874 nahm Rappard an der berühmten Konferenz in Oxford teil. Davon beeindruckt, gründete er im Herbst 1874 die Monatsschrift Des Christen Glaubensweg - Blätter zur Weckung und Förderung des christlichen Lebens, die zwei Jahre lang mit 8000 Exemplaren erschien und dann in die Zeitschrift Der Glaubensbote überging, die bis 1989 erschien.

Ausbildungsstätte und ab 1868 auch Rappards Wohnhaus, ursprünglich ein Gasthaus in Basel, 1863 dort abgebrochen und auf St. Chrischona wieder aufgebaut
Ausbildungsstätte und ab 1868 auch Rappards Wohnhaus, ursprünglich ein Gasthaus in Basel, 1863 dort abgebrochen und auf St. Chrischona wieder aufgebaut

Rappard übersetzte zusammen mit seiner Frau Lieder aus der englischen Evangelisationsbewegung. 1883 wurde er von der Pilgermission St. Chrischona für Evangelisationen freigestellt und vom in Basel gegründeten Verein für Evangelisation und Gemeinschaftspflege unterstützt. 1888 nahm er Teil an der Konferenz der deutschen Gemeinschaftsbewegung in Gnadau bei Magdeburg, die 1897 zur Gründung des Deutschen Verbands für evangelische Gemeinschaftspflege und Evangelisation führte.

Rappard, der St. Chrischona bis zu seinem Tod als Direktor leitete, starb während einer Reise ins Siegerland.

In den 30er-Jahren entwickelte sich der Schweizer Zweig der Pilgermission in St. Chrischona zur Freikirche, in Deutschland verblieben die Chrischona-Gemeinden Gemeinschaften innerhalb der evangelischen Kirchen. Heute ist die Chrischona-Gemeinschaft in der Schweiz mit 100 Gemeinden, in Deutschland mit 59 Gemeinden und in Frankreich mit 16 Gemeinden vertreten.

  Die Homepage der Pilgermission St. Chrischona bietet Informationen über das Wirken der Gemeinschaft.




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Burkard Krug. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. VII, Herzberg 1994
• http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D29047.php