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Ökumenisches Heiligenlexikon

David Livingstone

Gedenktag evangelisch: 30. April

Name bedeutet: der Geliebte (hebr.)

Missionar, Entdecker
* 19. März 1813 in Blantyre bei Glasgow in Schottland
† 1. Mai 1873 in Ilala, Ortsteil von Chitambo, heute Chipundu in Sambia


Foto von Malcolm Rogers, 1864: David Livingstone
Foto von Malcolm Rogers, 1864: David Livingstone

David Livingstone, Sohn armer Eltern, arbeitete ab seinem zehnten Lebensjahr in einer Spinnerei; nebenher besuchte er eine Abendschule, um Lesen und Schreiben zu lernen. Er wurde streng calvinistisch erzogen, bis sich sein Vater einer missionarischen Reformbewegung anschloss. 1836 begann Livingstone in Glasgow Medizin zu studieren, daneben besuchte er theologische Seminare und einen Sprachkurs für Griechisch. 1838 wurde er in die Missionary Society in London aufgenommen zu Ausbildung als Missionar. 1840 brach er auf, kam im März 1841 in Südafrika an und ging in die im Norden gelegene Missionsstation Kuruman.

Der Alltag in Kuruman und die Ergebnislosigkeit der missionarischen Bemühungen enttäuschten Livingstone; er suchte neue Herausforderungen auf langen Reisen weiter nach Norden; in Mabotsa gründete er dabei 1843 eine neue Missionsstation. 1845 heiratete er die Missionarstochter Mary Moffat. Mit dem Stammesführer Bakwena lebten sie ein Jahr in Chonuane, dann reiste er 1849 an den Ngami - See im heutigen Botswana. 1851 erreichte er den Sambesi-Fluss an der Nordgrenze des heutigen Botswana. In ihm erkannte er eine ideale Wasserverbindung, um Christentum, Handel und Zivilisation ins Innere Afrikas zu bringen. 1853 bis 1856 durchquerte er das Land, zuerst von Linyanti am Mittellauf des Flusses bis nach Luanda am Pazifik, dann erkundete er den östlichen Verlauf des Sambesi; dabei entdeckte er 1855 die riesigen Mosi-oa-Tunya Wasserfälle - die er dann nach Königin Victoria benannte -, was seinen Träumen von der Schiffbarkeit des Flusses einen herben Rückschlag versetzte. Als er 1856 erstmals wieder nach England kam, wurde er als national hero, Nationalheld, begeistert empfangen.

Berichte über seine Touren veröffentlichte Livingstone 1857 unter dem Titel Missionsreisen und Forschungen in Südafrika - ein Bestseller, der 1859 auch in deutscher Sprache erschien und den imperialistischen Regierungen in London, Paris und Brüssel als Handbuch für die künftige Kolonialisierung diente. Von nun an unternahm er seine Expeditionen im Auftrag der zahlungskräftigen britischen Regierung, 1858 kam er mit großem Gefolge an der Mündung des Sambesi in Moçambique an. Die unüberwindbaren Mosi-oa-Tunya-Wasserfälle hinab in die Kebrabasa-Schlucht, Streit unter den Teilnehmern, Livingstones rigide Führung und die Entbehrungen der Reise führten zum Fehlschlag der Expedition. Livingstone wollte nun im Shire-Hochland - der Gegend um Blantyre im heutigen Malawi - eine Kolonie errichten. 1862 starb seine Frau, er wurde immer einsamer und hatte kein Interesse mehr an Kontakt mit Europäern. 1863 wurde aus London der Rückzug der Expedition angeordnet.

In der Heimat wurde seine Sehnsucht nach Afrika immer größer, deshalb war er froh, von der Royal Geographical Society den Auftrag zur Erforschung der Nilquellen zu erhalten. Im März 1866 brach er von Sansibar aus auf; er vermutete sein Ziel südlich des Tanganjikasee und kam im Juli an den Bangweulusee im heutigen Malawi. Krankheit und Versorgungsprobleme erzwangen seine Rückkehr nach Ujiji. 1869 bis 1871 durchreiste er auf der Suche nach dem Ursprung des Nils wieder - erfolglos - das Gebiet westlich des Tanganjikasees. Nachdem er als verschollen galt, weil man seit 1866 nichts mehr von ihm gehört hatte, schickte 1871 der US-amerikanische Medienzar James Gordon Bennett den Journalisten Henry Morton Stanley los, ihn zu suchen. Der traf Livingstone im Oktober 1871 in Ujiji. Stanley begleitete Livingstone noch bis nach Unyanyembe bei Shinyanga, von wo der schon kranke Livingstone 1872 aufbrach in das Gebiet südlich des Tanganjikasees. Er zog zunehmend geschwächt und orientierungslos durch das Gebiet, bis er an Ruhr starb.

Livingstones Herz wurde unter einem Baum begraben, seine Leichnam von seinen Dienern mühevoll an die Ostküste getragen. Am 18. April 1874 wurde er in der Westminsterabtei in London beigesetzt.

Als erster Europäer hatte Livingstone Afrika vom Westen bis zum Osten durchquert. Seine Reisebeschreibungen, die geographischen Aufzeichnungen und die detaillierten Nachrichten über die sozialen Strukturen des Stammeslebens sowie die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas vermittelten das Wissen über den bis dahin nahezu unbekannten Erdteil und regten die Unternehmungslust seiner Landsleute an: schnell wurden die von ihm angeregten Kolonien englischer Siedler in Afrika verwirklicht.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.09.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/l/kall029.htm
• Chronik-Kalender, 1. Mai 1998
• Rainer Lahme. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. V, Herzberg 1993
• http://en.wikipedia.org/wiki/David_Livingstone
• http://en.wikipedia.org/wiki/Livingstone_Memorial