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Ökumenisches Heiligenlexikon

Claude Brousson

Gedenktag evangelisch: 4. November

Name bedeutet: der Hinkende /
aus dem (altröm.) Geschlecht der Claudier (latein. - französisch)

Prediger, Märtyrer
* 1647 in Nîmes in Frankreich
† 4. November 1698 in Montpellier in Frankreich


Buchtitel
Buchtitel

Der Rechtsanwalt am Parlament in Toulouse Claude Brousson verteidigte Hugenotten, die unter Einschränkungen und Verfolgung litten. 1681 versuchte man, durch Einquartierung von Militär die Rückkehr der Hugenotten zum römisch-katholischen Glauben zu erzwingen. Claude Brousson protestierte - u. a. vor dem Parlament in Bordeaux - gegen die Schließung von protestantischen Kirchen und arbeitete von Mai bis Juli 1683 mit Gleichgesinnten in Toulouse und Umgebung am Aufbau einer gewaltfreien Widerstandsgruppe. Dies löste neue Verfolgungen aus, Brousson musste fliehen, erst in die Cevennen, 1683 in die Schweiz, wo er in Lausanne lebte. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch König Ludwig XIV. im Jahr 1685 mussten viele Hugenotten fliehen; er setzte sich für die Flüchtlinge ein und verfasste Briefe an die französischen Pfarrer, die in protestantische europäische Länder geflohen sind. Darin warnte er vor dem Rationalismus von Descartes und vor sophistischen, philosophischen modernen Gedanken: das sei Philosophie, deren Maximen offensichtlich gefährlich und bösartig sind.

1685 reiste Brousson über Stuttgart, Nürnberg und Leipzig nach Berlin und von da über Den Haag nach Amsterdam, um Unterstützung für die französischen Prostestanten zu organisieren. Dazu verfasste er eine Denkschrift an die evangelischen Fürsten und warb um deren Zusammenschluss im Kampf gegen König Ludwig XIV. Im Sommer 1689 kehrte er in seine Heimat zurück und zog predigend und aufmunternd durch die reformierten Gemeinden in den Cevennen als Prediger der Wüste, le désert, ständig unter Verfolgung leidend; auf seinen Kopf war ein Summe von 5000 Livres ausgesetzt. Bei einem weiteren Aufenthalt in Lausanne und Studien am Predigerseminar ab 1693 wurde er dort 1694 zum Pfarrer ordiniert. 1695 begab er sich in die Normandie und wirkte auch dort im Verborgenen, bis er vor den Verfolgungen nach Holland floh. Er kehrte nach Frankreich zurück, musste aber 1696 wieder in die Schweiz flüchten. 1697 versuchte er sich bei den Friedensverhandlungen von Rijswijk - heute ein Stadtteil von Den Haag - für eine Duldung der reformierten Kirche in Frankreich einzusetzen, was aber misslang. Seine Familie ließ er nun in der Sicherheit in Holland zurück, er selbst ging im August 1697 wieder nach Südfrankreich und zog erneut als Prediger durch die reformierten Gemeinden, bis er im Herbst 1698 verraten, in Oloron - dem heutigen Oloron-Sainte-Marie - im Béarn gefangen gehalten, dann zum Tod verurteilt und vor einer über 10.000-köpfigen Menschenmenge hingerichtet wurde.

Sein Henker habe gesagt: Ich habe mehr als 200 Menschen gerichtet. Keiner hat mich beeindruckt wie Brousson. Ich bin sicher, er ist als Heiliger gestorben. Die aufsehenerregende Hinrichtung bestärkte die französischen Protestanten in ihrer Haltung; sie organisierten sich nun erst recht in geheimen häuslichen Versammlungen. Claude Brousson war der bedeutendste der Märtyrer der Wüste.

Die englischsprachige Biographie gibt es bei amazon.


  Das Western Reformed Seminary in Washington berichtet in seinem Journal vom Februar 1998 in Englisch über Claude Brousson, auch mit vielen Zitaten aus einer Biografie von Alan C. Clifford.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990