Ökumenisches Heiligenlexikon

Domitian von Kärnten

eigentlich: Tuitian

Gedenktag katholisch: 5. Februar

Name bedeutet: aus der altröm. Familie des Domitius (latein.)

Herzog (?) von Kärnten
um 800 in Millstatt am See in Kärnten in Österreich


Fresko, 1429, in der Stiftskirche in Millstatt
Fresko, 1429, in der Stiftskirche in Millstatt

Tuitian, der Überlieferung zufolge durch Rupert von Salzburg getauft 1, machte sich um die Annahme des Christentums in Kärnten verdient. Er war wohl selbst slawischer Abstimmung, lebte als lokaler Herrscher im Südwesten von Noricum und bekehrte die das Gebiet bevölkernden Slawen. In der Gegend von Millstatt am See soll er 1000 Götzenbilder - lateinisch: mille statuae - zertrümmert haben, was dem Ort dann den Namen gegeben habe. Ein - wohl noch aus der Römerzeit stammendes heidnisches Heiligtum wandelte er demnach in eine Kirche um an der Stelle, an der dann um 1070 das Kloster Millstatt gegründet wurde.

Bei der zweiten Erhebung der Gebeine von Tuitian / Domitian um 1135 wurden in seinem Grab in der Klosterkirche auch die Gebeine einer Frau und eines Kindes gefunden. Daraus entstand die Überlieferung von Domitians Frau Maria, die demnach eine Tochter des Grafen von Meran war und ein Kloster stiftete; die kindlichen Gebeine wurden als die eines Knaben betrachtet, dessen Name aber nicht genannt wird; beide werden zugleich mit Domitian verehrt.

Tuitian / Domitian wurde in seiner Kirche in Millstatt bestattet. Der - wohl erste - Abt namens Martin des um 1070 gegründeten Klosters fand dann seine Gebeine. Wohl um 1135 fand Abt Otto die Reliquien wieder beim Neubau von Kloster und Kirche nach einem Brand um 1125. Der damals angefertigte Reliquienschrein ist erhalten; danach ereigneten sich an ihm zahlreiche Wunder, die zuvor eingeschlafene Verehrung lebte kräftig auf. 1441 wurden die Gebeine durch den Bischof von Gurk geprüft.

1306 wurde Domitians Lebensgeschichte und die Schilderung der auf seine Fürbitte gewirkten Wunder verfasst, sie ist in einer um 1425 entstandenen Abschrift erhalten. Wenige Jahre später, vermutlich 1449 entstand die Grabplatte, die bis heute an der Rückwand der 1632 errichteten Domitianskapelle erhalten ist. Im 17. Jahrhundert, als die Jesuiten Domitins Verehrung besonders förderten, wurde eine große Zahl phantasievoller Ausschmückungen und Legenden verfasst; sie erzählen von Domitians Wirken als Feldherr von Karl „dem Großen” mit Kriegszügen nach Dalmatien und gegen den Herrscher von Mähren. 1631 wurde an der Klosterkirche eine Domitian geweihte Kapelle errichte. An seinem Festtag gab es eine große Wallfahrt mit Teilnehmern aus ganz Kärnten, der Krain und Istrien.

Kanonisation: Eine offizielle Heiligsprechung gab es zunächst nicht, deshalb betrieb sie ab 1760 ein Jesuitenpater, der dabei von Kaiserin Maria Theresia persönlich unterstützt wurde. Aufgrund der damals ablehnenden Haltung Roms gegenüber den Jesuiten blieb das Begehren erfolglos.

1 Rupert von Salzburg lebte deutlich früher, denkbar ist die Taufe durch Virgilius von Salzburg.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.06.2021

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://de.wikipedia.org/wiki/Domitian_von_K%C3%A4rnten

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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