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Ökumenisches Heiligenlexikon

Franz van der Lugt

niederländischer Name: Frans

Gedenktag katholisch: 7. April

Name bedeutet: der Franke (latein.)

Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 10. April 1938 in Den Haag in den Niederlanden
7. April 2014 in Homs in Syrien


Franz war der Sohn des Bankdirektors Godefridus Wilhelmus Antonius van der Lugt und der Maria Josepha Wilhelmina geb. Duijnstee. Er trat 1959 im Haus Mariëndaal in Velp - dem heutigen Ortsteil von Grave in Nordbrabant - dem Jesuitenorden bei und ging dann 1964 nach Beirut im Libanon, um Arabisch zu lernen. Von 1966 bis 1968 wirkte er als Supervisor seines Ordens in Syrien und engagierte sich in Hilfsprojekten. 1968 begann in Lyon seine Ausbildung in Theologie, 1971 wurde er in der Lukaskirche in Amsterdam zum Priester geweiht. Nach dem Studium der Psychologie an der Universität in Lyon wurde er dort zum Doktor promoviert. Ab 1974 wirkte er in Homs in Syrien, ab 1987 in Damaskus. 1992 wurde er für sein Engagement mit dem niederländischen Verdienstorden Ritter des Ordens von Oranien-Nassau ausgezeichnet. 1993 gründete er in Al-Qusayr bei Homs, wo ihm die Regierung fünfzig Hektar Land zur Verfügung stellte, das Landwirtschaftsprojekt Al Ard, die Erde für geistig Behinderte; sie bauten Gemüse an, unterhielten einen Weinberg mit einer Produktion von 50.000 Flaschen pro Jahr und ein Motel für Touristen.

Im ab 2011 aufflammenden Bürgerkrieg ging Franz ins Kloster der Jesuiten im Christenviertel von Homs. Er galt als Vermittler zwischen den islamischen Rebellen und der syrischen Regierung und nahm Flüchtlinge in der Ordensniederlassung auf. In einer Videobotschaften an die Welt beklagte er im Januar 2014 die mangelnde Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Medikamenten, weil die anhaltende Belagerung von Homs - wo die islamistischen Faruq-Brigaden der Freien Syrischen Armee herrrschten und ethnische Säuberungen unter den Christen der Stadt durchführten - durch die Regierungstruppen Transporte nahezu unmöglich machte. Als der einzige noch in Homs lebende Jesuit - er hatte sich geweigert, die Stadt zu verlassen, weil er bei den den Hungernden, Kranken und Sterbenden bleiben wollte - wurde er vor der Ordensniederlassung von einem Schützen der al-Nusra-Front geschlagen und dann mit zwei Kopfschüssen getötet.

Franz van der Lugts Grab in Homs
Franz van der Lugts Grab in Homs

Franz van der Lugt wurde noch am Tag seines Todes auf dem Gelände des Kloster in Homs begraben. An der Trauerfeier außerhalb des Belagerungsrings nahmen Bischöfe und Imame, Nonnen und Scheichs, Alawiten, Christen und Muslime Abschied; dabei umarmten sich Menschen, die seit Kriegsausbruch nicht mehr miteinander gesprochen hatten. Das Grab von Pater Franz im Kloster ist zu einer Pilgerstätte geworden, die jeden Tag von Christen und noch mehr von Muslimen aufgesucht wird.

Im Mai 2014 wurde Homs von Regierungstruppen wieder eingenommen, im Dezember 2015 das letzte von den islamistischen Rebellen gehaltene Viertel nach einer Vereinbarung mit der Regierung zum freien Geleit geräumt. Das Kloster der Jesuiten ist wieder belebt, die Brüder und viele freiwillige Mitarbeiter versuchen, das Lebenswerk von Pater Franz fortzuführen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.01.2019

Quellen:
• https://nl.wikipedia.org/wiki/Frans_van_der_Lugt
• https://www.zeit.de/2014/17/opfer-jesuit-syrien
• https://www.miteinander.at/page/miteinander/themen/heiligerzorn/article/10035.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.