Ökumenisches Heiligenlexikon

Friedrich Schleiermacher

1 Gedenktag evangelisch: 12. Februar

Name bedeutet: der Friedensreiche (althochdt.)

Theologe und Philosoph
* 21. November 1768 in Breslau, heute Wrocław in Polen
12. Februar 1834 in Berlin


Friedrich Schleiermacher, Portrait, um 1800
Friedrich Schleiermacher, Portrait, um 1800

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher wurde in den Anstalten der Herrnhuter Brüdergemeine erzogen. Hier lernte er das religiöse Leben kennen und die klassischen Werke der Antike schätzen; die Glaubenspraxis der Herrnhuter empfand er aber als zu eng, da sie die Beschäftigung mit zeitgenössischen philosophischen Richtungen ablehnte. 1787 begann er mit dem Studium der Philosophie an der Universität in Halle - ihr Gebäude, die Ratswaage, stand vor dem heutigen Ratshof. 1794 wurde Schleiermacher Professor und 1796 Prediger im Krankenhaus Charité in Berlin. Dort kam er mit dem Kreis der Romantiker in Berührung und begann mit der Übersetzung von Platons Werken. 1809 wurde er Pfarrer an der damaligen Dreifaltigkeitskirche - diese ist 1943 nach einem Luftangriff ausgebrannt, die Ruine wurde kurz vor Kriegsende zerstört und 1947 gesprengt; ihr Grundriss ist z. T. erhalten vor dem Gelände der riesigen Botschaft der Demokratischen Volksrepublik (Nord-)Korea. 1810 wurde Schleiermacher Gründungsdekan der Theologischen Fakultät an der Humboldt-Universität in Berlin, wo er dann bis zu seinem Lebensende als Professor lehrte.

Humboldt-Universität in Berlin
Humboldt-Universität in Berlin

Platon prägte Schleiermachers Denken entscheidend, in welchem er der Hermeneutik, der Lehre vom Verstehen, eine wichtige Stellung einräumte. Fragen der Ethik waren sein Hauptarbeitsfeld, so im Jugendwerk Über das höchste Gut, in den Schriften Über die Freiheit und Über den Wert des Lebens, in der unter Pseudonym erschienenen Theorie des gesellschaftlichen Betragens, in den berühmten Monologen und in den Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre. In seiner Schrift Über die Religion, Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern von 1799 bestimmte er das Wesen der Religion als Anschauung und Gefühl des Universums und als eine Art Unendliches im Endlichen. Unabhängig von der jeweiligen Lehre betrachtete er Religion als tief verwurzelte, umfassende Erfahrung der Menschheit, die für alle Kulturen notwendig ist. Die Erkenntnis der Seele ist für ihn mit der Erkenntnis von Gott untrennbar verbunden; diese Auffassung war schon von Augustinus vertreten worden.

Schleiermachers Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin
Schleiermachers Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin Foto: Matthias Bethke

In seinem zweibändigen Hauptwerk Der christliche Glaube entwickelte Schleiermacher seine Theologie. Er bezeichnet die Religion als Gefühl der schlechthinigen Abhängigkeit des endlichen Selbst vom Unendlichen, von Gott. Die Sünde erwachse aus der Unfähigkeit, zwischen dem zu unterscheiden, wovon ein Individuum völlig abhängig ist, nämlich von Gott, und dem, wovon es bloß relativ abhängig ist, nämlich von der vergänglichen Welt. Weitere theologische Werke sind Die Weihnachtsfeier und seine Kurze Darstellung des theologischen Studiums.

Schleiermacher wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin berstattet, dort ist sein Grab erhalten.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.10.2023

Quellen:
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• https://berlingeschichte.de/lexikon/mitte/c/charit_kirche.htm - abgerufen am 27.08.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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